Trauer und die Zeit

      Trauer und die Zeit

      Ich trauere um .......

      und die erste Zeit ist furchtbar, ist kaum auszuhalten und doch, sie geht vorbei. Dann kommt eine Zeit der Erkenntnis, dass es wirklich passiert ist. Der geliebte Mensch ist tot. Dann willst du dich nicht mehr aufs Leben einlassen, willst keine anderen Menschen mehr um dich haben, hältst es einfach nicht aus. Die Zeit vergeht nicht, jeder Tag zieht sich ins Unendliche und ist Trauer und ist Niedergang.

      Dann kommen die Jahre, die plötzlich kurz erscheinen. Nach der ersten Weihnacht kommt die zweite. Jetzt sitzt da jemand in einer Ecke deines Lebens und das ist die Zeit und die meint es eher gut mit dir, aber du glaubst ihr nicht.

      Langsam spürst du die Heilung deiner Trauerwunden, an der die Zeit maßgeblich beteiligt war. Aber es bleiben die tiefen Narben. Allein die Zeit in Verbindung mit der Liebe im Herzen läßt auch die Narben eines Tages abheilen.

      Die Erkenntnis, dass wir alle unsere Wege zu gehen haben und niemand verschont bleibt, hilft vielleicht auch etwas, durch die Zeit der Trauer zu kommen.

      Auf jeden Fall kann ich nach fast 9 Jahren der Trauer sagen, dass die Zeit immer meine Freundin war und ist. <3


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      liebe frieda,

      dem kann ich nur zustimmen.... wie furchtbar war die erste zeit, die hoffnung - es soll ja besser werden mit der zeit - hatte ich leider erst so nach ca. 3 jahren ganz leise verspürt.... konnte dann auch schonmal wieder etwas lächeln, dann aber wieder der rückschlag und von null auf hundert wieder auf anfang zurück....
      oh ja, es ist das schwerste, was man durchmachen muss und man kann sich nicht darauf vorbereiten...

      meine fragen damals hier im forum: kann mir jemand helfen... wie soll ich damit umgehen.... und meine antworten: es gibt keine spezielle hilfe für diese furchtbare zeit.... das einzige was dir hilft ist, die zeit und dass du das geschehene akzeptierst und schritt für schritt dich langsam zurecht findest.....

      ich bin nunmehr im 10. jahr der trauer... und habe mein schicksal angenommen....
      es vergeht aber trotzdem kein einziger tag, an dem ich nicht an meinen mann denke und das auch öfter am tag.... es tut auch immer noch weh, aber nicht mehr so schlimm wie anfangs....

      und ich gebe frieda total recht.... die zeit macht die trauer um den geliebten menschen langsam erträglicher....

      lg heike
      Rainer meine Liebe, mein Leben...
      immer, wenn wir von dir erzählen, fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen. Unsere Herzen halten dich umfangen, so, als wärst du nie gegangen...
      ich wünsche Dir Frieden, ohne Kampf , ohne Schmerz, unendlich geborgen für immer. Sei dort, wo Du bist, verbunden mit mir. Sei wachsam und sei da in dem Moment, wenn zu meiner Zeit, das Band unserer Liebe mich hinführt zu Dir.
      So schön, liebe @heike aus Berlin , dass du geschrieben hast und was du geschrieben hast.

      Ihr Lieben,
      für mich ist der schreckliche Tod meines Allerliebsten auch eine Art Lehrmeister. Das klingt sicher erstmal etwas ungewöhnlich. Aber der Tod meines Mannes zeigt mir auch sehr viel. Ich habe mich weiter entwickelt, wie es so schön heisst, bewältige Hindernisse, gehe durch Unmöglichkeiten und sehe, dass sie doch möglich sind, wenn ich es nur will, wenn ich es möchte und die Kraft dazu habe.

      Nicht das "MUSS" ist jetzt noch von Bedeutung, das "MÖCHTEN" kommt nach und nach an die Oberfläche.

      Am Anfang der Trauer gab es ausschließlich ein "MUSS". Ich muss durchhalten, muss mein Leben allein weiterleben.

      Ja - und das stimmte auch dieses "MUSS" und es hatte seinen Sinn.

      Jetzt geht es immer mehr darum, was ich "MÖCHTE".


      Gut, es ist jetzt fast 9 Jahre her, aber diese Erkenntnisse gibt es für mich nicht erst seit heute. Es braucht aber wirklich etwas Zeit.

      Drum habt Geduld, wenn ihr am Anfang eurer Trauer steht, habt noch mehr Geduld nach einiger Zeit, und nehmt jede Gelegenheit wahr, wieder ins Leben zurück zu kehren, denn das ist alles, was euch wirklich gehört.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Liebe Frieda und liebe Heike,
      so schön und so richtig was ihr in euren Beiträgen schreibt.
      Ganz egal ob man ganz plötzlich und unerwartet, so wie bei mir, oder durch Krankheit mit so einem großen Verlust konfrontiert wird, die Welt steht plötzlich still...
      Die erste Zeit habe ich wie in Trance erlebt. Ich kann mich gar nicht wirklich an alles erinnern, nur Nebel und Schmerz. Damals habe ich oft in diesem Forum gelesen man soll Hilfe annehmen und am Leben teilnehmen und die Zeit wird helfen. Die Zeit verging nicht, Hilfe wollte ich nicht und vor dem Leben hatte ich Angst.
      Irgendwann entschied ich mich dazu gar nichts zu "MÜSSEN" was andere erwarten, ich "MÖCHTE" in meinem Tempo gehen. Irgendwann konnte ich Hilfe annehmen, irgendwann konnte ich kleine Schritte Richtung Leben machen und irgendwann habe ich bemerkt, dass die Zeit mir eine Hilfe war.
      So wie Frieda schreibt, sobald die Zeit da ist das "MÜSSEN" in "ICH MÖCHTE" zu wandeln, gibt man der "ZEIT" die Chance einem zu helfen ins Leben zurück zu kehren, denn das ist wirklich alles was uns wirklich gehört....
      Liebe Grüsse, kleinewüstenblume
      Liebe Frieda,Liebe Heike,wenn ich eure Beiträge lese habe ich die Hoffnung ,dass auch für mich der Tag kommt an dem ich meinen inneren Frieden finde.Nach fast 16 Monaten geht es mir oft schlecht.

      Die Angst vor meinem neuen Leben ist groß und lässt mich oft zweifeln ,ob ich es schaffe wieder ein zufriedenes Leben zu führen.
      Die Zeit ist noch nicht mein Freund.Das zweite Trauerjahr ist für mich schwieriger als das erste.
      Ich habe mir nicht vorstellen können wie hart und erbarmungslos Trauer sein kann. Liebe Grüße an euch
      Liebe Buffy,

      die Zeit ist deine Freundin, aber du merkst es (noch) nicht wirklich. Zu sehr liegt die Decke der Trauer über ihr, aber sie läuft immer weiter und begleitet dich, denn es ist deine Zeit.

      Dass du das zweite Trauerjahr als schwieriger als das erste empfindest habe ich sehr oft gehört, gelesen und bei mir war es ähnlich. Bin durch tiefe, dunkle Täler gegangen und auf steinigen Wegen. Allerdings war immer Hilfe da und wenn ich zwischendurch mal richtig lolassen konnte von meinem Schmerz, dann habe ich sie genau gespürt und war sehr dankbar. So in etwa geht es mir heute nach all den Jahren auch noch, allerdings überwog mit der Zeit immer mehr die Dankbarkeit und der Schmerz verringerte sich.

      Dankbarkeit, dass ich da bin, ich wurde wieder bewusster dem Leben gegenüber, öffnete mich für einige Menschen (auch hier aus dem Forum) und das war sehr sehr gut so.

      Du glaubst vielleicht im Moment nicht, was alles in dir steckt, welche Mengen du an Mut, Kraft und Liebe in dir hast. Das alles kann wieder zum Vorschein kommen. Und genau das wünsche ich dir!

      Alles Liebe Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Oh Frieda, das ist so tröstlich was du berichtest. Gerade wenn man wie ich am Anfang der Trauer steht, hat man das Gefühl dass es nie besser werden kann. Und ganz sicher dauert es auch oft sehr lange bis man das bemerken kann.
      Danke für deine Sicht der Dinge und für den Mut den du gibst.

      Alles Liebe, Jenny
      Ihr Lieben,

      spätestens ab einem gewissen Lebensalter ist es soweit, dass wir Großeltern, Eltern, Freunde, ja vielleicht den Partner, und gar auch ein Kind verlieren.

      So viele geliebte Menschen sind nicht mehr da.

      Manchmal, wenn ich in unsere Straße einbiege und das Tor sehe, sehe ich "ihn" dort stehen, mich freundlichst erwartend. Das war immer so schön! Da stand er, machte mir dann das Tor auf und ich fuhr herein ... ach könnte es doch wieder so sein!

      Als ich Kind war winkte mir meine Großmutter immer aus dem Fenster im ersten Stock schauend, bevor ich um die Ecke ging, um zur Schule zu gehen oder zum Bus.

      So viele schöne Erinnerungen an wunderbare Menschen sind in mir zuhause.

      Alles vorbei und es kommt nicht wieder. Die Zeit geht ihren Weg und ich muss mitgehen.

      Wenn ich ins Heute schaue, dann gibt es auch wunderbare Menschen um mich herum, die mir zuwinken, wenn ich gehe oder komme. Und ich bin so froh darüber.

      Ein Jedes hat seine Zeit und das ist gut so. Ich möchte damit einverstanden sein ... einverstanden werden .... endlich.

      AL Frieda


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      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Frieda“ ()

      Ihr Lieben,
      auch in mein Leben sind neue Menschen getreten, wird gewunken und ich bin dankbar dafür. Allerdings bleibt die Traurigkeit über die Verluste. Das waren andere Beziehungen, das Winken hatte eine andere Bedeutung. Für mich wird immer das und der Wichtigste fehlen. Mir ist durchaus klar, daß das der natürliche Lauf der Welt ist. Trotzdem kann und will ich damit nicht einverstanden sein. Dieser Kontrast zwischen dem Glücksgefühl, das ein Mensch empfinden kann und dem unermesslichen Leid, das ausgehalten werden muß, ist für mich nicht nachvollziehbar. Auf die große Sinnfrage des Lebens gibt es keine Antwort, das weiß ich. Trotzdem stellt sie sich mir. Die Zeit ist auch nicht meine Freundin. Sie kann lindernd wirken, denn auch der schlimmste Tag geht vorbei und man lernt sich anzupassen. Letzendlich arbeitet sie aber gegen uns, läßt uns altern und sterben, mit allem was dazu gehört. Das sind meine Empfindungen und Gedanken. Nicht sehr aufbauend, aber sie sind da. Und wo soll man auch das mal ausdrücken dürfen, wenn nicht in einem Trauerforum ?
      L.G.Emmi
      Ihr Lieben, ich bin in meiner Trauerzeit sehr dünnhäutig geworden. Jede neue Anforderung bringt mich schnell aus der Fassung.
      Früher konnte ich besser und ruhiger damit umgehen.Jeder neue Tag ist eine Herausforderung für mich.
      Auch in mein Leben sind viele neue Menschen getreten.Aber es ist alles fremd und unwirklich.


      Manchmal habe ich das Gefühl ich schaue von außen zu was in meinem neuen Leben passiert.
      Werde ich mich jemals damit anfreunden?
      Ich werde es wohl müßen.Liebe Grüße Buffy
      Liebe Emmi,
      deine Gedanken in deinem Beitrag habe ich auch alle durchlebt. Ganz besonders belastet hat mich, wie du es nennst " die große Sinnfrage des Lebens ".
      Der Sinn meines Lebens war weg und es musste doch einen neuen Sinn geben, nur leider konnte ich keinen finden. Ich konnte nicht einmal irgendein Ziel vor mir sehen, so sehr ich auch danach suchte. Zur damaligen Zeit schrieb ein sehr liebes Mitglied in diesem Forum in einem seiner Beiträge "... der Sinn des Lebens ist es zu leben ..." Als ich das gelesen hatte, fiel plötzlich der ganze Druck, unter den ich mich eigentlich nur selber gesetzt hatte, von mir ab. Mir wurde plötzlich klar, ich brauche keine großartigen Ziele die ich mir ausdenken muss, die ich einfach nicht finden konnte, ich muss " nur leben ". Mit diesem Gedanken wurde ich ruhiger und versuchte einfach das Leben, die Menschen und die Gelegenheiten die sich mir damals boten zu sehen, anzunehmen und zu leben.
      Ich habe bis heute noch keine großartigen Ziele vor mir, ich konnte auch bis heute die Sinnfrage des Lebens nicht klären aber mein Leben ist wieder sinnvoll geworden durch viele kleine Freuden die ich jetzt sehen und annehmen kann und weitergeben kann. Durch diesen einfachen kleinen Satz "... der Sinn des Lebens ist es zu leben.." konnte ich diesen Druck loswerden etwas finden zu müssen anstatt einfach nur zu leben und kleine Freuden und Freundlichkeit zu sehen und annehmen zu können.
      Liebe Grüsse kleinewüstenblume
      Liebe kleinewüsteblume,
      es freut mich sehr, daß du deinen Weg gefunden hast. Auch ich brauche keine großen Ziele. Allerdings fühlt sich mein Leben ohne meinen Mann leer an. Es gibt viele schöne Dinge, aber ich kann mich an ihnen (im Gegensatz zu früher) nicht mehr freuen. Das Gefühl möchte ich mal so beschreiben : ich lebe, fühle mich aber nicht lebendig. Es sind nun fast fünf Jahre vergangen. Es geht weiter, man lernt damit umzugehen, die Sehnsucht aber bleibt. Was hilft sind liebe Menschen, die einfach da sind, die zuhören und auch mal antworten. Dir alles Liebe
      Emmi
    Liebeskummer Sorgen Forum