Was macht Ihr gerade?

  • Liebe Frieda,


    ich kenne diese Gefühle leider auch.

    Seitdem ich meinen liebsten Menschen an der eigenen Hand habe sterben sehen müssen, brauche ich Tabletten, um schlafen zu können. So auch gestern abend wie jeden Abend.


    Trotzdem ist jeder neue Tag mit dem Auftsehen immer eine Tortur. Heute ging es zwar etwas besser, weil ich viel Wäsche zu waschen hatte, aber es ging mir nicht gut von der Hand.


    Zudem war eben gestern auch ein schwerer Tag, da vor genau 14 Jahren meine Partnerin Dorit schon einmal beinahe gestorben (ertrunken) wäre.


    Wünsche Dir, dass es Dir mit dem Schlafen besser gehen wird.


    LG Matthias

  • Lieber Matthias,


    ich habe am Anfang der Trauer vom Hausarzt auf meinen Wunsch hin Beruhigungsmittel für die Nacht erhalten. Habe sie auch relativ lange genommen.


    Verstehe: ich habe nichts dagegen, denn sie können schon helfen. Nur - es muss ein Ende haben, irgendwann hab ich sie "ausgeschlichen", wie es so schön heisst, also immer weniger genommen bis gar keine mehr.


    Natürlich ist es sehr gut, irgendwann keine Mittel mehr zu nehmen und dann gehts einem am Morgen auch sehr viel besser.


    Ja, klar kommt sowas wie gestern Nacht bei mir immer mal wieder vor: ich kann nicht schlafen. Aber was macht das schon? Schlafe ich vielleicht heute Nacht wieder besser ...


    Was ich meine: du brauchst keine Schlafmittel.


    Und mal eine Frage: wieso trauerst du um Dorit, die doch vor 14 Jahren gerettet wurde? Das verstehe ich nicht. Das war doch wunderbar!


    Wünsche dir von Herzen, dass du deine Trauer bald einfach nur annehmen kannst und dein Leben weiter lebst, weil auch du eine Aufgabe hast.


    ALFrieda




  • Liebe Frieda, das kenne ich. Hinzu kommt dann bei mir diese Grübelei.

  • Bereite mich innerlich auf die neue Woche vor.


    Möglicherweise wird einiges passieren, vielleicht auch nicht. Ist gerade so eine Zeit bei mir: ich muss mich gedulden - und das werde ich auch - bis bestimmte Untersuchungen gemacht sind, bis ein wichtiges Gespräch geführt wurde, bis ich eine ziemlich gewichtige Entscheidung zu treffen habe ... und das alles auf verschiedenen Gebieten ... vielleicht passiert auch wenig bis gar nichts?!


    Wie auch immer, ich prüfe alles und behalte das Beste!

  • Sammle jeden Tag herunter gefallen Walnüsse und trockne sie über einem Gestell auf dem Grundofen im Wohnzimmer. Dadurch ist es abends schön warm hier.


    Heute die Heizanlage (Holzvergaser) gereingt und gewartet. Nun will ich morgen die Heizkörper entlüften und damit die Heizperiode einleiten.


    Ja, das alles hat mein Liebster immer gemacht, mittlerweile habe ich so viele Aufgaben übernommen, das hätte ich nie für möglich gehalten.

  • Ich versuche gerade mal eben meine Gedanken zu sortieren....


    Die Nachrichten aus den Medien die mehr negativ als positiv sind, lassen mich ohne Worte sein....


    Hm...ich sollte mich mehr auf mein privates Umfeld konzentrieren, denn dort habe ich die Möglichkeit nach Lösungen zu suchen wie immer die auch gerade aussehen mögen..


    .

    • Official Post

    Liebe Anka,

    das ist ein Phänomen, dass ich mir ebenso nicht erklären kann. Dennoch weiß ich, dass genau diese (negativen) dominierenden Nachrichten in all unseren Medien keinesfalls für unsere psychische Gesundheit beitragen. Dabei helfen ab und zu ganz simple herzerwärmende Spielfilme.


    Lieben Gruß


    dry

  • Lieber Jörg,


    Deine Gedanken stimmen mit meinen überein.


    Auch wenn es oft nicht leicht ist sich trotz der negativen Einflüsse von "draußen" auf etwas schönes zu konzentrieren, ein Versuch ist es allemal wert.


    Es gibt leider Dinge im Leben auf die wir keinen Einfluss haben, so ist nun mal das Leben.....


    Es geht weiter, vielleicht anders als vorher, man wird sehen.....


    Lieben Gruß

    Anka

    • Official Post

    Liebe Anka, lieber Jörg,


    ich kann sehr gut verstehen, was ihr meint. Das mal voraus geschickt.


    Manchmal aber regt sich in mir unglaublicher Widerstand und z.B. kein Film der Welt (oder fast kein Film) hat das Zeug dazu, mich umzustimmen oder zumindest da kurzfristig raus zu holen.


    Als ich damals, noch sehr jung, von einem oberen Stockwerk, in dem ich mich zufällig befand hinunter auf die Straße schaute (Frankfurter Zeil) und dort sah wie hunderte von Leuten gegen den Vietnamkrieg demonstrierten, durchzogen mit großen Plakaten und verhemente Reden hielten, war mir klar, dass ich auch dagegen bin, dass sich Menschen gegenseitig umbringen, dass alles zerstört und verbrannt wird und überall Verheerung herrscht. Krieg gehört einfach nicht mehr dazu, dachte ich und wollte auch runter auf die Straße. Aber die Gebäude entlang der Zeil waren alle abgeschlossen, konnte nicht raus.


    Dieses Erlebnis und danach viele andere haben mich geprägt. Ich stelle mir vor, alle oder zumindest viele Menschen würden überall und untereinander heftigst gegen Krieg sein - ohne Ausnahme - und sie würden dauerhaft darauf drängen, dass Streit um Land, Ressourcen, oder was auch immer mit Intelligenz aus der Welt geschafft wird und nicht mit Tod und Teufel immer weiter getrieben ...


    Tja, das ist "blauäugig" oder? Der Traum einer einfach strukturierten Frau? Die Welt ist vielschichtiger, da ist Krieg manchmal unvermeidbar, vor allem wenn ein Land das andere terrorisiert? Keine Intelligenz der Welt kann das ändern?


    Aber ich habe Hoffnung und die soll man ja niemals aufgeben.


    ALFrieda

    • Official Post

    Liebe Anka,

    es ist immer und stets ein Versuch wert :) Mir selbst fällt extrem auf, dass die negativen die positiven Nachrichten erheblich übersteigen. Auf Dauer wirkt dieses selbstverständlich auf unsere Psyche aus. Daher lasse ich mich gerne auch einmal von - zugegeben - sehr eintönig, harmonisch, das Herz doch einnehmenden, manipulativen Berichterstattungen und Spielfilmen beeinflussen.


    Lieben Gruß


    dry

    • Official Post

    Liebe Frieda,


    es geht nicht um Manipulation oder Propaganda mit der dazugehörigen "Hirnwäsche". Es geht vielmehr um Psychohygiene.

    • Official Post

    Sicher, Frieden ist so eine Sache und du wirst leicht verlacht oder vielleicht nicht mehr ganz ernst genommen, wenn du diesen Wunsch äusserst. Und ich weiss es auch, dass echter Frieden in jedem Menschen selbst beginnt.


    Wie kann ich für Frieden sein, wenn es in mir selbst kriselt ... aber gegen Krieg darf ich doch sein? Gegen diesen Irrsinn? Gegen diese Unmenschlichkeit? Gegen diese Schande?


    Ich wünschte, dass viele Menschen so auf Kriegsgeschehen reagieren würden und nicht sagen, dass sie es halt hinnehmen müssen, weil sie nichts dagegen tun können.


    Natürlich ist es völlig daneben, sich Infos über schlimme Geschehnisse in dieser Welt reinzuziehen und darunter zu leiden, dass es keine Möglichkeit gibt, das zu beeinflussen.


    Ich kann keine Vulkanausbrüche verhindern, keine Naturkastastrophen stoppen. Aber ich kann Unmenschlichkeiten sehen und mich öffentlich dagegen stellen. Macht uns das nicht zu Menschen, dass wir solche Geschehnisse versuchen zu verhindern, zu unterbinden und sie der Vergangenheit angehören lassen wollen?


    Irgendwann wird es keinen Krieg mehr geben auf diesem Planeten. Wie bald das sein wird, das liegt an jedem Einzelnen von uns.


    ALFrieda

  • Ich bin zu Hause und sehe den Regen, der draussen an die Fenster peitscht. Und telefoniere mit einem Ehepaar, die sehr alt sind, er ist Mitte 90 in einem Alter,

    in dem mein Vater gestorben ist. Aber der Mann lebt noch zu Hause, geht einkaufen, ist aber doch recht schwach. Und ich habe Angst, dass er der nächste ist.

    Und ich fühle mich gar nicht wohl, auch meine Erkältung sie plagt mich noch.

    Ich erzähle gerade von meiner Mutter, die blind operiert wurde und dann an der Dialyse verstorben ist.


    Soviel von Matthias

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