Ich trauer um mein Lieben Mann, er wurde mir einfach weggenommen

      Ich trauer um mein Lieben Mann, er wurde mir einfach weggenommen

      Mein Mann und der Vater meiner drei Kinder ist am 1.1.18 nach einer OP verstorben , wir sind immer noch alle fassungslos und wollen es nicht glauben , denken immer noch er kommt gleich um die ecke , es ist so schwer es zu glauben . Er war viel zu Jung. Alle haben Ihn gesagt die OP wird gutgehen seine werte alles war gut für die OP und dann passiert doch sowas , das macht ein so wütend man möchte am liebsten die Ärzte zur Rechenschaft ziehen.
      ​Ich versuche irgendwie damit klar zu kommen ,meine Kinder unterstützen mich sehr , bin auch froh das sie alle jemanden haben der sie unterstütz damit klar zukommen . Lese hier auch viel über andere betroffene, wünsche allen viel Kraft und Hilfe von den Angehörigen .

      ​Lieben Gruß Belinda68
      Hallo Belinda,

      mein aufrichtiges Beileid. Es ist völlig normal, dass du das noch gar nicht glauben kannst. ich weiß jetzt nicht, was das für eine OP war. Aber so wie du das schreibst, hat keiner damit gerechnet, dass dein Mann daran sterben könnte. Umso fassungsloser seid ihr jetzt alle. Das kann ich gut nachvollziehen. Was du jetzt brauchst ist viel Geduld. Im Augenblick funktionierst du wahrscheinlich nur, auch für deine Kinder. Auch das ist nur zu verständlich.

      Ich wünsch dir viel Kraft und schreib immer hier, wenn dir danach ist, es hilft sehr.

      Liebe Grüße

      Claudia
      Liebe Belinda, auch leises liebes Willkommen hier bei uns.
      So schwer das alles, so frisch auch, wie solltest du da begreifen, außer dem Wissen, das darf ja alles so nicht, das war eine OP die Vorrausetzungen gut.
      Keiner konnte damit rechnen und doch ist es nun so.

      Wie schön das du nicht allein bist, wenn es auch ebdeutet, das nicht nur du trauerst, leidest.
      Ihr aber miteinander und jeder für sich Menschen um sich hat, die da sind.
      Das alles braucht seine Zeit, deine Zeit, eure Zeit, der Weg will gegangen werden, er ist nicht einfach aber schaffbar in deinem Können, in eurem.

      So wünsche ich dir alles, was es dazu braucht.
      Wünsche ich auch dir und deinen Kindern die Kraft und Hilfe die es da noch braucht.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Also ich kann die Wut gut verstehen und mir hilft sie auch.

      Mein Mann wurde Freitags wegen Hypercalcemie nach Nierenkrebs-OP in KH eingewiesen.
      Abends wurde er dann ganz schnell operiert, da man von einem Abzess ausging. Da war aber nichts.
      Samstag ging es ihm gut.
      Sonntag morgen klagte er über Schwindel, 2 Stunden später hatte er einen Blutdruck von 70:50!
      O-Ton der 3 Ärzte vor Ort zu mir: Keine Panik, das sind Kreislaufprobleme, die kommen vom Liegen und vom Stress.
      Die massive Magenblutung, die dahinter steckte, haben sie erst gemerkt, als er Blut gespuckt hat und dieses auch eingeatmet hat.
      Es folgten 3 Magenspiegelungen, alles unter Vollnarkose und mindestens 3 Bluttransfusionen.
      Danach hat sich sein Zustand täglich verschlechtert.
      Donnerstags wurde er wieder aufgemacht. O-Ton des Oberarztes: Da muss eine Entzündung sein, anders sind die Blutwerte nicht erklärbar.
      Da war aber genau wie 6 Tage vorher nichts! Sie haben seinen Bauchraum gespült und 2 Tage später war er tot!!!

      Auf zwei eigenen Beinen ins KH und 7 Tage später im Sarg raus. Und da soll man nicht wütend sein!

      Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass wir nicht einmal angerufen wurden, wenn es eine Veränderung gab.
      Weder wusste ich von den 3 Magenspiegelungen, im Gegenteil ich wurde sogar wieder nach Hause geschickt, weil keine Besuchszeit sei, obwohl mein Mann kurz vorher schon beinahe gestorben wäre. Ich stand also vor der Tür und dachte, meinem Mann ginge es gut und nicht dass er intubiert werden musste. Und auch meine Bitte, mich anzurufen, wenn es ihm schlechter ginge, wurde tunlichst ignoriert, es kam nur der Anruf, Leider müssen wir Ihnen mitteilen...

      Und da soll man nicht wütend sein!!!
      Ach ja, eine Rechnung für die eine Woche Zimmeranteil habe ich nie erhalten. Gibt einem zu denken, oder?
      Nein Wut bringt nicht viel ,das weis ich auch , mann sucht aber immer Gründe dafür , und das Warum mein Mann ist Silvester selber ins Krankenhaus gefahren , er stand erst seit 1 Monat auf der Spenderliste für 1 Neue Leber und er freute sich das es so schnell ging ,kam auch nur weil er auch ein Leberkrebs dazu bekam zur Leberzirrhose .Und Neujahr wurde er Operiert und es hat eigentlich alles gut geklappt die Operation und die neue Leber war gut , aber dann stieg sein Kalium wert so hoch und den bekamen sie nicht wieder runter mit Medikamenten und dadurch ist der Kreislauf zusammen gefallen und er hatte ein Herzstillstand . Warum der Kalium wert so hoch ging wissen die Ärzte auch nicht . Kann mit sein Diabetes zusammen hängen. Oder auch seine Tabletten die er ja schon seit 2 Jahren genommen hat .sagten Sie.
      Mann fragt sich nur warum ,wenn die Ärzte das nicht mal wissen oder die verschweigen auch das da vielleicht noch was anderes passiert ist und darüber zerbricht mann sich den Kopf , er war auch nicht der Schlankste und hatte zudem noch viel Acites (Wasser im Bauch)
      Du bist verzweifelt und gibst den Ärzten die Schuld. Natürlich kann eine Hypercalcämie eine ganze Reihe von Ursachen haben, die häufigste Ursache ist jedoch leider ein bösartiger Tumor, der irgendwo im Körper steckt und auf die Knochen ausstrahlt. Es gibt eine Menge, was wir inzwischen über den menschlichen Körper wissen, und zum Glück bekämpfen wir nicht mehr nahezu jede Krankheit, wie noch vor einigen Jahrzehnten, mit Aderlass, aber haben die Ärzte inzwischen eine vollständige Betriebsanleitung für Menschen? Ist der menschliche Körper ein Computer, bei dem jeder Arzt weiß, welche Knöpfe zu welchem Ergebnis führen? Nein, leider (oder zum Glück) nicht.

      Als mein Sohn im September 2016 ins Krankenhaus kam, war er für mich der einzige Sohn, der dort lag. Für den Arzt war er einer von mindestens 100 Patienten, um den er sich kümmern sollte. Er hatte aufgrund seiner Laufbahn und aufgrund seines Studiums seine Erfahrungen, die weder Lucas noch ich hatten. Ich hatte ein Gefühl, dass es etwas Schlimmeres als Vasculitis war, mehr nicht. Der Arzt hatte schon viele Patienten mit Vasculitis gesehen und verglich die Symptome von Lucas mit den Symptomen der anderen Patienten. Er tat das, was jeder von uns tun würde, und er lag falsch. Ist er deshalb schuld? Nein.

      Nach meiner Erfahrung aus meinem direkten Umfeld führt Krebs zu Krebs. Praktisch alle Menschen, die ich kannte und bei denen Krebs diagnostiziert wurde, starben am Krebs. Zum Beispiel Adi, der Freund meiner Mutter, wurde erfolgreich wegen Prostatakrebs behandelt und starb ein paar Jahre später an Lungenkrebs. Ein Nachbar, dessen Blasenkrebs erfolgreich behandelt wurde, starb an Krebs in der Leber. Vielleicht ist Krebs eine Frage der Veranlagung, vielleicht kreist er auch, wenn er einmal da ist, automatisch mit im Blutkreislauf, ich habe keine Ahnung. Ich würde, sollte einmal bei mir Krebs festgestellt werden, auch weiter jeden einzelnen Tag genießen, weil ich das Gefühl hätte, ich hätte nicht mehr lange zu leben.

      Oft höre ich von Menschen, die eine schwere Krankheit haben und bei denen die Ärzte die letzten Wochen oder Monate zur Hölle machen trotz des Wissens, dass es zum Schluss nichts bringt. Für die Ärzte und Krankenhäuser ist das vollkommen nachvollziehbar. Eine Blinddarmoperation zum Beispiel ist für das Geld, das eine Krankenkasse dafür zahlt, nicht durchführbar. Bei schwereren Krankheiten sind Krankenhäuser gezwungen, das Geld zu verdienen, das auch "normale" Krankheiten diese Häuser kosten. Sind die Krankenhäuser deshalb schuld? Oder die Ärzte? Welcher Arzt soll sich vor einen final kranken Menschen und seine Familie stellen und ihm sagen, dass nichts mehr zu machen ist? Wer soll sagen, dass dieser Mensch mit Schmerzmitteln nach Hause gehen und seine letzten Tage oder Wochen so weit wie möglich genießen soll? Besonders dann, wenn dieser Mensch erst 30 oder 40 Jahre alt ist, würde das als Herzlosigkeit gedeutet, dabei wäre es manchmal einfach die Wahrheit und die bessere Alternative.

      Die Medizin ist weit, aber nicht allwissend. Ein hoher Kalium- oder Kalziumspiegel kann auf einen ungesunden Lebenswandel hindeuten, eine minimale Störung, aber auch auf einen bösartigen Tumor. Die Flecken auf den MRT-Bildern meines Sohnes konnten eine Vaskulitis sein, aber auch ein Hirntumor. Sollte einem 17-Jährigen wegen der relativ geringen Gefahr eines Tumors der Schädel geöffnet werden? Ja, es war ein Tumor. Aber, so schlimm es klingt, manchmal werden Kinder auch auf dem Bürgersteig überfahren. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering, aber sie ist da. Das ist aber kein Grund, Kinder nicht mehr aus dem Haus zu lassen.

      Ärzte sind Menschen, die jeden Tag mit kranken Menschen zu tun haben. Trotzdem sind sie Menschen. Und sie machen auch Fehler, sind mal unausgeschlafen, schlecht drauf, haben sich gerade von ihrem Partner getrennt oder selbst gerade einen Angehörigen verloren. Das alles passiert. Ärzte sind keine Roboter, obwohl sie von Krankenhausleitungen oft so behandelt werden. Wenn ich einen Computer repariere, dann tu ich auch das mit größter Sorgfalt, einfach weil es mir Spaß macht. Trotzdem kann mir ein Fehler passieren. Ärzten auch. Möchte ich deshalb in 20 Jahren von einer Maschine operiert werden? Ich zumindest nicht.

      Die Trauer unter Wut zu begraben ist einfach. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, suchen wir immer nach Gründen. Als bei Lucas ein Hirntumor diagnostiziert wurde, gab seine Mutter zuerst dem Handy meines Sohnes die Schuld. Wie viele Kids laufen da draußen mit Handy am Ohr durch die Gegend? Und wie viele davon bekommen einen Hirntumor? Vielleicht war ja tatsächlich das Handy schuld, und vielleicht war Lucas sensibler auf Handystrahlung als andere Jugendliche. Scheiße passiert. Vielleicht würde Lucas heute noch leben, wenn sofort auf einen Tumor untersucht worden wäre. Vielleicht wäre er aufgrund der Behandlung dann aber schon viel früher gestorben.

      Vielleicht wäre Dein Mann nicht gestorben, wenn er sofort "richtig" behandelt worden wäre. Vielleicht wäre er aber schon am nächsten Tag gestorben, wäre er nicht ins Krankenhaus gegangen.

      Wut kann die Trauer nicht ersticken. Wut macht Trauer am Ende nur schrecklicher, weil sie einen bewussten und reflektierten Umgang mit dem Verlust verhindert. Viele Menschen, die die Schuld am Tod eines Angehörigen bei anderen Menschen suchen, leiden noch nach Jahren. Wichtiger ist doch, für sich selbst einen Weg zurück ins Leben zu finden. Das heißt, dass man den Menschen, den man verloren hat, nicht vergisst, aber lernt, mit dem Verlust zu leben. Das sind wir diesen Menschen schuldig. Wut und Hass bedeuten für mich, auf das Grab meines Sohnes zu pinkeln, weil ich die Zeit, die ich dafür verschwende, sein Andenken nicht hochhalte. Und sein Andenken halte ich nur dann hoch, wenn ich das Leben so lebe, wie es mich wieder glücklich macht und so liebe, wie er es getan hat.

      Viel Kraft und liebe Grüße,

      Marcus
      Klare deutliche Worte, ehrliche Worte, harte Wahrheiten, die ich da lese - deine Wahrheiten aber, lieber Markus.

      Vielelicht auch die Wahrheit, für viele andere, die so denken, weil mehr wissen, anders denken, anders als ich jedenfdalls.


      Mehr Worte finde ich gerade nicht, aber genau deswegen, bewege ich mich hier im Forum, weil es hier anders ist, als da Draußen, wo alle mehr wissen, mir ihre entgegen schleudern, Worte, die ich ich so in frischer Trauer nicht wirklich verstehen kann, hier, wo meine Wut egal ob berechtigt oder nicht auf Verständnis trifft, dass sie überhaupt da ist - wo ich lese das es auch anderen so ähnlich gegangen ist.
      Und vielfach in den Gesprächen die Wut bearbeit, verarbeit werden kann und nicht selten das Bewusstsein eintritt, es war nichts zu ändern, einfach Schiksal aber ebenso das ein Ärztefehler festgestellt und dem nachgegangen wird.

      Wut wenn sie denn da ist, die muss raus, jeder hat so seine Art, der eine laut, der andere leise.
      Für mich spricht sie von Hilflosigkeit in der Situation, Wut aus Liebe, Wut aus Unvermögen zu verstehen einfach, was da passiert ist, warum es passiert ist, das alle Hoffnungen einfach weggewischt im Abschied enden.

      Wir alle hier sind keine Spezialisten, ich denke dann eher einfach Menschen mit Herz, die sich versucchen einzufühlen, einfach da sind.
      Klare Worte, die finden wir da Draußen zu genüge, und nein ich mag nicht sofort mit allem Wissen das ich gesammelt habe über einen frisch trauernden Menschen herfallen.

      Ich habe nichts vergessen, werder meine Hilflosigkeit, noch die Hilfe die ich in diesem Vorgängervorum erfahren durfte und gerade, bin ich dankbar dafür, auf andere Worte getroffen zu haben, wie ich sie gerade von dir lese.
      Wahrheiten müssen Wahrheiten bleiben, dafür bin ich auch, aber auch die sollten ihre Zeit haben in jedem von uns ankommen zu dürfen.
      In einer gesunden Zeit natürlich, und nicht selten raten wir hier dann zu fachlich kompetenter Hilfe, wenn sich jemand völlig zu verrennen scheint.

      Und was mir wichtig ist, aus selbst erfahren müssen, Ärzte machen Fehler, aber dazu sollten sie dann stehen, offenen ehrlich Worte sind mir von einem Arzt lieber als dumm stehen gelassen zu werden, nicht informiert zu werden, das gibt vielfach die ZEit, die einem am Ende fehlt, weil man nur in unbegründeter Hoffnung vertraut hat.

      Soviel dazu erst einmal, und keines meiner Gefühle aus Liebe und Hilflosigkeit die ich je gefühlt habe, war gegen meinen Sohn gerichtet, ich empfinde das im Gegenteil, das alles ist Abfolge dessen, was in mir statt findet und Wut gibt dem ganzen manchmal einfach eine Stimme, den Ausdruck meiner Gefühle.
      Hass ist da etwas anderes, für mich unbearbeite, unausgesproche Wut die sich einfach weiterentwickelt.
      Das sind meine Worte, weil ich einfach ich bin.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Hmmm also wenn ich Deinen Beitrag so lese Marcus dann fällt mir eins ganz besonders auf : Du versuchst Deine Gefühle durch Logik zu ersetzen denn wenn man sich Dinge logisch erklärt tun sie nicht so weh.......das mag Deine Art von Trauer sein, hat aber z.B. mit der meinen nicht das geringste gemeinsam......und mit Verlaub gesagt auch nicht mit diesem Forum......

      Dieses Forum wurde geschaffen damit Menschen in Trauer Ihre Gefühle ansprechen können, zum Ausdruck bringen können und nicht zuletzt dafür zu bemerken das all diese Gefühle in dieser extremen Ausnahmesituation richtig und gut sind........da ist Wut, Schuld, Schuldzuweisungen, Angst, grenzenloser Schmerz, Einsamkeit, Egoismus kurz gesagt das alles ist Trauer !
      Du hast z.B. in einem anderen Beitrag einer Userin geschrieben : ( ich zitiere jetzt sinngemäß )" hätte Deine Mutter sich zu Lebzeiten mehr um Freunde bemüht hätte Sie nicht alleine sterben müssen".......kann man so sehen aber glaubst Du das solche Aussagen besonders hilfreich sind ? Glaubst Du das mindert die Schuldgefühle ? Ich antworte mal mit einem klaren nein !

      Zitat :" Die Trauer unter Wut zu begraben ist einfach ". "Scheiße passiert "..........Zitatende. Du nennst das einen bewussten und reflektierten Umgang mit dem Verlust aber bei allem Respekt ich nenne das verdrängen . Natürlich kann ich einem Kind das vorm Donner Angst hat erklären das sich da nur zwei Luftmassen treffen nämlich eine kalte und eine warme aber das wird dem Kind die Angst nicht nehmen und das will das Kind auch nicht hören ......es hat trotzdem Angst.....was kann ich nun stattdessen tun ? Hmm ja ich kann das Kind in den Arm nehmen, kann seine Angst ernst nehmen und für das Kind da sein.......und genau das möchte das Kind !

      Und genau das ist das Prinzip dieses Forums......ernst nehmen, da sein,zuhören, versuchen aufzufangen wenn der Andere nicht mehr weiter weiss, Hilfestellung geben und vor allem Hoffnung machen das diese furchtbaren Gefühle weniger werden, das es irgendwann nicht mehr so weh tut........aber das alles braucht Zeit....und Zeit ist individuell....jeder in seinem Tempo.......dafür steht dieses Forum. Hier hat Wut, Angst, Ungerechtigkeit, Einsamkeit, Verwirrtheit, Unsicherheit, Traurigkeit und was weiss ich noch alles seinen Platz....hier in diesem Forum.....

      Warum schreibe ich das jetzt hier : ganz ehrlich weil ich finde das Du in gewisser Weise recht anmaßend auf verschiedene Beiträge geantwortet hast und Du versuchst anderen Trauernden Deine Art der Trauer als die einzig richtige zu " verkaufen "..........
      In dieses Forum gehören Gefühle.......leider sind es keine schönen ja ich glaube sagen zu können die schlimmsten die ein Mensch ertragen kann/muss........dieser Gefühle jedoch mit logischen Erklärungen Herr zu werden ist nicht angebracht......denn mit Verlaub gesagt solche Erklärungen so denke ich mal, möchte niemand hören......
      Wenn es so einfach wäre bräuchten wir das Forum nicht......denn dann würde mein Verstand mir all die Dinge sagen und was würde dabei rauskommen ?
      Okay der Arzt hat keine Schuld, ich hab keine Schuld, das Auto oder mein überfahrener Partner waren zur falschen Zeit am falschen Ort, wenn er/sie nicht gestern gestorben wäre dann eben erst übermorgen Fazit : der geliebte Mensch ist tot es war eben seine Zeit und fertig.......tja und doch ist es nicht so einfach.......denn dann sind da immer noch Gefühle.......Einsamkeit, Angst vor der Zukunft, finanzielle Ängste etc.........und wie erkläre ich die mit Logik ? Ach ja ich hätte mich zu Lebzeiten um mehr Freunde kümmern können, ich hätte ja arbeiten gehen können um jetzt nicht finanziell so eng gestellt zu sein etc........nein so einfach ist es eben doch nicht........
      Man kann Gefühle nicht mit Logik übertünchen denn sie sind um ein vielfaches trickreicher als der Verstand......und das wir es nicht ändern konnten wissen wir alle hier, denn dann hätten wir es getan um jeden Preis.......

      LG
      Mäusi
      Vielen Dank, Mäusi - da kann ich voll zustimmen.
      Und nein, ich bin nicht wütend, dass mein Mann gestorben ist. Na, ja vielleicht schon -aber ehrlicherweise muss ich sagen, dass ihm viel erspart geblieben ist, das Ergebnis wäre Monate später genauso gewesen und ob die Zeit bis dahin lebenswert gewesen wäre, wage ich zu bezweifeln.

      Ich bin aber wütend auf die Ignoranz des Personals, ob Ärzte oder Pfleger, die die Angehörigen nicht einbinden.
      Wie kann ich die Frau wegschicken, nachdem man "Grüßen Sie meinen Mann + sagen sie, dass ich heute mittag dann komme" übermittelt hat, obwohl ich weiß, dass er im künstlichen Koma liegt + die Frau das wohl noch nicht weiß? Da wollte wohl jemand seine Ruhe haben.
      Wie kann ich auf die Frage, der Ehefrau "Sind die Blutwerte wieder im Normalbereich?" im Beisein des Patienten sagen, "Bei seinem Krankheitsbild werden die nie wieder normal"?
      Und das Allerschlimmste, obwohl ich weiß, dass die Frau jeden Tag solange wie möglich da ist: Wie kann ich einem Patienten, ohne dass jemand an seiner Seite ist, sagen, dass es keine Optionen mehr für ihn gibt?
      Ja, ich bin wütend! Nicht über eventuelle Fehler, sondern über die Ignoranz und Selbstherrlichkeit dieser Halbgötter in Weiß, die leider vergessen, dass ihnen kein Stück Fleisch, sondern ein lebender, fühlender Mensch mit Angehörigen, die ihn lieben und ihm in schweren Situationen zur Seite stehen wollen, gegenüber liegt.

      Wie gesagt, auch ich bin ein logisch denkender Mensch, der schon sehr schnell klar wurde, was für ein Glück Manfred eigentlich hatte, so schnell gehen zu dürfen. Aber ich hätte mich schon gerne verabschieden können und ich wäre sehr gerne an seiner Seite gewesen, als er gehen musste.
      Und das wurde mir nicht ermöglicht, Punktum!!!
      Und daher bin ich wütend und habe auch ein Recht darauf!

      Mäusi schrieb:


      Du hast z.B. in einem anderen Beitrag einer Userin geschrieben : ( ich zitiere jetzt sinngemäß )" hätte Deine Mutter sich zu Lebzeiten mehr um Freunde bemüht hätte Sie nicht alleine sterben müssen".......
      Mäusi


      Ja, da muss ich schon auch sagen, dass so eine Aussage doch sehr realitätsfern klingt! Welche Freunde haben denn bitte Zeit und Lust an einem Sterbebett zu sitzen?? Da muss man schon den Sechser im Lotto ziehen, dass a) dazu jemand überhaupt bereit ist und b) dann auch noch die nötige Freizeit dafür hat. So etwas ist normalerweise schon Aufgabe der Familie, und selbst dort kann es leider nicht immer so geleistet werden, wie man es sich wünschen würde, da man eben in der Regel noch einen Job und/oder familiäre Verpflichtungen hat.
      Zwei meiner Freundinnen - mit einer davon war ich 30 Jahre eng befreundet! - haben es nicht mal fertig gebracht, mich in der Trauer angemessen zu unterstützen, ans Sterbebett will ich da gar nicht denken!! Stehe hier völlig allein mit einer Haushaltsauflösung und muss mich mit einer Schwester herumschlagen, die mir freundlicherweise mit dem Anwalt droht, und das Einzige, was einer (nun ehemaligen) Freundin dazu einfiel war: Ha, ha, ha, lach, lach, vielleicht hast du ja noch Goldstückchen von deiner Mutter irgendwo gefunden?
      Hallo Belinda68,

      ich kann dich sehr gut verstehen. Auch ich habe meinen Mann nach schwerer Krankheit verloren. Obwohl ich wusste, dass er sterben wird, ging es auf einmal alles so schnell. Die Ärzte hatten uns vier Wochen vor seinem Tod noch Hoffnungen mit weiteren Therapien gemacht.
      Ich habe ständi Heulkrämpfe und fühle mich sooo allein. Im Haus sehe ich ihn überall, deshalb suche ich nun auch eine andere Wohnung.

      Ich wünsche dir viel Kraft!

      I.

      Curlygirl schrieb:

      Hallo Belinda68,

      ich kann dich sehr gut verstehen. Auch ich habe meinen Mann nach schwerer Krankheit verloren. Obwohl ich wusste, dass er sterben wird, ging es auf einmal alles so schnell. Die Ärzte hatten uns vier Wochen vor seinem Tod noch Hoffnungen mit weiteren Therapien gemacht.
      Ich habe ständi Heulkrämpfe und fühle mich sooo allein. Im Haus sehe ich ihn überall, deshalb suche ich nun auch eine andere Wohnung.

      Ich wünsche dir viel Kraft!

      I.
      Hallo Curlygirl, mir geht es auch so ,das Haus ist groß und die Erinnerung ist überall. Ich werde auch umziehen in die nähe meiner Kinder ,hier bin ich zu alleine , aber das geht alles nicht so schnell dauert alles seine Zeit , ich höre abends viel Musik auch wenn ich dann auch viel weine aber ich muss immer daran denken an die letzten Stunden die ich mit meinen Mann gemeinsam hatte . Silvester , es war alles noch so schön meine Tochter ist 20 geworden wir haben mittags noch mit der ganzen Familie zusammen gebruncht schön bayrisch und hatten abends auch noch einen schönen Silvester Abend zu zweit . Ich wünsche dir auch noch viel kraft L.G
      Liebe Marion!

      Ja du hast ganz recht mit den Freunden ist das so eine Sache,wenn es einen gut geht sind sie da aber in aller Traurigkeiten lassen sie mich allein.Da wird nicht mal gefragt wie es mir geht (aber auch in der Verwandschaft sieht es auch nicht anders aus)
      Wenn ich nicht mal zum Telefon greife, bei mir ruft keiner an.Bin froh das meine Kinder und Enkel mich nicht fallen lassen sie sind immer für mich da wenn ich sie brauche.
      Aber ich kann es schon verstehen ,solange man nicht selbst betroffen ist kann man es nicht nachfühlen.Aber irgend wann trifft es jeden.
      LG Christine
      Hallo Belinda68,
      danke für deine lieben Worte. Meine Tochter hatte am 1.1. Geburtstag, sie wurde 25. Hat deine etwa an Silvester? Mein Sohn wurde am 19. 1. 21 Jahre alt. Es sind nicht die Kinder meines Mannes. Für meinen Sohn ist es sehr schwer, weil er praktisch wie ein Vater für ihn war. Zu seinem richtigen Vater hat er kaum Kontakt.
      Silvester konnte ich leider nicht mehr mit meinem Mann verbringen, weil ich ihn am 30.12. ins Krankenhaus fahren musste...:(
      Ich möchte auch umziehen. Es ist aber nicht einfach eine geeignete Wohnung zu finden, weil ich zwei Katzen und einen Hund habe...

      Liebe Grüße I.
    Liebeskummer Sorgen Forum