Mein Papa starb an Krebs

      Mein Papa starb an Krebs

      Nachdem ich im "Vorstellungsbereich" gerade mich ein wenig vorgestellt habe, möchte ich hier einen Teil meiner "Geschichte" schreiben, die mich in diesem Forum hat landen lassen.

      Anfang des Jahres kam mein Papa mit schlechten Leberwerten ins Krankenhaus.
      Das war nichts ungewöhnliches, denn er war öfter mal im Krankenhaus, aber nie so, dass man sich ernsthaft Sorgen machen musste.
      Die schlechten Leberwerte - das war uns irgendwie allen klar - kamen wohl von den Medikamenten, die er als Schmerzpatient nehmen musste
      und schon bald würde Papa wieder zu Hause sein. Nie hätte ich zu dem Zeitpunkt gedacht, dass er nicht mehr nach Hause kommen würde.

      Nach einer Woche Krankenhausaufenthalt erfuhren wir, dass mein Papa einen Tumor hatte. Von da an gab es ein ständiges Auf und Ab.
      Immer wieder wurden wir von Arztgespräch zu Arztgespräch vertröstet. Woche um Woche warteten wir auf neue Informationen.
      Man könne noch nicht mit einer Behandlung beginnen, weil man nicht wisse, welche Krebsart es genau sei. Schlussendlich war es Bau speicheldrüsenkrebs.
      Man hatte zwischenzeitlich mit einer leichten Chemo begonnen, die gegen alle Krebsarten "ein bisschen" helfen könnte.
      Der Tumor wuchs unerwartet schnell. Die Morphiumdosierung wurde immer weiter erhöht - richtig ansprechpar war mein Papa seit der ersten Woche im Krankenhaus nicht mehr.
      Ich konnte zwar mit ihm sprechen, aber aufgrund der hohen Dosierung der Medikamente war er irgendwie nicht mehr er selbst.
      Manchmal hatte ich das Gefühl, als würde ich mit einem Kind reden. Seine Konzentration ließ immer schnell nach und manchmal war ich mir nicht sicher,
      ob er überhaupt wusste, dass er Krebs hatte. Es war eine merkwürdige Situation für mich. Er war doch mein Papa. Ich habe ihn immer aus der kindlichen Sicht betrachtet und vermutlich selten objektiv. Er war immer so stark. Hatte auf alles eine Antwort. Ihn so verletzt und irgendwie "klein" zu sehen, damit kam ich nicht zurecht und komme es auch jetzt nur schwer, wenn ich an diese Zeit denke.
      Die Schmerzen wurden nach wenigen Wochen nur so unerträglich, dass die Schmerzmittel ihn schließlich "ruhig gestellt" haben. Er schlief. Als seine Schwester ihn nochmal zum Abschied besuchte, murmelte er auf Plattdeutsch "Da kümmt noch een". Danach wachte er nicht mehr auf. Das Todesrasseln dauerte vier Tage, dann verstummte er.
      Meine Mutter war bei ihm, als es passierte und mein Mann und ich fuhren auch gleich hin. Die Schwestern im Krankenhaus ließen uns ganz viel Zeit, aber ich konnte das Zimmer nicht betreten. Ich sah nur kurz in sein gelbes Gesicht (Die Leber war voller Metastasen und versagte schließlich) und wartete auf dem Flur auf meine Mutter und meinen Mann.
      Eine der Schwestern war sehr herzlich. Sie stand seitlich neben mir und legte ihre Arme um mich und drückte mich an sich.
      Er fehlt mir so sehr.
      "Liebe macht Trauer erst möglich." - E. Klepgen
      Hallo Meri

      Mir geht es jetzt so, wie Dir damals.

      ich bin 31, mein Vater ist 59.Er ist seit knapp 8 Wochen im Krankenhaus und jetzt im Hospiz wegen Tumoren in der Leber. Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Meine Freunde und Bekannten sind auch größtenteils überfordert, denke ich. Kurz nach der Diagnose wurde ich fast täglich gefragt wie es ist, jetzt ebbt es immer mehr ab. Dabei wird es gerade jetzt immer schlimmer mental, weil einfach bald Weihnachten ist und er bald sterben wird. Und ich sitze alleine zu Hause oder kümmere mich um meine Mutter, die verständlicherweise mehr als am Ende ist. Ich bin Einzelkind und vieles lastet auf mir ganz allein. Ich weiß auch überhaupt nicht, wie die Zeit "danach" werden soll...Die Beerdigung ist quasi schon organisiert, obwohl er noch da ist....


      ...vielleicht können wir uns mal privat austauschen?

      Lg

      Bella
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