Das Leben geht einfach weiter.Aber ohne mich

      Das Leben geht einfach weiter.Aber ohne mich

      Hallo,mein Mann fehlt mir so sehr.Um mich herum geht alles seinen Gang.Ich nehme aber nicht teil.Mein Körper ist geschwächt von der tiefen Traurigkeit.Wie kommt man aus diesem tiefen Loch.Jegliches Bemühen scheitert.Am schlimmsten sind die Wochenenden.Man fühlt sich allein und nicht mehr anwesend.Ablenkung durch Bekannte oder Freunde helfen nur bedingt.Wie hält man das aus?Ich weiß,ich bin nicht allein mit meinem Schmerz.Es gibt hier soviele Schicksale.Aber das Schreiben hilft. Buffy
      Liebe Buffy,

      mir geht es gerade ähnlich wie Dir.
      Der Körper kann sich mit dem schlimmen Verlust einfach nicht abfinden. Ich weiss, wie Dir zumute ist.

      Ich sitze hier am PC und schreibe mir etwas meinen Trauerfrust von der Seele. Eben hatte ich wieder eine Panikatacke. Ich müsste wahrscheinlich sogar Nachmittags Medikamente nehmen, ich nehme sie morgens und abends.

      Ich lasse gerade im Hintergrund die schönen Videos ablaufen und erfreue mich daran, die Stimme meiner lieben Partnerin zu hören, die mir auch unendlich sehr fehlt.

      Ich wünschte, ich hätte etwas Ablenkung durch Freunde und Bekannte. Solche treffe ich manchmal auf dem Friedhof.
      Du hast Recht, das Schreiben des Trauerschmerzes von der Seele es hat mir sogar in meiner Panikatacke geholfen.

      Ich wünsche Dir auch aushaltbare Zeit in tiefer Trauer !

      Liebe Grüsse
      Matthias
      Liebe Buffy,

      gestern habe ich auf dem Friedhof gleich 3 Bekannte getroffen und mich mit ihnen ausgiebig unterhalten. Für einen Augenblick habe ich mich fast normal gefühlt.
      Ich war vorgestern mit meinem Vater in einer Trink-und Wandelhalle oberhalb des Pflegeheimes und habe versprochen, jetzt wenn es das Wetter zulässt, immer mit meinem Vater dorthin zu fahren. Man kann vom Heim barrierefrei dorthin fahren. Das ist grossartig. Das eine Ehepaar vom Friedhof ist auch oftmals in dem Ort, wo sich die Trink-und Wandelhalle befindet. Vielleicht treffe ich sie irgendwann sogar einmal mit meinem Vater dort.
      Ich freue mich immer darauf, zum Friedhof fahren zu können und nachmittags meinen Vater besuchen zu können. So komme ich mal hinaus, ohne dass ich allein zu Hause hocken muss, was mir fast wie eine Strafe vorkommt, auch wenn im Hintergrund am PC die Videos mit Doris Stimme laufen.

      Ich wünsche Dir, dass Du auch auf verständnisvolle Leute triffst.Die Trauer ist morgens besonders schlimm auszuhalten. Natürlich kommen auch tagsüber manchmal die Tränen, denn wir werden diese Menschen in unserem Leben nie wieder haben.

      Liebe Grüsse
      Matthias
      Lieber Matthias,so geht es mir auch.gestern war ich mit 3 Bekannten essen.Für ein paar Stunden ging es mir ganz gut.Aber zuhause ging es wieder los.Keiner da,dem ich von dem Abend berichten konnte.Die Traurigkeit nahm wieder ihren Platz ein.Die Stille ist nicht auszuhalten.Habe den Fernseher angemacht.Weiß aber nicht was lief.Hauptsache eine Geräuschkulisse.Heute habe ich das Treffen mit der Trauergruppe.Menschen die mich verstehen.Aber dann geht es wieder nach Hause.Ich habe jetzt schon Angst davor.Liebe Grüße Buffy
      Liebe Buffy,
      ich kann deine Geefühle gut nachvollziehen. Mein Mann ist ganz plötzlich am 16.5.21 eingechlafen ohne irgndwelche Anzeichen. Von jetzt auf gleich ist das Leben zerstört. Auch wenn liebe Menschen sich wirklich bemühen und da sind, so bin ich...sind wir ...trotzdem allein und einsam. Bei mir leuchtet jede Nacht da Licht und der Fernseher läuft. Ich brauche Geräusche. Versuche mich abzulenken mit den Kontakten, aber das hilft auch nur kurz. Mein Mann fehlt mir so sehr.
      LG
      Heike
      Liebe Buffy,
      es sind selten diese Treffen mit Bekannten auf dem Friedhof. Meistens sind dort auch nur Fremde. Und ich gehe gar nicht mehr in die Trauergruppe, dort waren immer nur 3 ältere Damen, die sich zum gemütlichen Kaffetrinken dort trafen und selbst dort kam ich mir mit meiner unendlichen Liebe um meine Dorit einsam vor. Es macht mürbe, alles allein machen zu müssen.
      Freut mich, dass Du wenigstens diese Kontakte hast. Trotzdem ist das einsame Leben kaum auszuhalten, auch ich habe immer zu Hause eine Geräuschkulisse. Ich setze mich an PC und lasse die Videos mit meiner lieben Dorit laufen. Im realen Leben draussen fehlt sie mir und ich bin allein, hab eigentlich ausser hier im Forum kaum jemand zum Reden.
      Bei uns sind die Corona-Zahlen wieder alarmierend nach oben gegangen, deshalb gelten wieder schwere Bestimmungen im Heim. Und das, wo ich mich so gefreut hatte, mit meinem Vater mal ins Cafe oder die Trinkhalle fahren zu können. Das war die letzte Freude, die ich am Tag noch hatte.
      Die fällt nun auch weg.

      Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren. – Johann Wolfgang von Goethe

      Liebe Grüsse
      Matthias
      Liebe r Matthias,in meiner Trauergruppe ist es ganz angenehm.Wir sind 7 Frauen und 1 Mann.Das Alter bewegt sich zwischen 50 und 68.Wir hatten wieder gute Gespräche.Man ist nicht allein mit seiner Verzweiflung.Mir geht es heute mal wieder nicht so gut.Diese ganz schlechten Tage rauben einem jegliche Energie.Ich werde gleich einen Spaziergang machen und hoffentlich den Kopf etwas frei kriegen.Ich wünsche dir,dass du deinen Vater wieder regelmäßig besuchen darfst.Corona macht alles noch schwerer.lg.Buffy
      Liebe Buffy,
      die letzten beiden Tage waren ganz o.k. Ich durfte mit einem Vater mit dem Rollstuhl aus dem Heim rausfahren und da sind wir in eine Trink-und Wandelhalle gefahren, die sogar vom Pflegeheim barrierefrei erreichbar war. Das hat mich etwas von der Trauereinsamkeit heruntergebracht.
      Aber leider geht es mir auch so wie den Anderen hier im Forum: Kaum ist man zu Haquse wieder allein, da sind all die schlimmen Trauregefühle wieder da und ich habe gestern früh sogar gegenh die wanmd gepocht, hatte wieder eine kleine Panikatacke. Habe mich an den PC gesetzt und im Forum etwas Trauerschmerz von der Seele geschrieben.
      Das Schlimme ist eben, dass die Verstorbenen nie wieder in unser Leen zurückkehren können.
      Aber ich glaube an das Weiterleben der Seele. Man kann sie aber nicht im realen Leben wahrnehmen, muss eben daran glauben. Es ersetzt aber das Fehlen in der diesseitigen Welt nicht. Da ist der schlimme Trauerschmerz immer präsent.
      Ich wünsche uns Allen, dass wir irgendwie den Tag herumbringen mögen.
      Ich sitze gerade bei meiner Hausärztin wegen meinem Ausschlag an der Haut. Manchmal da wünsche ich mir sogar, dass man sich in der geistigen Welt wiedertrifft.

      Liebe Grüsse
      Matthias
      Lieber Matthias ,das Schreiben hilft ein wenig.Gestern hatte ich wieder einen ganz schlechten Tag.Der Gang zum Friedhof fiel mir schwer.Danach habe ich viel geweint.Man will es einfach nicht akzeptieren,daß der Mensch ,der einen ein halbes Leben begleitet hat,nicht mehr da ist.Ich finde mich in meinem neuen Leben nicht zurecht.Diese Unruhe und Traurigkeit macht mich fertig.Gehe jetzt in den Park um nicht verrückt zu werden.Vielleicht geht es dann ein wenig besser.lg.Buffy
      Liebe Buffy,
      das Wandern in der Natur das ist mein täglicher Gang zur Grabstelle, weil ich auf dem Friedhof ein ganzes Stück unter Bäumen laufen muss. Heute war es ein kurzer Besuch, da es leicht regnete. Ich hab sonst immer mein Tablet dabei und lese am Grab den Verstorbenen aus der gemeinsamen Geschichte vor. Ja auch bei mir war es fast ein halbes Leben, den grössten Teil meines Erwachsenendaseins, und was noch dazukommt, ein so lustiger und fröhlicher Mensch, der nie wieder zu mir zurückkehren kann.
      Jetzt am PC sitzend (gestern da war ich wegen meinem Hautausschlag bei meiner Hausärztin) da lasse ich einfach die Videos und ich habe sehr viele aus der gemeinsamen Zeit mit meiner lieben Dorit im Hintergrund laufen und da höre ich sie singen und zu mir sprechen. Es hilft mir bei der Bewältigung des Alltages. Ich sitze ansonsten ellein zu Haue, mein Vater er ist sehr alt und krank im Pflegeheim und ich habe Angst um ihn.
      Ich hoffe sehr, dass Dein Besuch im Park Dir geholfen hat. Ich ruhe mich jetzt etwas aus, bevor ich heute nachmittag wieder zur Podologin fahren muss.
      Mir fällt es immer schwerer die täglichen Arbeiten. So hoffe ich für uns beide in der Trauer.
      Liebe Grüsse
      Matthias
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