Woran Denkt ihr gerade so?

      auf so ein Experiment wär ich gespannt, ich hab ein gutes jahr alles versucht um den
      anschluß ans leben nicht zu verlieren. ich war in seniorenveranstaltungen, hab eine
      kleine urlaubsfahrt gemacht (4tage) nur mehr hab ich mir alleine nicht zugetraut.
      habe dann eine tagesbusfahrt gemacht, war bei einer vorlesung. ich blieb immer
      einsam dann hab ich mal in meinen spiegel geschaut, verhärmt traurig dieser anblick
      tiefe falten haben sich in mein gesicht gegraben. und ganz ehrlich ich würde mich
      so auch nicht nicht ansprechen, in der schillernden heutigen welt möchte man sich
      nicht mit einsamkeit und traurigkeit abgeben. eine bekannte sagte vor ein paar tagen
      wir tranken einen kaffee es hat mich gefreut dich mal wieder lachen zu sehen. ganz ehrlich
      ich will und kann auch nicht mehr lachen, hab den glauben an die menschen verloren. die
      traurigen züge haben sich so festgefress und lachen fällt so schwer.
      nur meine freundin ROSI vom campinglatz wir kennen uns seit 2000 wenn ich sie nicht hätte.
      sie ist ein so lieber schatz sie kannte ja auch meinen mann über den wir sehr oft reden und sie
      richtet mich immer wieder auf. sie geht kaum noch außer haus sie ist krank, da hab ich mit ihr
      was gemeinsam. ich geh auch kaum noch außer haus nur wenn ich was zum leben kaufen muss.
      habe einfach angst von leuten gemieden und enttäuscht zu werden. ich bin mir heute sicher
      mein restliche leben allein zu verbringen und noch fällt es mir unheimlich schwer...…bitte nur antworten wer mich auch versteht und nicht nur mit unbedachten ratschlägen

      gruß monalisa
      Ich hoffe, dass ich nicht falsch verstanden wurde.
      Dass ich mit fremden Menschen leicht ins Gespräch komme, liegt an meinem offenen und sehr kommunikativen Wesen und meine innere, lebensbejahende Einstellung.

      Meine liebste Person liebte auch das Leben und war lebensfroh, aber sie war nicht der offene auf andere zugehende Typ. Auch der Rest meiner Familie ist seltsamerweise eher introvertiert.
      Daher habe ich es zugegebener Maßen leichter, mit Menschen in Kontakt zu kommen.

      Das bedeutet allerdings nicht, dass ich nicht auch allein und einsam bin.Es sind halt nur flüchtige Begegnungen.
      Situationen, die mich Lächeln machen.

      Gestern, war ich an meinem Lieblingsort (großes offenes Naturgrundstück des Naturschutzbundes) und habe ab Mittag den Tag dort verbracht. An meinem angestammten "Rastplatz" saß ein Mitarbeiter und machte Mittagspause. Nun, ihr könnt es Euch denken,
      ich plauderte wieder munter drauf los und er ging darauf ein.
      Währenddessen teilte er sich mit mir seine frisch gepflückten Pflaumen. Mhm, die schmeckten doch etwas besser als aus dem Supermarkt.
      Am gleichen Tag - auf der Rücktour - hatte ich einen fantastischen Small Talk mit einer jungen Frau, die lachend aus dem Bus stieg.
      Und heute - wie es der Zufall so will - traf ich genau jene junge Frau auf dem Grundstück wieder. Ich hatte sie nicht gesehen, aber plötzlich wurde ich lächelnd gegrüßt, mit der Frage, ob ich mich an sie erinnere. Und ob!

      Nein, diese Situationen lösen nicht meine Sorgen und Probleme. Sie geben mir aber die Kraft, weiterzumachen.

      AL


      PS.: Da gibt es natürlich auch die vielen unangenehmen Situationen, die eine Großstadt mit sich bringt, z.B. eine Fahrt mit den Öffentlichen. Ich mag mich aber nicht unterkriegen lassen. Es ist ein nie endender Kampf. Den habe ich aber auch schon vor dem schrecklichen Ereignis geführt.
      Liebe Monalisa,
      ich verstehe schon, was du zwischen den Zeilen schreibst.
      Mit dem Alleinsein können wir wahrscheinlich alle mehr oder weniger gut umgehen.
      Manchmal habe ich auch nichts gegen das Alleinsein und wenn ich das nicht will, gehe ich raus und mache all das, was Marion68 beschrieben hat.
      Das Problem ist eher die Einsamkeit. Ich habe gelesen, dass dies ein Gefühl ist. Also ein Gefühl der Verlassenheit und inneren Leere. Die hatte ich nicht, als die liebste Person noch da war.
      Ich befürchte, wenn denn da niemand mehr ist, muss man sich damit arrangieren. Mir gelingt das ganz gut, weil ich in meinem Leben bisher "die Freundschaft" nicht gekannt habe. Das habe ich meiner Meinung nach nicht verdient, aber es hat sich nicht ergeben. Schicksal eben. Jetzt, nachdem meine liebste Person nicht mehr da ist, fühle ich mich tatsächlich verlassen/einsam.
      Was kann ich tun? Ich gehe hinaus und bin, wenn ich es will, nicht allein. Dass aus Einsamkeit Zweisamkeit wird - vielleicht, vielleicht auch nicht. Es gelingt mir immer besser, damit zu leben.
      Ich denke, liebe Monalisa, dass du in diesem einen Jahr alles richtig gemacht hast. Du darfst nur nicht zuviel erwarten. Einfach raus und genießen. Nicht mit dem Vorsatz oder auch nur den Gedanken, dass sich jetzt eine engere Bekanntschaft entwickelt. Das mache ich auch nicht und bin daher nie enttäuscht.
      Liebe Grüße :knuddeln:

      PS.: Ich habe auch gelesen, dass sehr viele Menschen einsam sind, obwohl sie zweisam sind, also in einer Partnerschaft.
      liebe hobbyor……….
      ich hab das schon hier im Forum geschrieben , ich verlor schon 2 Männer hintereinander.
      einen 1999 und 2015 beide an krebs es war sehr schlimm. und bin nun tatsächlich ganz
      allein auf der welt keine vertrauten Familienangehörigen. jetzt hab ich zwei traurige Geschehnisse zu verkraften, ende September wäre der 60 te Geburtstag von meinem mann gewesen und einen Monat
      weiter ende Oktober sein 3 ter Todestag. LG monalisa :knuddeln:

      @ Marion ich bin auch immer ein aufgeschlossener mensch hatte keine Kontaktschwierigkeiten war
      lange jahre kraftfahrer im großhandel mit liefertätigkeiten. aber jetzt nach tod von meinem schatz
      bin ich abgefallen, körperlich seelisch hab nicht mehr viel drauf, ist alles nicht mehr leicht. liebe grüße monalisa
      Na ja. Es ist auch mit 60 nicht egal. Und ich denke nicht, die paar Jahre werd ich schon rumkriegen. Ich habe vor noch einige Zeit zu leben. Wir waren 38 Jahre verheiratet. Es ist in jedem Alter schlimm, einen lieben Menschen zu verlieren.
      Außerdem ist man nie zu alt für einen Neuanfang - schon gar nicht für einen Umzug.
      Alles verändert sich mit dem, der neben einem ist oder neben einem fehlt.

      "Musste dich gehen lassen und konnte nichts tun.
      Still und ohne Schmerz hoffe ich, kannst du nun ruhn."

      Liebe Chris,

      wie Du schreibst, auch mit 60 Jahren und älter ist es mit
      absoluter Sicherheit nicht egal, wie man den Rest seines
      Lebens gestaltet und verbringt.
      Mein Papa ist nun 88 Jahre alt, den Umständen entsprechend geht
      es ihm gut und er ist geistig total fit.
      Wenn er vor 20 Jahren, als meine Mama starb, gedacht hätte,
      dass es egal ist, wie er nun den Rest seines Lebens verbringt,
      hätte er ganz viele wunderschöne Begebenheiten nicht erlebt,
      die er dank seiner positiven Einstellung zum Leben, wahrnehmen
      konnte.

      Alles eine Frage der Einstellung und des positiven Denkens.

      Ich genieße mein Leben, vor allen Dingen die schönen Begebenheiten,
      denn wir alle wissen nicht, für wie lange.......................

      Ich habe mich soeben mit einer langjährigen Freundin getroffen,
      deren Ehemann seit Januar diesen Jahres mit 66 Jahren an CA
      erkrankt ist. Die Behandlung erfolgt palliativ und ich weiß sehr wohl,
      was das bedeutet...............

      Alleine die 3 Stunden Gemeinsamkeit und die Gespräche bei einem leckeren Essen
      waren für uns sehr entspannend, und ich bin so dankbar dafür
      derzeit gesund zu sein und dass es mir sehr gut geht.

      Und das Schönste an diesen Gesprächen war, dass meine Freundin
      immer noch Hoffnung auf ein paar gemeinsame Jahre hat, denn
      die "Hoffnung stirbt zuletzt".
      Außerdem ist es ein schönes Gefühl ihr zuhören zu dürfen, Probleme
      teilen zu dürfen und ihr 3 entspannte Stunden geschenkt zu haben,
      denn wie ich selbst aus Erfahrung weiß, kann man aus solchen
      Begebenheiten wieder ein wenig Kraft schöpfen.............

      Ich wünsche diesen lieben Freunden von Herzen, dass ihnen noch ein
      wenig lebenswerte, gemeinsame Zeit bleibt und wer weiß............

      Ganz liebe Grüße Regine
      Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer die Trennung.
      Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
      Man trägt die Erinnerung wie ein kostbares Geschenk in sich.
      Spatzerl, ich liebe Dich unendlich und vergesse Dich nie.
      Hallo Ihr Lieben ich wollte mich mal wieder melden.

      Ich war 63 als mein Mann starb und jetzt werde ich 71. Also ich will keine komplizierten (heute ist ja fast alles kompliziert) Menschen um mich herum, besonders nicht gleichaltrige Männer, die vielleicht nur von mir versorgt werden wollen. Nein das will ich auf keinen Fall. Wie schon öfters wiederholt hatten wir ein tolles Leben zusammen und das will ich so in Erinnerung halten und haben und nichts anderes mehr. Warum sollte ich mir das antun.

      Liebe Marion Du hast mal geschrieben Du hast das Haus hergegeben, weil Du es nicht mehr halten kannst und viel vielleicht in die Immobilie stecken müßtest. Aber wenn man sich vorstellt, wie die Buden heute aussehen und so teuer sind, wäre es besser drin zu bleiben in seiner Umgebung und vielleicht eine Altenhilfe ins Haus zu holen. Ich laß das mal alles auf mich zukommen. Mir ist manchmal auch alles zuviel hier im Haus, vieles fällt an und dann habe ich noch die Buben, wo ich immer koche und sie beide unterstütze. Aber jetzt bin ich 46 Jahre in diesem Haus und wenn ich jetzt rausgehen würde, ich wüßte gar nicht ob ich darüber sehr glücklich wäre. Wahrscheins nicht.

      Muß Euch noch sagen am Montag den 03.09. habe ich zwischen Einkaufen und Heimgang meinen Geldbeutel verloren. Ich war total fertig, aber gottseidank hatte ich nur Personalausweis, meinen Schwerbehindertenausweis wegen Brust-OP und Krankenkarte und sehr viele Visitenkarten und Bilder von meinem Mann und mir als jung und auch von den Buben drin. Also sehr viele Sachen, aber gottseidank keine Kontenkarten ect. . Habe gleich beim Rathaus angerufen wegen Personalausweis und heute bei der Krankenkasse und die Dame hat gleich die Karte gestoppt, daß kein Unfug getrieben wird. Es reicht ja schon die vielen Adressen von den Visitenkarten. Aber die Bilder von uns ist mir auch wichtig, aber die sind bestimmt verloren .Und habe auch ca. 60 bis 80 Euro noch dabei und habe auch keine Hoffnung, daß ich das alles wieder kriege. Bin schon etwas unglücklich darüber. Aber was solls, ich kann es nicht mehr ändern, es ist passiert.

      Ich wünsche Euch eine gute Nacht
      Marion bleib doch einfach im Haus oder such dir eine Wohnung, die dir wirklich gefällt. Oder geh doch gleich ins " betreute wohnen". Warum warten, bis du 60 bist.
      Alles verändert sich mit dem, der neben einem ist oder neben einem fehlt.

      "Musste dich gehen lassen und konnte nichts tun.
      Still und ohne Schmerz hoffe ich, kannst du nun ruhn."

      oh ja Marion ich kann Dich gut verstehen. Mir ergeht es genau so. Ich mache jetzt noch alles alleine, nur ganz große Sachen wie hohe Bäume schneiden, da lasse ich jemanden kommen, so alle 3 Jahre, und die kleinen Sträucher das kann ich alles noch selbst. Und ich habe noch die Buben, die machen auch die größeren Sachen. Habe auch große Hilfe an denen, aber wenn es gar nicht mehr geht, dann bleibt einem keine andere Wahl. Man darf gar nicht darüber nachdenken. Ja ich habe geschrieben "es ist alles vorgezeichnet", ich weiß das auch nicht, bin nicht Gott, aber man meint im Laufe der Jahre, daß es einfach so ist wie es ist. Wir können nichts ändern, sondern unser Leben weiterleben, wie wir es möchten und sofern es noch geht.

      Heute Mittag bin ich zu Besuch in ein Seniorenheim (ca. 15 km von mir) gegangen, wo eine gute Bekannte in den letzten 3 Jahren war. Sie war noch vor 2 Jahren richtig gut auf dem Damm, da war sie 82, und jetzt kam vor ein paar Wochen noch erschwerend dazu, daß sie Hirnbluten bekam. Vor ein paar Wochen habe ich noch mit ihr gesprochen am Telefon., da wo es so heiß war, und sagte noch ich komme dich besuchen, wenn das Wetter nicht mehr so furchtbar ist. Heute kam ich und sie liegt im Sterben. Ich war leider zu spät. Die Tochter ist auf dem Weg hierher sie kommt von London. Sie lag im Bett und hat nur geschlafen, ja es geht zu Ende. Ist alles traurig. Sie wohnt hier in der Nachbarschaft und wir kennen uns schon 40 Jahre.

      Ja Marion wir müssen jeder für sich entscheiden, wie man alles haben möchte oder nicht.
      Ja, Heidi, mit dem Sterben geht es manchmal sehr schnell. Aber das ist ja auch eine Gnade. Am schlimmsten finde ich es eben immer, wenn die Leute infolge von Demenz, Schlaganfall etc. jahrelang bettlägerig sind und sich wundliegen, dann möglichst noch künstlich ernährt werden, was weiß ich.

      Dass du deinen Geldbeutel verloren hast, tut mir leid. Ja, das sind so Sachen im Alltag, die einen auch immer ziemlich fertig machen können. Objektiv betrachtet vielleicht kein Weltuntergang, aber es nimmt einen halt doch mit. Hast du mal im Fundbüro angefragt, ob der Geldbeutel vielleicht abgegeben wurde?
      jaa ich habe im Rathaus bei uns alles beschrieben und auch nachgefragt im EDEKA, überall wo ich war, jua es ist kein Weltuntergang, aber es ist alles ärgerlich und nicht notwendig. Ja aber es geschieht halt. Ich habe ja gottseidank keine Kontenkarte drin gehabt. Das wäre weitaus schlimmer. Aber da muß man auch durch.

      Machs gut und lg Heidi
      Hallo Marion,
      ich habe viel von deinen Berichten verfolgt.
      Du bist so traurig, das du das Haus verlassen must oder willst.
      Das tut mir sehr leid, das du so gar nicht damit klar kommst.
      Und ich kann das auch verstehen, alleine Umziehen ist auch nicht mein Ding.
      Wir sind vor 1 Jahr zusammen von einem großen haus 21o qm in eine 3 Zimmer
      Wohnung in der Stadt gezogen. Es war auch am Anfang schwer.
      Aber es hat mehr Lebensqualität im Alter. In einem Haus lernt man neue Menschen
      kennen, denen es auch so geht wie mir und man kommt eher ins Gespräch.
      Ein kurzen Schnack auf dem Wäscheplatz oder beim nahe gelegenen Edeka.
      Das hilft schon etwas. Und man hat nicht mehr so viel Arbeit.
      Man kann seine Zeit anders einteilen und es wird ruhiger.
      Das ist im Alter nicht verkehrt, denn man braucht auch mehr Ruhe.
      Manchmal wird man zum Kaffee eingeladen und kann auch mal an etwas anderes
      denken.
      Bei uns im Haus wohnen so viele Frauen, die ihren Mann verloren haben.
      Die wissen alle genau wovon man spricht.
      Vielleicht kannst du dich auch auf so etwas einlassen.
      So sieht vielleicht die Zukunft nicht so trist aus. man muß es nur zulassen.
      Und jedes hat auch seine positiven Seiten.
      Auch wenn etwas ist, hat man direkte Nachbarn. Im Notfall nicht
      verkehrt.
      Das Leben führt einen. Und manchmal aus Umwegen zum Besseren .
      Sei nicht so traurig. Freu dich auf das was kommt ....
      Hallo ihr Lieben,
      und ich denke gerade, ein Schritt vor und einer zurück.Gestern Nacht war ich wieder kurz auf Arbeit. Die 2 Kollegen hatten mir eine Whattsapp geschickt mit der Frage, ob ich vorbeikommen möchte, sie würden sich freuen und mich gern mal wieder sehen.Habe ich dann auch gemacht und eine von ihnen hatte extra Pflaumenkuchen mitgebracht.Es gesellte sich eine dritte dazu, die vom Spätdienst noch da war. Es war sehr angenehm und sie sagten, dass sie mich vermissen, das tat gut. Dazu muß man sagen, dass eine von ihnen ihren Sohn und die anderen beiden ihre Männer verloren haben. Was für Schicksale! Heute früh war ich dann sehr aufgewühlt, meine Kollegen und das Heim, das war soviel von meinem alten Leben, das ich ja nicht mehr habe, das machte mir zu schaffen. Dann bin ich das erste mal alleine zu einem Dorffest mit Kunst und Handwerkermarkt gefahren.Aber ich konnte nicht lange bleiben. Sonne, Paare, Marktstände, Musik und der Duft von Gegrilltem. Da hab ich mich so unsäglich allein gefühlt und mein Mann fehlte mir so sehr, das mir die Tränen kamen und ich nach Hause mußte. War es einfach noch zu früh oder wird es jetzt immer so sein ? Ich wünsche euch allen noch ein schönes Wochenende.
      L.G.Emmi
      Liebe Emmi,
      Du beschreibst gerade einen Abschnitt Deiner Trauer, den wir so oder so ähnlich alle durchgemacht haben oder noch beschreiten.
      Nein, dass ist völlig normal. Und ich freue mich für Dich, dass Du es schaffst, herauszukommen, Menschen zu treffen, die Dich verstehen und auch eine Veranstaltung besucht hast. Das alles ist aus meiner Sicht genau richtig. Und ja, auch ich befand mich in den ersten Wochen und Monaten wie in einem Nebel und habe mich gefragt, was mache ich hier (Veranstaltung, Job etc.) eigentlich? Worüber reden die Menschen eigentlich? Spielt dies alles - angesichts meiner Tragödie - eine Rolle? Alles bedeutungslos. Und ich fühlte mich so furchtbar verlassen und allein.
      Ein Schritt nach dem anderen. So wie Du das jetzt machst, habe ich es auch getan und Du wirst sehen, dass es irgendwann leichter wird, mit dem Unfassbaren umzugehen.
      Jeder Tag eine neue Herausforderung. Trauer und Liebe verschwinden nicht. Sie werden Bestandteil unseres Lebens. Mit Deinen Aktivitäten schaffst Du die Voraussetzungen, um mit einer "neuen" Stärke, dass Leben zu meistern. Wann und wie ist natürlich individuell. Ein Versuch, und wenn es manchmal noch so schwer fällt, ist es wert. Ich spreche aus Erfahrung. Obwohl nichts gut ist, geht es mir heute soviel besser. Dafür bin ich Schritt für Schritt gelaufen und laufe immer weiter.

      AL Hobbyorni....
      Liebe Hobbyornithologin,
      vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Dieser Austausch ist der Grund, warum ich mich in diesem Forum angemeldet habe. Seit mein Mann nicht mehr bei mir ist, fühle ich mich wie ein 50%-Mensch. Es fehlt so viel und ich brauche andere Menschen, um diese Situation und damit mein Leben zu meistern.Da mir immer wieder Zweifel kommen, ob ich das schaffe, brauche ich auch immer wieder die Bestätigung durch andere, dass ich das kann. So sind nun einmal meine Gefühle und manches dreht sich halt im Kreis. Ich bin denen dankbar, die geduldig zuhören, wiederholen, dass es besser wird, die verstehen und Erfahrungen weitergeben.
      L.G.Emmi
      So ist es @Emmi und @Hobbyornithologin !

      Am Anfang bist du unendlich einsam und fragst dich, was das alles soll. Wofür, warum, weshalb???

      Ich konnte in der ersten Trauerzeit keine Musik hören, keine Filme schauen und das, was die Menschen um mich herum redeten, das war so uninteressant, dass es oft weh tat.

      Erst langsam (wirklich Schrittchen für Schrittchen) bin ich sicherer geworden, sicherer mit meinem und in meinem eigenen kleinen Leben. Dieses Forum war mir eine riesige Hilfe.

      Auch noch nach Monaten und Jahren fehlte mir die Resonanz, die mir mein über alles geliebter Mensch geschenkt hatte. Da gab es viel zu erarbeiten. Vieles ist passiert nach jetzt über 4 Jahren.

      Die Leere, die in mir war, füllte sich ganz langsam: zuerst mit Naturerlebnissen, die mir sehr viel gaben, dann auch wieder mit lieben Menschen, die mir Hilfe und Aufmerksamkeit schenkten, langsam spürte ich mein Lebensfünkchen wieder und das war echt schön.

      Habt Geduld und seid mutig. Es lohnt sich.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Hallo Ihr Lieben,

      wie es Frieda beschreibt erging mir es auch. Habe fast ein 3/4 Jahr keinen Radio und kein TV gesehen. Ich konnte einfach nicht. Es war fürchterlich. Wenn die Jungen kamen sagten sie immer mache doch bitte den TV an oder den Radio. Wenn ich dann ein bestimmtes Lied hörte war ich schon wieder am Heulen. Dann so langsam aber ganz langsam wurde es besser, Hauptsache es hat was geredet, egal was. Eigentlich war das alles wie in einem Albtraum. Jetzt hinterher mit 8 Jahren Abstand weiß ich gar nicht wie ich das alles überstanden habe. Es ist unglaublich. Aber jetzt kann ich auch sagen es ist etwas besser geworden. Gut wird es nie werden, also bei mir nicht. Er fehlt mir immer und überall. Emmi sagt es man ist nur ein halber Mensch. Aber wie gesagt es wird immer etwas besser, Schritt für Schritt.
      Für uns alle hier ist es ein totaler schlimmer Abschnitt im Leben und damit muß jeder für sich alleine fertig werden. Wir können uns nur etwas untereinander unterstützen und uns Mut zusprechen.

      Ich war bis eben noch bei meiner Nachbarin und wir haben zusammen gegrillt. Es war ein sehr schöner Abend. Sie hat im April d.J. auch Ihren Mann an Krebs verloren. Wir unterstützen uns auch gegenseitig. Ja man muß etwas zusammenrücken, sonst wird man verrückt.

      So machts gut Ihr Lieben und ich wünsche Euch trotzallem einen schönen Sonntag.

      lg Heidi
      Das wünsche ich dir auch, liebe @Heidi!

      Was wissen wir schon, was einmal sein wird?! Ich bin eigentlich froh darüber, es nicht zu wissen. Sehe mein jetziges Leben als große Chance dazu, wirklich hinzufühlen, um was es geht. Um was geht es mir überhaupt?

      Es geht mir darum, "echt zu werden". Oft höre ich mich sagen, dass ich das so und so nicht möchte. Mir ist es mittlerweile egal, was "die Leute" von mir denken.

      Meine Trauer hat mich gelehrt, ich zu sein, zu weinen wann und wo ich es brauche und die Türen zu schließen, wenn ich es möchte.

      Aber jetzt erstmal

      aL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
    Liebeskummer Sorgen Forum