Woran Denkt ihr gerade so?

      ja das stimmt, die Tiere merken alles sofort. Meine Beiden merken es sofort, wenn es mir nicht gutgeht und dann reiße ich mich sofort wieder zusammen, denn die Tiere sollen nicht merken, daß es mir schlechtgeht, sie sind leider beide aus einem sehr üblichen Zuhause gekomen und jetzt sind sie am 30.11. bei mir 8 Jahre und 2 1/2 Jahre waren sie schon alt. Habe sie aus dem Tierheim. Ja da habe ich auch sehr viel überstanden mit diesen Beiden. Und die beiden sind so lieb und dankbar. Meine Buben sagen immer zu ihnen "ihr seid jetzt schon im Paradies"....lach. Ja es macht alles sehr viel Arbeit, aber ich mache das alles gerne.....

      Aber leider ersetzen sie keinen Menschen, das ist wohl uns allen klar. Ich bin auch sehr froh, daß ich die Beiden habe sowie auch meine beiden Jungs.

      Wünsche Euch allen einen angenehmen und ruhigen Tag, bei uns hier hat es ein bißchen geregnet, dann muß ich schon nicht gießen..

      lg Heidi
      Hey Heidi,
      ja - hier hat es auch geregnet - die Regenfässer sind glücklicherweise wieder gefüllt.
      Was für Tier hast Du denn - Hunde oder Katzen?
      Für mich sind sie - und das waren auch schon alle Vorgänger-Modelle - eine echte Bereicherung !

      LG
      Therese
      Hallo Therese,

      ich oder besser gesagt wir hatten immer Katzen mein Mann und ich. Am Anfang das war vor fast 50 Jahren, die gingen alle raus aber über Nacht immer drinnen. Das wollte ich so. Aber die letzten fast 25 Jahre waren meine Katzen immer drinnen, ich wollte nicht mehr, daß sie Mäuse und den Dreck reinbringen. Und ehrlich gesagt ich hatte auch immer Angst , daß sie totgefahren werden. Die 1. Katze wurde totgefahren , auch unser Ort wurde mit den Jahren immer größer und natürlich auch der Autoverkehr.

      Also ich liebe alle Tiere, aber meine Lieblinge sind Katzen. Die sind so was von verschmust und lieb, da geht einem das Herz auf. Aber wie gesagt ich spreche mit allen Tieren, sogar im Garten mit den Amseln und heute auf dem Friedhof hat eine Krähe laut geschrieen und ich habe nur gesagt, "ja was ist denn los mit diesem Geschrei und dann hat sie geschaut und war ruhig". Manchmal komme ich mir vor wie "Kleinassisi"....lach. Ein Leben ohne Tiere für mich undenkbar.Aber wie gesagt ist ja jedem seine eigene Sache.

      Wünsche Dir und auch allen andderen einen schönen Nachmittag. lg Heidi
      Liebe Marion,
      ja so ist das Leben leider. Man strampelt sich ab, obwohl man es seelisch eigentlich gar nicht kann und dann bringt es nicht einmal was.

      Ich habe im Moment regelmäßig Termine bei einer Trauerbegleiterin, die sagte mir, dass ich mehr für mich tun soll und nicht was Andere wollen. Dies ist gar nicht so einfach in der heutigen Zeit. Alle wollen nur, dass man hundertprozentig funktioniert, egal wie es einem geht. Doch sie sagte mir, man muss es einfordern, da man sonst daran kaputt geht. Ich will versuchen dies jetzt umzusetzen. Mal sehen wie lange ich das durchhalte. Ansonsten vermisse ich meinem Mann. Es sind oft so Kleinigkeiten, die mich daran erinnern, dass er nicht mehr da ist. Besonders die Gespräche und die Berührungen mit ihm fehlen mir. Ich denke oft, dass ich diese Trauer nie überstehen werde und frage mich dann auch wie es eigentlich weitergehen soll. Nur noch funktionieren ist ja auch keine Lösung. Mit der Zeit soll es besser werden, doch nur alleine die Zeit wird nicht helfen, man muss auch etwas dafür tun, dass es besser wird. Doch niemand kann mir sagen, was ich tun soll. Ich bekomme dann zu hören, dass kannst nur du alleine entscheiden und merken, was zu tun ist. Im Moment ist da nur Traurigkeit. Wenn ich mir vorstelle, dass ich erst die Hälfte meines Lebens hinter mir habe, dann macht mir die Zukunft im Moment viel Angst. Denn ich weiß nicht, was und ob das Leben noch mit mir vorhat. Ist irgendwie blöd hier immer nur traurige Sachen zu schreiben, doch wenn es mir etwas besser geht, habe ich nicht das Bedürfnis zum Schreiben.
      Ich wünsche euch allen einen schönen Freitag und ein gutes Wochenende
      LG Schlumpfine
      Liebe Schlumpfine,
      ich kenne all die traurigen Gedanken die dich jetzt bewegen, auch ich habe sie nach 3 Jahren immer noch.
      Was soll aus mir werden, wie sieht jetzt meine Zukunft aus? war dich alles anders geplant.....
      Es wird leichter, das verspreche ich Dir, denn das spüre ich auch schon. Dieser Verlust ist jett ein Teil unseres Lebens, wir müssen ihn akzeptieren und ihm in uns Raum geben, ich weiss hört sich alles so theoretisch an. Irgendwann werden wir wissen wie wir unsere Leben weiterleben wollen, auf welche Art und mit welche Inhalt. Darauf warte ich auch noch, aber der Tag wird kommen...
      LG Jenny
      Hallo ihr Lieben,
      mir geht es im Moment wie Schlumpfine, es tut mir leid immer wieder zu schreiben, wenn ich so extrem traurig bin, aber wo soll ich hin mit meinen Gefühlen, es ist als wolle mir das Herz zerreißen. Ich vermisse meinen Mann von Tag zu Tag mehr und muß sehr viel weinen. Traue mich deshalb gar nicht , jemanden anzurufen, auch bei den Kindern kann ich es nicht steuern, dabei möchte ich sie nicht noch mehr belasten, sie leiden selber genug. Wenn man länger hier im Forum ist, wiederholt sich natürlich vieles oft. Gefühle und Entwicklungen ähneln sich. Aber für mich ist das alles neu , es ist mein unendlicher Schmerz, meine große Liebe die gegangen ist meine ganz persönliche Katastrophe. Das macht mich nicht gleichgültig dem Leid anderer gegenüber, aber es überdeckt zur Zeit alles. Auf Anraten meiner Psychotherapeutin habe ich 2 Bücher gelesen, in denen auch wirklich sehr gut beschrieben ist, was genau auch ich jetzt fühle, aber es hilft nicht wirklich. Die Frage für mich ist ja nicht was ich fühle (das merke ich ja leider mehr als deutlich ), sondern wie man das aushalten kann.
      L.G.Emmi
      Wie kann man es aushalten, liebe Emmi,
      mit Geduld mit sich und jeden Tag einzeln und für sich sehen und schaffen.
      Und natürlich ist das deine ganz eigene und persönliche Katostrophe, wie für jeden hier sein Verlust der eigene ist. Ich wollte auch nur damit sagen dass man ein Recht auf diese verzweifelten Gefühle hat.
      Und vielleicht gibt es ja dich Dinge, mögen sie auch noch so klein sein, die helfen. Alles was hilft ist gut
      Ihr Lieben,
      heute wäre der 48. Geburtstag meines Mannes. Er ist jetzt 5 Monate tot und der Schmerz ist heute fast nicht zu ertragen. War mit.meinem Sohn heute im Blumengeschäft und kauften einen Rosenstrauss für das Grab. Ich stand da in dem Laden, tränenüberströmt..
      Es ist immer noch so unfassbar. Er fehlt so sehr. Meinen Sohn wollte ich heute trösten, er ist ja erst 16. Ich sagte ihm, wir werden uns immer an seine Stimme erinnern, sein Lachen, und dass er immer bei ihm ist, hinter ihm stejt, egal was er macht.Wir weinten beide so sehr im Auto vor dem Friedhof.
      Ich fühle mich so allein! Niemand da zum Anlehnen, zum Kuscheln.
      So weine und kuschel ich in mein Couchkissen..
      Liebe Jenny, liebe nicfisch,
      schon von euch eine Reaktion zu bekommen tut gut. Das ist wohl der Grund, daß ich in meiner allergrößten Not hier im Forum meine Gefühle schreibe. Da fühle ich mich verstanden und nicht mehr ganz so allein. Ich drücke euch , schön daß ihr alle da seid.
      L.G.Emmi
      Liebe Nicfisch, lebe Jenny,

      ich verdrücke gerade beim Lesen ein paar Tranchen und ich drücke Euch beide ganz ganz fest.Ich kann Euch gut verstehen besonders Nicfisch der heutige Geburtstag Deines Mannes fällt nicht leicht. auch für Deinen Sohn ist es nicht leicht. Ja es ist nicht fair, daß so ein junger Mann verstirbt. Früher wo ich jung war da ist das Sterben was für alte Leute gewesen, das hat man selten gehört, daß so junge Männer und Frauen wegsterben.


      So Ihr lieben Beiden ich drücke und denke an Euch und wünsche doch einigermaßen eine gute Nacht.

      lg Heidi

      Emmi schrieb:

      Wo Liebe und Tod sind stellt sich für mich auch die Frage, was soll das alles? ... Und dann ist da diese Liebe, mein Mann, der Sonnenaufgang, der Duft von Lindenblüten, die Schönheit der Welt und dann dieses Leid, dieser Schmerz. Ich bin entwurzelt, weiß nicht wie ich alles einordnen soll. Den Gedankenaustausch auch über diese Dinge finde ich schön und wichtig.
      L.G.Emmi


      Ja, liebe Emmi - genau so ist das. Solange du einen Menschen an deiner Seite hast, den du liebst und der dich liebt und der den banalen Alltag mit dir teilt, solange du dieses "Kreatürliche" des körperlichen Daseins - so will ich es mal nennen - mit jemandem teilen kannst, stellst du dir nicht dauernd die Frage nach dem Sinn. Da bewältigst du einfach den Alltag, seine schönen und weniger schönen Seiten. Selbst wenn die geliebte Person krank und pflegebedürftig ist und das gemeinsame Leben mit ihr nicht unbedingt einfach ist, ist da immer noch ein Inhalt in deinem Leben und ein Ziel, auf das du ausgerichtet bist. Wenn das aber wegfällt und du dich nirgends mehr zugehörig fühlst, fängst du schon an, etwas tiefer zu graben und dir diese existenziellen Fragen zu stellen. Dann fragst du dich schon: Was mache ich hier eigentlich? Warum war ich eine ganze Ewigkeit lang nicht existent und jetzt diese paar Jahrzehnte und danach wieder nicht mehr?

      Ich fand das schon immer sehr komisch, wenn ich dachte, dass früher Dinosaurier und was weiß ich was auf der menschenleeren Erde herumliefen, dass wir jetzt so eine Weile vor uns hin leben, die Erinnerungen an unsere lieben Verstorbenen noch eine Weile pflegen und sich in x Jahren sowieso kein Mensch mehr weder an uns noch unsere Verstorbenen erinnert. So wie sich auch keiner mehr an die Leute erinnert, die wir heute auf historischen Fotos sehen.

      Als die Urne mit der Asche meiner Mutter zu Grabe getragen wurde, dachte ich: Auch wenn es nicht wirklich in deinen Kopf reingeht, aber in x Jahren bist du selbst auch mal so ein Aschehäuflein, das zu Grabe getragen wird, und alles, was dich und dein Leben ausgemacht hat, ist komplett ausgelöscht. Dann gibt es zwar noch diesen Friedhof hier und die Friedhofskapelle und die alten Bäume, aber keine Marion mehr. Und selbst der Friedhof und das alles wird wohl nicht in alle Ewigkeit existieren ...

      Vielleicht ist es etwas einfacher, wenn man noch Kinder hat und damit das Bewusstsein, dass sehr wahrscheinlich irgendetwas von einem auf diesem Planeten weiterexistiert und den eigenen Tod überdauert. Dann hat man nach dem Tod der Eltern und/oder des Partners vielleicht nicht dieses Gefühl kompletter Entwurzelung. Aber selbst dann wird man sich so manche Frage stellen.

      Ich denke eben, dass Religionen unter anderem deshalb entstanden sind, weil der Mensch diese offene Frage schwer aushalten kann und eine Antwort darauf haben möchte, egal ob sie nun besonders plausibel ist oder nicht.
      Ihr Lieben,

      auch ich habe nach dem Tod meines Geliebten vieles in Frage gestellt, aber meine eigene bislang empfundene und gelebte "Religion" hat mich selbst überrascht, denn gerade durch den Tod meines über alles geliebten Partners habe ich sehr stark Zugang zur Tiefe meiner selbst gefunden.

      Habe am Todesabend so sehr gefühlt, dass es keinen Tod gibt. So viel Liebe habe ich damals gehabt und für ihn das Allerbeste gewünscht.


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Liebe Marion,
      es ist schön, sich auch über solche Gedanken austauschen zu können. Mir geht so vieles durch den Kopf, nicht erst seit dem Tod meines Mannes. Das hat natürlich allem eine ganz andere Wertigkeit gegeben. Es war eine sehr innige und glückliche Beziehung, daß er immer für mich da ist, wie die Luft zum atmen, selbstverständlich. Eigentlich sehr naiv, bei dem, was ich im Leben schon alles an menschlichem Leid gesehen und erfahren habe. Aber so war halt das Gefühl.Um so größer ist jetzt der Schmerz, vor allem darüber, daß er alles nicht mehr erleben darf.Da macht es sich für mich auch nicht leichter, Kinder zu haben, im Gegenteil. Auch sie werde im Leben Leid erfahren, alt werden und sterben müssen. Ich kann sie vor all dem nicht bewahren. Als Kind bin ich gern in unserem Dorf über den Friedhof gegangen. Die alten Grabsteine, zum Teil mit Fotos der Verstorbenen, manche noch sehr jung, das hat mich berührt. Heute sind die Gräber alle weg. Der Friedhof wirkt verwahrlost, viele freie Stellen, eine Geldfrage.Das macht mich traurig. Mein eigener Vater hat ohne uns zu informieren das Grab meiner Mutter einebnen lassen. Sie war mit 56 Jahren an Krebs gestorben.Da geht mir ein Zitat durch den Kopf, weiß nicht von wem. "Ist der Name vergessen, ist der Mensch vergessen". Ich versuche für mich irgendetwas zu finden, was mir Halt gibt.Fühle mich im Moment sehr entwurzelt und mein Leben sinnlos.Hoffe, daß es nicht so bleibt. Mein Sohn fährt demnächst nach Rumänien wandern. Liebäugelt damit, mir einen heimatlosen Straßenhund nach Deutschland zu schmuggeln, meint, "du hast so viel Liebe zu geben".Ich weiß nicht, wohin mein Weg mich noch führt,aber ich wünsche mir Begleiter, mit zwei aber auch mit vier Beinen.
      L.G.Emmi

      Frieda schrieb:


      Habe am Todesabend so sehr gefühlt, dass es keinen Tod gibt. So viel Liebe habe ich damals gehabt und für ihn das Allerbeste gewünscht.


      Ja, ich habe auch sehr erstaunliche Dinge erlebt, die mir Anlass zu dem Glauben gaben, dass dieses enge Band der Liebe über den Tod hinaus bestehen bleibt, und eben nicht nur auf einseitiger Basis, sondern dass es durchaus noch eine Präsenz gibt.

      Aber bei mir schwingt eben immer der Zweifel mit, ob nicht doch Wunschdenken, Selbsttäuschung und Zufälle im Spiel sind.

      Es gibt eben - zumindest für mich - keine letzte Gewissheit.

      "Und sehe, daß wir nichts wissen können!
      Das will mir schier das Herz verbrennen."
      Liebe Frieda,
      ich beneide dich um dieses Gefühl, wünsche mir so sehr , daß es weiter geht, daß die Seele meines Mannes weiter lebt und er mich ,wenn meine Zeit gekommen ist, abholt. Das wäre mein einziger Trost. Aber leider fühle ich das nicht, so sehr ich es mir auch wünsche.
      L.G.Emmi

      Emmi schrieb:

      wünsche mir so sehr , daß es weiter geht, daß die Seele meines Mannes weiter lebt und er mich ,wenn meine Zeit gekommen ist, abholt. Das wäre mein einziger Trost.


      Ja, Emmi, das wäre in der Tat sehr schön, mit dem liebsten Menschen in irgendeinem Paralleluniversum eines Tages wieder vereint zu sein. Ich denke bloß immer, wenn dann die andere Verwandtschaft, auf die man weniger gut zu sprechen ist, dort auch noch irgendwo grinsend rumsteht, dann ist das auch eine ziemlich peinliche und nicht ganz so erquickliche Situation. ;)

      Wünsche euch einen schönen Abend. Irgendwie müssen wir halt durch unser weiteres Leben vollends durch - mit besseren und schlechteren Tagen. Heute war für mich mal wieder ein etwas besserer. Vielleicht weil gestern eine Freundin zu Besuch war und heute das Wetter schön war. So oder so geht es immer weiter.
      Hallo ihr Lieben,
      woran denke ich gerade? Gerade denke ich, daß eine alte Frau mit der ich mich vor einigen Wochen auf dem Friedhof unterhalten habe recht hatte, als sie zu mir sagte, daß es noch schlimmer wird. Und ich merke, daß auch bei mir Anrufe und Besuche weniger werden.Vielleicht liegt es daran, daß ich in den letzten Tagen sehr viel weinen muß, auch am Telefon, wenn ich versuche den ersten Schritt zu tun. Es ist, als wenn Schmerz und Verlust langsam auch die tiefste Stelle im Herzen erreichen. Wenn ich zu anderen Kontakt aufnehme, erzählen sie davon, was sie alles zu tun haben. Wann sie zum Sport müssen, die Enkel betreuen und dieses und jenes zu erledigen haben.Da fühle ich mich gleich als Störenfried, habe doch vielleicht erwartet, daß gesagt wird, komm doch einfach vorbei. Mein Sohn würde sagen, Mutti, das ist das was du raushörst, nicht das was sie meinen. Aber so ist das nun mal für mich. Da gibt es zur Zeit zwei Welten, die der Trauernden und die der anderen, zu der ich keinen Zugang mehr habe. Das verstärkt natürlich die Sehnsucht nach meinem Mann und das Gefühl der Hoffnungslosigkeit.
      L.G.Emmi
    Liebeskummer Sorgen Forum