Ein "Altes-Hasen-Tagebuch" mit der Möglichkeit, auch mal zu antworten

      Habe damals alle Trauerfeier-Pflanzen auf sein Grab gepflanzt. Viele waren einjährig, einige nicht. Mit den Jahren gestaltet sich der kleine Grab-Garten und ich sehe, dass ein wunderschönes Sumpfgras mit interssanten Blüten immer größer wird und ausserdem sehr viel Wasser braucht. Also habe ich vor, es auszupflanzen und dafür etwas anders zu suchen, das den Platz dort einnehmen kann.

      Achso: man soll ja vom Friedhof nichts mit nach Hause nehmen, weil das Unglück bringen würde ... 8) ...ich lasse es drauf ankommen, finde eine wundervolle Lavendel-Pflanze und tausche sie gegen das Sumpfgras aus. Es sieht schön aus auf dem Grab und es duftet und es kann dort größer werden, es darf bleiben.

      Das Sumpfgras hat schon einen Platz hier bei mir direkt am hinteren (privaten) Sommerausgang. Ich liebe es. Jeden Morgen schaue ich nach ihm, es entwickelt sich prächtig und ich freue mich.

      Es fühlt sich ein bisschen wie Glück an.


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein

      Frieda schrieb:

      Das Sumpfgras hat schon einen Platz hier bei mir direkt am hinteren (privaten) Sommerausgang. Ich liebe es. Jeden Morgen schaue ich nach ihm, es entwickelt sich prächtig und ich freue mich.

      Es fühlt sich ein bisschen wie Glück an.


      Das hört sich schon fast magisch an. Auf jeden Fall wunderschön.
      Gefällt mir. :give_rose:

      Grüße Syli
      Ja, es fühlt sich jedenfalls nicht nach Unglück an ... 8o

      Woher dieses "Ammenmärchen" wohl kommt ...

      Für mich ist das Grab meines Liebsten eine wunderschöne Stätte, aber er ist ja nur da, wenn ich auch dort bin oder Freunde dort sind ... :love:


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Mein Liebster ist in unserer Heimatstadt beigesetzt. 300 km von bier entfernt.
      Ich habe das damals so entschieden weil wir später immer dorthin zurück ziehen wollten. Wenn ich zum Grab fahre bin ich jedesmal fassungslos seinen Namen und sein Sterbedatum dort zu lesen. Es ist ein Ort zum Innehalten geworden und zum Entsetzt sein.
      Ich treffe ihn immer hier auf dem Gartenstuhl unter dem Apfelbaum.....
      Wenn meine Zeit gekommen ist werde ich wieder bei ihm sein.
      Lavendel liebe ich auch sehr....
      LG
      Liebe Frieda,
      Ich glaube auch nicht das an solchen 'Unglückssprüchen' was dran ist. Macht doch auch keinen Sinn. Außer bei denen die von Friedhöfen etwas mitgehen lassen. Passiert z.B bei meinem Stiefvater ständig das dort Blumen oder kleine Figuren verschwinden, die wir dort am Grab abgelegt haben.
      Mein Schatz ist in der Ostsee. Weil er die Ostsee liebte, wir waren sehr oft gemeinsam dort und er hat es sich so sehr gewünscht dort bestattet zu werden. Letzten Freitag war ich da. Mit meiner Freundin und meinem Enkel. Und ER war da !! Nicht im Meer in einer Urne, sondern er war bei mir in meinem Strandkorb.. So wie du es geschrieben hast. Ein Treffpunkt. Meine Freundin hatte übrigens auch so ein 'GUTES GEFÜHL' und mein Enkel hat von sich aus sehr schöne Steine und Muscheln gesammelt für Frankis Altar zu Hause !! Und da liegen sie jetzt, wunderschön.. An seinem Bild mit den Kerzen und den Rosen.
      Dein Sumpfgras soll prächtig gedeihen !!! Du sollst dich jeden Tag daran erfreuen, das wünsche ich dir vom ganzen Herzen.
      Werde direkt etwas wehmütig. Denn Franki liebte Lavendel so sehr. Letzten Sommer hat er damit unsere Terrasse 'zugetöpfert' und ich blöde Kuh hab ihn nur belächelt. Denn er hat die Jahre zuvor nie Lavendel mit nach Hause gebracht...
      Darf man Lavendel in die Ostsee werfen ???
      LG von Doro

      Als du gegangen bist, hast du die Farben mitgenommen.
      Heute schon wieder:

      Habe eine wunderschöne Staude, die viel zu groß geworden war, aus dem Grab meines Liebsten ausgegraben und in den Innenhof gepflanzt, dafür die duftende Rose "Störtebeker" aufs Grab.

      Nö, ich habe keine Angst davor, dass mich deshalb ein Unglück treffen würde, denn ich habe das größte Unglück doch schon erlebt.

      Bin eher richtig zufrieden mit dieser Aktion.


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Hallo Frieda,
      bin auch nicht abergläubig, die Stiefmütterchen aus der Frühlingsblumenschale vom Grab nehme ich auch immer mit in meinen kleinen Garten, wenn ich diese Schale durch die Sommerblumenschale ersetze. Warum soll ich blühende Blumen wegwerfen wenn sie doch in meinem Garten weiterblühen können ;) und mehr Pech als ich schon hatte kann mir eh nicht mehr passieren, wünsche dir angenehme Pfingsten und eine wundervoll wachsende Staude im Innenhof

      LG Steffen
      Hallo Steffen,

      Mensch, du stehst aber auch früh auf! 8o

      Danke für deinen lieben Text. Auch ich wünsche dir schöne Pfingsttage.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Heute ist wieder ein melancholischer Tag....eigentlich müsste es sich leichter anfühlen..das Leben..
      aber heute ist wieder alles schwer...
      Auf dem Friedhof war ich auch ...und hab überlegt was ich jetzt...nachdem die Stiefmütterchen am verblühen sind, pflanzen kann...die kleine Strauchrose ist auch sehr mickrig...die werde ich in den Garten pflanzen und wieder aufpäppeln..... einiges wurde schon umgeplanzt was hier im Garten besser gedeiht....und ich freue mich mit anzusehen wie es blüht und wächst.
      Eigentlich müsste ich Tomaten und Gurken auf dem Grab pflanzen..seine *lieblingsblumen* ...aber ich glaub das ist nicht erlaubt :)

      Unsere Liebsten sind bei uns und um uns herum...ich spüre es so oft.....

      Genießt das schöne Wetter, lasst es euch gut gehen und passt gut auf euch auf...

      Liebe Grüße, Sorina
      Alles verändert sich, mit dem der neben einem ist oder neben einem fehlt.
      In meiner Trauer wohnt die Liebe
      Liebe Sorina,

      ich kann dich so gut verstehen. Auf seinem Grab müsste ich Olivenbäumchenund Mandarinensträucher pflanzen,die er sehr liebt. Die habe ich hier zuhause im Innenhof und hege und pflege sie.

      Hier wachsen seine zum Teil aus Kern/Nuss gezogenen Bäume plötzlich so gut, sie werden so groß und wunderschön: ein Walnussbaum, ein Pfirsichbäumchen und eine mittlerweile riesig gewordene und grad duftend blühende Robinie. <3

      Gut finde ich, dass endlich mit diesem Mythos aufgeräumt wird, dass Pflanzen vom Grab nicht wieder mit nach Hause dürfen.

      Ich mag diesen Austausch mittlerweile sehr gern. Warum nicht vom Garten zum Grab-Gärtchen (wie ich es für mich nenne) und wieder zurück. Genau wie @BorSte geschrieben hat: warum blühende Blumen wegwerfen, wenn sie hier bei mir weiterblühen können?!

      Und wenn ich hier bei mir ein Pfänzchen sehe, "das zum Grabgarten passt", warum nicht dahin pflanzen?!

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein

      Neu

      Frieda schrieb:

      Hier wachsen seine zum Teil aus Kern/Nuss gezogenen Bäume plötzlich so gut, sie werden so groß und wunderschön: ein Walnussbaum, ein Pfirsichbäumchen und eine mittlerweile riesig gewordene und grad duftend blühende Robinie.


      Seltsam, ein großer Kaktus, den meine liebste Person gehegt und gepflegt hatte, bekam unmittelbar nach dem schrecklichen Ereignis einen Ableger, der schnell wuchs und der "alte" Kaktus selbst wächst seitdem unaufhörlich. Das war vorher nicht der Fall. Ich kann förmlich zuschauen.

      Den Mythos, dass man Blumen vom Grab nicht mit nach Hause nehmen soll, kannte ich gar nicht.
      Ich bin auch der Meinung, dass blühende Pflanzen nicht einfach weggeworfen werden sollten.

      So habe ich manche Pflanze mit nach Hause genommen und wieder aufgepäppelt.
      Und so sie dann wieder schön aussieht, würde ich diese, ohne zögern, erneut mit ans Grab nehmen.


      AL und passt auf Euch auf,
      Syli

      Neu

      Da fällt mir noch so ein "Mythos" ein und ich weiß gar nicht ob dass überall so ist oder nur bei uns in der Region. Nach der Beisetzung "lässt man die Gestecke und Kränze mindestens 6 Wochen auf dem Grab liegen". Ich hab das natürlich nicht so gemacht, meine Mädchen wurden im Sommer beerdigt und jeder kann sich vorstellen wie der Blumenschmuck, trotz feuchthalten, nach einer Woche aussah und wenn ich andere Gräber sehe wo dass so mit den 6 Wochen gehandhabt wird, war mir eigentlich gleich bewusst dass verwelkte Blumen u.ä. wegkommt und habe eben genau dann als es begann zu verwelken die verblühten Gestecke entsorgt. Wollte eben nicht dass das Grab wie ein Komposthaufen aussah und bin der festen Ansicht dass es meine Liebsten auch verdient hätten dass ich frische Blumen hinstelle. Woher diese 6Wochen-Mythos kommt kann mir aber auch keiner sagen. Begründet im Glauben ist es nicht sondern für mich einfach eine dämliche Tradition und weil "dass immer so gemacht wurde" heisst es für mich ja nicht dass ich es auch so tun musste.
      LG Steffen

      Neu

      Syli schrieb:

      Frieda schrieb:



      Seltsam, ein großer Kaktus, den meine liebste Person gehegt und gepflegt hatte, bekam unmittelbar nach dem schrecklichen Ereignis einen Ableger, der schnell wuchs und der "alte" Kaktus selbst wächst seitdem unaufhörlich. Das war vorher nicht der Fall. Ich kann förmlich zuschauen.



      Man mag es glauben oder nicht, liebe Syli, aber ich persönlich gehe davon aus, dass solche Dinge nicht ganz zufällig geschehen ... ;)

      Neu

      Eine Frau war hier zu Gast, die vor Jahren mit ihrem Mann schon einmal zu Zeiten der KLP hier war. Sie hat grad noch ein Zimmer bei mir von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag erwischt.

      Sie erzählt mir, dass sie ihren Mann vor 3 Wochen an Lungenkrebs verloren hat.

      Früh war sie heute wach und wir unterhielten uns lange. Sie war so verzweifelt gestern und war auch gleichzeitig so mutig. Sie sprach gestern darüber, dass sie ihn so gern kontakten möchte und das nicht schafft, weil der Schmerz so groß ist. Letzte Nacht saß er an ihrem Bett. Sie war überaus glücklich heute.


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
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      Albert Einstein

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      Frieda schrieb:

      Sie sprach gestern darüber, dass sie ihn so gern kontakten möchte und das nicht schafft, weil der Schmerz so groß ist. Letzte Nacht saß er an ihrem Bett. Sie war überaus glücklich heute.


      Das klingt interessant - erinnert mich an die Geschichten aus "Trost aus dem Jenseits" von den Guggenheims.

      Ich muss aber sagen, dass ich froh bin, immer etwas subtilere Hinweise auf die geistige Anwesenheit meiner Mutter erhalten zu haben. Wenn sie so direkt mit der Tür ins Haus gefallen wäre - ich weiß nicht, ob ich das so gut verkraftet hätte ... ;)
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