Ein "Altes-Hasen-Tagebuch" mit der Möglichkeit, auch mal zu antworten

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      Beitrag von „Syli“ ()

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      Ja ihr Lieben,

      Rolf und Syli haben es sehr schön beschrieben:

      " ... aber es ist ein Tag an dem ich mich hin und hergerissen fühle zwischen der Wehmut des Vermissens und dem Glück, dass dieser liebe Mensch geboren wurde und so lange an meiner Seite war ... "
      und
      " ... An diese wunderbaren Zeiten möchte ich mich nicht nur in Liebe und einer strahlenden Vergangenheit erinnern, sondern zu bestimmten Zeiten auch in Wehmut und Bedauern ... "

      Auch für mich war es heute nicht nur extrem traurig, sondern auch "irgendwie schön", seine Schrift zu lesen, seine Wortwendungen und seinen versteckten Witz wieder zu erkennen.

      Und es ist schön, dass es "in unserem Nest" noch einige "Federn" von ihm gibt, die geblieben sind ... (hat mal eine sehr liebe Trauernde hier im Forum geschrieben).

      Ich glaube, es wird solange ich hier lebe immer etwas Traurigkeit in mir sein, weil er nicht mehr hier ist. So ist es dann eben.

      Aber ich will nicht in diese "Starre" verfallen, die den Trauernden manchmal anhaftet, möchte nicht das Leben ohne ihn als sinnlos empfinden. Ich will leben. Soll nicht Jesus einmal gesagt haben: "... lasst die Toten ihre Toten begraben ..."?! Ganz schön herausfordernd! Oft denke ich über diesen kleinen Satz nach. Mein Liebster ist tot für diese Welt, das ja. Und ich möchte nicht tot sein, obwohl ich noch hier lebe.

      Sonderbare Gedanken heute am Abend ....


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Nein, es ist nicht vorbei.

      (wie gut, dass es dieses Tagebuch gibt)

      Ich weiss noch nicht einmal, ob es wirklich eine Frage von Trauer oder Verlust ist, dass es in letzter Zeit so viele Tage gibt, an denen mich diese alltägliche Ziellosigkeit oder der ziellose Alltag so niedermachen.

      Ist es Zufall oder hat es damit zu tun, dass der Geburtstag und der Todestag meines liebsten Menschen so nah beieinander liegen und ich mich gerade genau dazwischen befinde?
      Keine Ahnung, aber auch wenn ich äußerlich funktioniere, knirscht es innerlich.
      Es fällt mir unendlich schwer ein Leben zu leben, das nicht mehr von dem Gefühl getragen wird, dass es irgendwo hin geht.
      Ich könnte auch sagen, dass das Leben kein Projekt mehr ist, sondern nur noch ein Zustand.
      Einer, In dem ich ausharren muss, bis er entweder endet, oder der, bestenfalls durch Umstände, die nicht in meiner Hand liegen, verändert wird.

      Ich könnte natürlich/vielleicht auch versuchen einfach aufzuhören darüber nachzudenken.
      Mich damit abfinden. Dass das Leben kein großartiges Projekt ist, sondern nur ein Leben, das gelebt werden muss, will, oder was auch immer.

      Solange mir das nicht gelingt - und ich glaube nicht, dass ich mir überhaupt wünsche es möge mir gelingen - wird es so sein wie gerade jetzt.

      Soll ich das jetzt irgendwie relativieren oder in einen größeren Zusammenhamg stellen, in dem es darum geht, dass es ja alle möglichen auch trauerunabhängigen Gründe geben kann, dass es mir so geht wie es mir gerade geht?
      Ich denke nicht.
      Es ist wie es ist, und es macht keinen Unterschied zu wissen warum es so ist.
      ..........
      And if you don't know where you're going
      Any road will take you there

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „stiller“ ()

      Lieber Rolf,

      doch, es macht einen Unterschied. Denn dann kommt das Prinzip Hoffnung ins Spiel und die Welt schaut etwas anders aus. Sicher musst du dann auch noch durch das alles durch, aber ein Licht am Horizont lässt dich weiter gehen, du gehst jeden scheinbar sinnlosen Schritt weiter, eben weil du in dir diese Hoffnung trägst, dieses winzige Licht.

      Genau das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Ja, liebe Frieda, du hast ja recht.

      Es ist wie beim Freihandzeichnen - ich müsste es eigentlich wissen - wie etwas aussieht hängt vom Standpunkt und vom Betrachtungswinkel ab.

      Also richte ich mein Augenmerk mal auf die Lichtpunkte am Horizont des Bildes, das ich betrachte, erinnere mich daran, dass langes Warten auch lange Vorfreude sein kann, und freue mich über die schönen Begebenheiten eines Tages, über einen kleinen Menschen, der um mich herumwuselt - oder überraschende Anrufe. ^^

      Alles Liebe
      Rolf
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      And if you don't know where you're going
      Any road will take you there
      Hallo ihr Lieben
      Ich war viele Monate nicht aktiv hier. Das Tagebuch finde ich eine schöne Idee.
      Mir geht es auch gerade wie Euch. Phasen der Traurigkeit kommen immer wieder mal vor. In der letzten Woche jedoch sehr extrem. Ein Wechselbad der Gefühle von glücklich einen sehr liebenswerten Mann seit einigen Tagen an meiner Seite zu haben bis hin zu stundenlangen Tränen, weil gerade dieser Mensch die Vergangenheit sehr aufwühlt. Dieses Wechselbad der Gefühle überfordert mich gerade sehr.
      @stiller das Augenmerk auf die Lichtpunkte am Horizont richten gefällt mir.

      Wünschen euch einen schönen Tag mit glücklichen Momenten
      Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede!
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      Beitrag von „Syli“ ()

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      Beitrag von „Syli“ ()

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      Ihr Lieben,
      ich liebe diesen Gedankenaustausch in diesem threat sehr. Ja richtig gehört! Er hilft mir und Ihr findet alle die richtigen klugen Worte. In vielem entdekce ich mich dann selber wieder. Nicht nötig das einzeln zu wiederholen.
      Wir sind schon einen langen Weg gegangen nach unserem Verlust, vieles hat sich verändert und jeder von uns hat doch den Wunsch sein Leben weiterhin lebenswert zu finden. Ist nicht immer leicht. An manchen Tagen frage ich mich morgens schon wozu!
      Mir geht es manchmal wie Stiller beschreibt. Ist nicht wichtig den Grund zu wissen, es ist wie es ist. Echt norddeutsch übrigens, aber wahrscheinlich ignoriere ich dann doch dass es ein Fünkchen Hoffnung gibt am Horizont, und wenn es nur die Hoffnung auf ein Wiedersehen ist.
      Ich freue mich für lle hierhier die einen neuen Menschen an ihrer Seite gefunden haben. Ob mir das Glück nochmal hold ist weiss ich nicht, noch wünsche ich es mir zurzeit. Ich will erstmal lernen dieses Leben allein zu meistern und wieder meinen inneren Frieden finden. Ich bin doch noch oft wütend pber das was passiert ist. Ich glaube in diesem Zustand kann man keinen Anderen Menschen nah an sich lassen.
      Aber das ist nicht schlimm, Zeit sollte kein Problem sein. Es dauert solange es dauert....
      Frue mich immer von Euch zu lesen
      Jenny
      Ach ja ich muß gleichmal meinen Frust loswerden.Meine Bekannte die auch noch ihren Mann hat interssiert meine Lage garnicht.Ihr größtes Problem ist nur wann ich mit ihr einkaufen fahre.Selber haben sie kein Auto,aber das ich dafür im Moment keine Lust habe interssiert sie überhaupt nicht.Meine Kinder sind verärgert über ihr Verlangen und sind der Meinung ich soll es nicht machen,da sie auch Kinder hat die ein Auto haben.
      Ich ärgere mich sehr darüber,hätte mehr Anteilnahme erhofft.Aber so ist das wem es nicht betrifft dem ist das alles sch.....egal.
      Von Freundschaft kann man dann auch nicht reden.
      Ach nun habe ich euch meinen Frust angedreht,aber ich mußte mit jemanden reden,und dafür ist doch das " Tagebuch " auch da,
      oder seit ihr anderer Meinung? Dann sagt mir das !!!!

      LG Christine
      liebe Christine
      ich bin deiner meinung du kannst dir hier alles von der seele schreiben, denn
      ​wir haben alle gleiches erlebt und verstehen dich. ich bin auch auch auf menschen
      gestoßen den es egal war ob ich allein bin ,die haben mich noch doof angemacht.
      ​so in etwa das leben muss weitergehen. ich kann dir nur einen tip geben mach nur was
      ​dir gut tut und was du wirklich willst. wann immer du magst komm hier her und sprich/schreib
      dir alles von der seele das hilft glaub mir.

      lg.-monalisa
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      Beitrag von „Syli“ ()

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      Liebe Monalisa,und Liebe Syli!

      Vielen Dank für eure Ratschläge,ihr habt ja recht " Nein " sagen ist nicht leicht.Und bis jetzt waren mein Mann und ich ja auch immer für die Bekannten da,haben sie immer mitgenommen.Aber für mich ist die Zeit gerade sehr schwer.Ich würde mich auch freuen wenn sie mal für mich etwas Zeit hätte zum reden,aber ??????
      Meine Nachbarin ist da anders,mit ihr gehe ich immer spazieren,obwohl wir sonst kein so inniges Verhältnis zu einander hatten,und darüber freue ich mich.Ich gehe auch viel zum Friedhof und da trifft man auch immer jemanden mit dem man dann mal paar Worte reden kann.Wir Älteren im Dorf kennen uns ja alle.Ich freue mich schon auf den Frühling wenn man mehr raus kann,vieleicht geht dann auch die Trauer etwas zurück,und wenn es auch nur ganz wenig ist .
      LG Christine
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      Beitrag von „Syli“ ()

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      Kenne ich alles. MIr sind zu allem Überfluss auch zwei Freundschaften zerbrochen, sodass ich nun fast allein dastehe. Die eine Freundin meinte, mir gegenüber per E-Mail die Trauertherapeutin spielen zu müssen, anstatt mich einfach mal aus meinen vier Wänden herauszuholen und sich meine Sorgen und Nöte anzuhören, was ich am dringendsten gebraucht hätte. Am Ende war sie dann noch beleidigt, als ihre "Bemühungen" bei mir nicht so gut ankamen, wie sie es wünschte, da sie als Witwe doch die selbsterklärte Trauerexpertin vom Dienst ist. Die andere hat sich kaum gemeldet und als ich sie dann mal zufällig traf - mir ging es wirklich gar nicht gut und das hatte ich auch bei vorherigen Kontakten bereits mehrmals zum Ausdruck gebracht - kam von ihrer Seite her völlig unpassenderweise Frohsinn und blödes Gelächter, sodass bei mir aufgrund dieser mangelnden Empathie der Ofen völlig aus war.
      Zum Glück habe ich noch zwei ganz liebe Freundinnen, die es wirklich schaffen, mir Halt zu geben, ich wüsste sonst nicht wohin mit mir in dieser schwierigen Zeit.
      Und dazu muss ich noch sagen, ich bin niemand, der anderen stundenlang etwas vorheulen möchte, im Gegenteil, ich freue mich auch, wenn jemand mich fragt, ob ich mit ins Kino oder ins Konzert gehen will, und man kann sich ganz normal mit mir unterhalten! Aber einfach mal blöd loslachen, wenn ich sage, wie schwierig es sich gestaltet, ganz allein einen Haushalt mit über 100 Quadratmetern aufzulösen, in dem man jahrzehntelang gewohnt hat, geht dann eben doch nicht ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Marion68“ ()

      Heute habe ich so eine Ahnung von Vorfrühling. Es ist fast so, als gäbe es keine Eiseskälte, keinen Sturm, keinen Schnee ... ein paar Vögel trällern schon ... so ein schöner Morgen, sogar mit Sonnenstarahlen. Schade, verdammt schade, dass du nicht mehr hier auf diesem Planeten bist! ;( <3


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      @Frieda:

      Ja, der endlich mal wieder heitere Himmel täuscht ein wenig. Der Frühling ist zwar nicht mehr weit weg, aber zur Zeit ist er es leider noch. Die Spechte beginnen damit, in die Baumstämme zu klopfen, um im Frühling mit ihrem Nest fertig zu sein. Noch haben wir nicht einmal Februar - wir müssen noch warten.
      hallo ihr lieben hier,
      eure gedanken über das projekt leben und über das leben, wie es jetzt nun mal ist nach unserem verlust finde ich ebenfalls sehr inspirierend, entdecke mich in vielen aussagen auch selbst wieder, empfinde vieles ähnlich. mache mir viele gedanken darüber, wie es aussehen soll, dieses neue leben. mach pläne, verwerfe sie wieder und weiß eigentlich auch fast drei jahre danach nocht nicht, was ich eigentlich wirklich soll. in der zwischenzeit lebe ich einfach jeden neuen tag und nehme die kleinen und großen herausforderungen an, die an mich gestellt werden. so ganz befriedigend ist das für mich noch nicht, aber vielleicht brauche ich einfach noch ein bisschen zeit. ich wünsche uns allen, die wir auf der suche - wonach auch immer - sind, gutes gelingen.

      eure lucie/lonie :)
      Erinnerungen sind kleine Sterne, die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten

      Die Erinnerung ist ein Fenster, durch das wir dich jederzeit sehen können
      ja, liebe Lonie, du sprichst mir aus dem Herzen:

      Lucie59 schrieb:

      in der zwischenzeit lebe ich einfach jeden neuen tag und nehme die kleinen und großen herausforderungen an, die an mich gestellt werden. so ganz befriedigend ist das für mich noch nicht, aber vielleicht brauche ich einfach noch ein bisschen zeit.


      Jeden neuen Tag annehmen....das ist schon eine große Herausforderung...finde ich! Mal klappt es gut...mal weniger. Es tut so gut hier zu lesen das es vielen ebenso geht...wir versuchen unser Leben zu leben...so gut es eben geht.
      die vielen Ratschläge...die ich auch weiterhin bekomme...höre ich mir mittlerweile mit einem Lächeln an...und filtere dir für mich relevanten heraus...das sind eher wenige...aber mit der Zeit denke ich doch das die meisten Leute es eher gut mit mir meinen. Es ist halt sehr schwierig Trost zu gehen...so wie er gerade benötigt wird. ..

      L g Sorina
      Alles verändert sich, mit dem der neben einem ist oder neben einem fehlt.
      In meiner Trauer wohnt die Liebe
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