Trauer um den geliebten Mann

      Hallo, ihr Lieben,
      es ist ein guter Gedanke, das unser Schmerz diese Verbindung zu unseren Lieben ist. Wenigstens kann ich da was fühlen, der Schmerz tut unheimlich weh, wenn mir diese furchtbaren "Nie mehr - Gedanken" kommen, tut mir wirklich das Herz elende weh, direkt ein zusammenpressen. Dann weine ich, erst danach wird es besser, d. h. es klingt leise ab.
      Ja hab ich auch schon gehört, ich könne stolz sein auf das erreichte als Witwe, alles gemanagt mit der Beerdigung, jeden Tag gearbeitet (na außer jetzt mal), für Familie da sein, meine 90jährige Mutti ordentlich ins Pflegeheim aufgehoben. Und ich kann auch alleine in eine Gaststätte gehen oder ins Freizeitbad. Ich war ja vorher auf nicht doof, sondern selbständig. Aber dieses verfluchte Alleine sein, nie mehr haben, keine Umarmung. Genau, meine Kinder gehen auch wieder nach dem Besuch auch wieder nach hause. Ich benutzte seine Deos und Parfüms, damit ich seinen Geruch in der Nase habe.
      Morgen haben wir unseren 38. Hochzeitstag. Liebes Gerti-Seppel, du fehlst mir so sehr. Kannst mich holen.
      Liebe Steffi,
      auch ich benutze die Sachen meines Mannes, habe noch nichts weggeräumt, fühle mich ihm dadurch nah. Diese Niemehr-Gedanken quälen mich auch, ich war so glücklich mit ihm. Da hast du morgen einen besonders schweren Tag vor dir. Im November ist unser 35. Hochzeitstag, das Herz wird mir jetzt schon schwer. Ich denke an dich und wünsche dir viel Kraft. :knuddeln:
      L.G.Emmi
      Liebe Emmi,
      danke dir für die tröstenden Zeilen. Ich bin auch heute früh wieder aufgewacht, so wie in den letzten 28 Wochen. Er ist nicht mehr hier. Was hätten wir wohl heute getan an unserem 38. Hochzeitstag? Im schlimmsten Falle müsste ich zur Spätschicht ins Pflegeheim, falls ich nicht rechtzeitig ein "Wunsch-Frei" ins Dienstbuch notiert hätte. Es ist ein herrlicher Sommertag, richtige Hitze, dann hätten wir im Garten angestoßen und uns gefreut über diese lange Zeit. Blumen hat mein Mann meist nicht besorgt, aber das habe ich auch nicht erwartet oder gewollt, wir waren uns auch so genug.
      Heute habe ich mir einen Blumenstrauß gekauft und ihn neben sein Bild auf den Wohnzimmertisch gestellt, da stehen sonst auch Blumen, aber eine sparsame Variante :| er soll ja nicht schimpfen.
      Und natürlich noch Blumen für sein Grab, da werde ich dann hinfahren und weinen. Soll ich sagen, was ich für ein Glück habe, dass mein Ehemann und mein Vati in einem Grab gemeinsam liegen?? Das kann ich nicht als Glück bezeichnen. Eher Erleichterung. Die zwei haben sich zu Lebzeiten super vertragen :rolleyes: .
      Witwe am Hochzeitstag habe ich irgendwo in fünfzehn Jahren gedacht. Ich hoffe, bald kann ich unser gemeinsames Leben als wirkliches Geschenk betrachten und hegen. Noch bin ich nicht soweit. Es tut nur weh und ich staune, dass mein Herz das aushält.
      Ganz viele liebe Grüße und Trost für uns alle von Steffi
      Hallo zusammen,
      ich war lange nicht mehr hier. Ich habe eine gute Trauerbegleiterin gefunden, die mir hilft. Im Moment ist es jedoch besonders schlimm. Ich habe in den letzten Wochen einiges erreicht, privat und auch beruflich einiges klären und zum Guten wenden können. Mein Mann wäre so stolz auf mich gewesen. Doch er ist nicht da um stolz zu sein, um mit mir die Erfolge zu feiern. Also warum sich anstrengen. Hinzu kommt das seit letzter Woche endlich der Stein am Grab steht, es ist ein Urnengemeinschaftsgrab deshalb hat es auch lange gedauert. Ich wusste es wird schlimm, doch seinen Namen dort zu sehen, hat mich regelrecht erschüttert. Es war plötzlich so entgültig. Ich habe auch im Moment große Probleme mit meiner Mutter. Sie kann einfach nicht verstehen, warum es mir nicht besser geht, man müsste doch endlich wieder nach vorne schauen. Doch mein Mann ist immer noch tot. Es sind jetzt 5 Monate, nach dieser Zeit kann ich noch nicht nach vorne schauen und es kann mir nicht gut gehen.
      Die Telefonate mit meiner Mutter belasten mich zusätzlich. Auch wenn die Familie in dieser für mich sehr schweren Zeit wichtig ist, kann ich ncht mehr mit ihr sprechen. Ich schaffe es einfach nicht mehr.
      Ich wünsche euch allen viel Kraft für die neue Woche.
      Liebe Grüße Schlumpfine
      Liebe Schlumpfine,
      vieles von dem Du schreibst ist mir bekannt und habe und erlebe ich heute noch genau so. Die Entgültigkeit ohne den geliebten Menschen weiter leben zu müssen, sie schmerzt immer noch wie am Anfang, nur nicht mehr so häufig. Das Unverständnis dass man keine Lust hat nach borne zu sehen, neu anzufangen.... es sind bei Dir erst wenige Monate, da kann man noch nicht mal darüber nachdenken das es irgendwann anders wird. Lass Dich nicht beirren und habe Geduld mit Dir, das sollten auch Deine Lieben haben. Die Grauer braucht Raum und Zeit, wieviel bestimmst nur Du..
      Liebe Grüsse Jenny
      Ja, liebe Schlumpfine,
      auch mir geht es so.
      Es müsste doch endlich mal besser werden, so die Meinung der
      Mehrheit. Das ist so schlimm.
      Ich habe mich einfach zurück gezogen. Las die Anderen denken was
      sie wollen. Man kann es eh nicht beeinflussen.
      Ich halte natürlich den Kontakt mit meiner Familie, aber wie es mir geht
      verschweige ich eben. Trauere für mich ganz alleine.
      Andere Menschen, denen es genauso geht wie uns, die verstehen
      das . Und so bin ich auch in einer Trauergruppe gut aufgehoben und
      fühle mich verstanden und kann auch Themen ansprechen, die
      mich bewegen, ohne Kommentare.
      Ich werde wohl nie wieder so funktionieren wie vorher.
      Da sitzt der Schmerz zu tief.
      Aber auch ich denke, das ich schon viel geschafft habe.
      In kleinen Schritten und nur so wie ich es mir zutraue.
      Und nur so wird es wohl gehen.
      Sei nicht traurig über deine Mutter.
      Sie stand deinem Mann ja auch nicht so nahe. Und jeder Mensch ist anders.
      Vielleicht versteht sie das irgendwann.
      Liebe Grüsse
      Liebe Schlumpfine!

      Wie gut ich dich verstehen kann! Dieses Vermissen und diese Sehnsucht nach dem geliebten Mann...nach 5 Monten kann es noch nicht viel besser sein. Wir geben unser Bestes...wollen nach vorn schauen...aber wir fallen immer wieder ein Stück zurück.
      Mein Mann ist jetzt 3 Jahre fort...und manchmal denke ich immer noch das kann doch alles nicht wahr sein...er fehlt mir so sehr..in so vielen Dingen. Die Umwelt meint wir kommen gut zurecht...und das tun wir auch...so wie wir es eben schaffen.....und glaube mir: es geht vorran...der Mantel der Trauer wird mit der Zeit leichter und irgendwann siehst du auch wieder Licht um dich herrum....lass dir Zeit...und hör nicht auf die anderen.
      Für seinen Grabstein habe ich viel Zeit benötigt...es ist so entgültig...und es sollte doch auch etwas besonders sein....mittlerweile ist sein Grab ein Trost für mich: die Blumen haben dieses Jahr so schön geblüht, und ich gehe gern zum Friedhof. Oft treffe ich auch Menschen für ein kurzes Gespräch...
      Tu was dir guttut.....wir müssen unseren Weg so gehen wie wir Kraft haben.

      Ich wünsche dir viel Kraft und Hoffnung
      LG Sorina
      Alles verändert sich, mit dem der neben einem ist oder neben einem fehlt.
      In meiner Trauer wohnt die Liebe
      Hallo Ihr Lieben,
      Sorina, Schlumphine, Petel, Ihr schreibt mir so aus dem Herzen.
      Heute ist mein liebes Gerti-Seppel 242 Tage tot. Ich weiß nicht, warum ich die Tage zähle. Ich wundere mich, dass ich schon 242 Tage ohne ihn überlebt habe. Mein Hausarzt hat mir eine Überweisung zu einer Psychologin gegeben, da war ich zu drei Sitzungen. Ob es das richtige ist, ich kann es mir fast nicht vorstellen. Aber ich kann jetzt ohne Schmerzen im Herz die Wohnungstür aufschließen und reingehen. Weil ich es als unser gemeinsames Zuhause betrachte und ich sag auch meistens "hey ich bin da". Und ich weine nicht mehr jeden Tag am Grab, ich bin dort irgendwie ruhig. Am meisten macht mir noch der Schuldgedanke zu schaffen. Dieses elendige Fragen nach Warum, warum warum. Und ich hasse immer noch das Krankenhaus, wo er so alleine sterben musste und ich nicht bei ihm war, weil ich der Notaufnahme telefonisch nicht auf den Sack gehen wollte als hysterische Ehefrau, die noch so blöde war, ihren Mann nicht im Krankenauto zu begleiten, Mann ich saublöde Kuh habe doch gesehen, dass er blaue Fingernägel hat, ich habe hundert Menschen sterben sehen bei meiner Arbeit. Aber hier habe ich versagt. Und das kann ich mir nicht verzeihen. Schon gar nicht nach 242 Tagen. Ja ich lebe, ich mach auch mal ganz normale Sachen, und gehe ganz alleine in eine Gaststätte Abendbrot essen. Zum Kochen hab ich keine Lust. Ich hab im Kühlschrank kürzlich einen Joghurt gefunden, der war am 20.022018 abgelaufen, ha da hat mein Seppel noch gelebt. Manchmal hab ich aber Angst, dass ich mit meiner Trauer und dem Festklammern meinem Mann nicht die Ruhe gönnen kann, die er ja in seiner Lage so braucht, ich will nicht, dass er da oben verrückt wird weil ich hier unten in Trauer tobe. Dann entschuldige ich mich bei ihm und sag, dass ich mir nur wünsche dass er mein Engel ist und er mich beschützt und dass ich weiss, dass er nicht zurückkommen kann, aber ich kann zu ihm, wenn es Zeit für mich ist. Ich konnte mir nie vorstellen, dass wir nicht so viel gemeinsame Zeit hatten, obwohl vierzig Jahre doch viel Zeit ist, nein es ist zu wenig und jetzt weine ich doch.
      Danke das ich hier so was schreiben kann. Bleibt alle stark.

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      Liebe Steffi,
      so geht es mir auch. genau so.
      Die 40 Jahre sind so schnell vergangen, wie ein Wimpernschlag.
      Und ich denke an so viele Situationen die wir erlebt haben.
      Gute und auch schlechte.
      Aber das Schlimmste waren die letzten Tage im Krankenhaus.
      Ich habe mit keinem Gedanken daran gedacht, das das seine
      letzten Tage sein könnten. Und plötzlich war alles vorbei.
      Die Welt über einem stürzte zusammen und ich dachte, jetzt
      muß die Welt unter gehen. Aber das tat sie nicht.
      Alles draussen bewegte sich, als ob nichts gewesen wäre.
      Nichts ist mehr wie es war und keinen interessiert es...
      Manchmal schaffe ich es auch auf dem Friedhof nicht zu weinen.
      Aber das ist selten. Es ist auch nach 7 Monaten unfassbar und
      nicht so richtig wirklich. Auch ich komme nach Hause und sage Hallo
      und denke jetzt muß er doch gleich um die Ecke kommen und dich
      mit seinem Lächeln begrüssen. Und da kommt dann wieder der Hammer.
      Es ist so schwer zu versuchen alles allein zu entscheiden.
      ich mache dann auch immer mal wieder den Rückzieher, weil ich
      mir unsicher bin. Wenn ich von Arbeit komme und man hat niemand
      mehr, dem man die Neuigkeiten erzählen kann...
      Alles frisst man in sich rein.
      Ich weis auch nicht, ob das noch mein Leben ist.
      Bemühe mich aber sehr.
      Mit dem Kühlschrank geht mir das genauso. Er hat für sein Leben gerne Kaffee
      getrunken mit Milch. Die hat er gehortet, damit er immer genug hat.
      Sie ist noch nicht abgelaufen. Erst heute hatte ich sie wieder in der
      Hand. Das tut alles so weh.
      Manchmal denke ich immer noch, wenn ich früh aufwache das das alles
      ein Traum ist. Aber dann ist das Bett leer....
      Seine Wintersachen habe ich noch im Schrank.
      Meine Schwester machte mir dem Vorschlag nach Hamburg damit zu
      fahren und sie an Obdachlose zu verteilen.
      Finde ich eine gute Idee. Aber mir graut vor dem Tag.
      Das ist dann immer Endgültiger. Als ob ich mich immer weiter entferne..
      Ja du siehst, mir geht es auch so wie dir.
      Es ist immer etwas ähnlich,oder?
      Liebe Grüsse
      Petel

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      Ihr Lieben,

      was Petel schreibt kann ich nur bestätigen. Und bei Euch fast allen sind es erst ein paar Monate oder vielleicht 2 bis 3 Jahre, auch bei mir geht es nach 8 Jahren genauso. Heute z-B. ist wieder so ein Tag. Alles was ich mache ist mit ihm verbunden, das Haus, Garten.....alles. Manche Tage geht es besser und dann wieder der Keulenschlag. Es kommt alles wieder hoch. Wir waren 43 Jahre verheiratet, ja Du hast recht Petel es ist ein Wimpernschlag, aber gottseidank haben wir das doch soweit geschafft mit allen Höhen und Tiefen.

      Ja gestern habe ich unsere Trauben abgeschnitten, endgültig, war ja schon sehr spät, und es hat d.J,. viel gegeben. Mein Mann hätte sich sehr gefreut. Konnte alle versorgen meine Patenkinder und auch die Nachbarschaft. Und ich muß sagen ich habe ja nur ein Stamm mit 2 oder 3 Verzweigungen, aber soviel wie d.J. hatten wir noch nie. Und sie sind zuckersüß. Die beiden Patenkinder hatten gestern auch mir gheholfen herunterzuschneiden. Es muß halt alles gemacht werden, ist eine Kette ohne Ende.

      Muß weitermachen bin gerade beim Bad putzen. Kam gestern nicht mehr dazu.

      Wünsche Euch allen einen schönen Tag und macht das Beste daraus. Wir müssen halt..

      lg Heidi
    Liebeskummer Sorgen Forum