Weihnachten in Trauer

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    Hallo Ihr Lieben,

    nun ist es wieder soweit , es ist Weihnachten......


    Weihnachten, die Zeit der Erinnerung an Kindertage, an Tage im Kreise der Familie kurzum an schöne, fröhliche und nicht zuletzt besinnliche Tage. Für alle von uns ist Weihnachten nun anders, ganz anders......viele von uns fürchten sich jetzt sogar vor diesen besinnlichen Tagen, denn es fehlt jemand aus dem Kreise der Lieben, ein Platz bleibt leer.......


    So merkwürdig es jetzt auch klingt und manche können es sich , gerade wenn die Trauer noch ganz frisch ist, nicht vorstellen aber es wird bessser werden. Ganz langsam wird es besser werden......die Trauer wird sich zunehmend in sich gut anfühlende Erinnerungen wandeln. In Dankbarkeit das wir diese besinnliche Zeit mit den Menschen verbringen dürften, die wir verloren haben......und es bleibt etwas zurück aus dieser gemeinsam verbrachten Zeit, nämlich liebevolle Erinnerungen an den Menschen, an die gemeinsam gelebten Traditionen an viele gemeinsam verbrachten Weihnachtsfeste......


    Man sagt, wenn man sich an jemanden erinnert ist er nicht weg, ist er nicht tot.....es bleibt etwas zurück von Ihm oder Ihr.......und das stimmt ! Wir sind nicht alleine sie sind immer noch bei uns in unseren liebevollen Erinnerungen.......und wer weiss, vielleicht sitzen sie ja mit am Tisch ohne das wir sie sehen aber wir können sie spüren wenn wir ganz genau in uns reinhören......


    Ich weiss das ist alles sehr, sehr schwer aber bitte verzweifelt nicht, denn es wird besser........


    In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest auch mit dem hier oft gesagten Satz das auch diese Tage nur 24 Stunden haben......


    Eure Mäusi

    • Official Post

    Ja, ihr Lieben, liebe Mäusi,


    wer weiss das schon?!


    Niemand von uns kann bis jetzt beweisen, dass es nach unserem Tod ein weiteres Leben gibt. Aber niemand von uns kann beweisen, dass es das nicht geben wird!


    Deshalb ist es sicher gut und richtig, unsere Verstorbenen nicht aus dem jetzigen Leben auszuschalten, denn sie sind vielleicht noch irgendwie da.


    Mein geliebter Mann ist jedenfalls noch da - und gerade an Weihnachten, weil ihm dieses Fest sehr viel bedeutet hat. Ganz im Stillen bin ich immer wieder mit ihm zusammen. Das muss auch niemand wissen, ausser vielleicht hier im Trauerforum. Es ist einfach schön, den verstorbenen Menschen nicht aufzugeben, sondern ihn zu ehren und weiter mit ihm zu kommunizieren.


    Ich schließe mich Mäusi an: "bitte verzweifelt nicht!"


    Alles hat seine geweisten Wege, auch das, was uns oft unsinnig erscheint. Und eines ist völlig klar: das, was zusammengehört, das wird auch wieder zusammenkommen ! <3



  • Hallo ,

    es war für mich das erste Weihnachten ohne meinen Papa, es war für die Kinder meines Bruders ( 8 j , 6 j ) natürlich etwas besonders wenn der Weihnachtsmann da war . Aber für uns die nicht den Opa sondern den Vater/Ehemann/Schwiegervater verloren haben, war es etwas anderes ....für mich war der Tag schlimm...zu sehen das ein Platz leer ist ....einer beim Essen fehlt....einer der nicht beschenkt wurde...ohne sein Lachen….ohne sein Namen oder „Opa schau mal“

    Selbst die Kinder haben gemerkt das der Opa nicht mehr da ist...der "große" hat ein Bild gemalt wo der Opa ist , mit einem großen Herz und die Arme ausgestreckt. Auf der Rückseite steht "Lieber Opa wir vermissen dich" und dann unsere Vornamen. Das hat er uns geschenkt. Es hat Kraft gekostet dabei nicht zu weinen.

    Als ich dann wieder alleine gestern im Bett lag, kamen die Tränen und ich habe mich den Schlaf geweint.

    Auch jetzt wo ich das hier schreibe fließen die Tränen wenn ich daran denke das mein lieber Papa nicht mehr da ist ....

    Ich wünsche mir das es besser wird ....und das sich der Schmerz wandelt ....


    MfG

    Nafus

    • Official Post

    "Weihnachten in Trauer"


    Jetzt befinde ich mich nochmals neu unter dieser Überschrift, denn gestern in ein sehr lieber Freund von mir verstorben. Alle sind geschockt und wir reden und reden, telefonieren, mailen .... und das alles an Weihnachten ... ;(


    Der eine tiefe Schmerz um meinen Allerliebsten ist nun über die Jahre verwandelt in inneres Verstehen, Annehmen. Nun ist ein ganz frischer schmerzlicher Abschied da, tut weh, tut sehr weh.


    Ich bitte alle verfügbaren Engel um Geleit für ihn, dass sie ein Stück mit ihm gehen, damit er versteht ... wünsche ihm so sehr, dass er "drüben" weiter kommt und weiss zur gleichen Zeit, dass er natürlich seine Wege zum Licht finden wird. <3


    Bin aber unendlich traurig, weil ich jetzt ohne ihn bin.

  • Liebe Frieda ,


    ja es ist für uns alle eine dunkle und schwierige Zeit. Die Schmerzen sind groß teilweise scheinen Sie unüberwindbar aber dennoch werden wir morgen alle wach , leider mit dem Gefühlt das was fehlt und es doch nicht sein kann, aber die Welt dreht sich weiter und wir müssen damit zurecht kommen ob wir wollen oder nicht.

    Ja ich hoffe es das sich der Schmerz und diese Sehnsucht irgendwann wandelt .


    Zumindest wünsche ich mir das sehr ....damit man wieder Leben kann

    • Official Post

    Ja, ich weiss ja ganz genau, dass sich der Schmerz wandelt, vor allen Dingen merke ich, dass ich mir selbst am meisten leid tue. Das ist halt immer die Crux.


    Ich fühle mich verlassen, jetzt und für alle Zeit. Und ich weiß nicht, wie ich wieder glücklich sein kann ohne diesen verstorbenen Menschen. Das ist das Band zwischen uns, das ist die Sehnsucht.


    Wenn jemand Abschied nehmen muss, dann könnte es für immer sein. Ich weiß es nicht.


    Das beste Mittel gegen den Trauerschmerz ist (für mich), dem, der gegangen ist, das Allerbeste auf seinem weiteren Weg zu wünschen. Und selbst wenn ich daran glaube, dass nach dem Tod absolut nichts mehr sein wird, hilft es dankbar zu sein für alles was war und trotz allem das Beste zu wünschen, was immer passieren wird oder auch nicht. Denn wir wissen nichts!


    Woher die helfenden Kräfte auch kommen mögen, die mich retten, wenn ich verzweifelt bin und in der Trauer versinke ... sie sind da, ganz egal welche Namen ich ihnen geben, aber es gibt sie. Diese Kräfte sind in mir selbst und ich kann sie in der Liebe für meine Verstorbenen spüren. Denn die Liebe gibt und gibt.

  • Liebe Frieda,


    wie furchtbar! Jetzt mußt Du schon wieder einen nahestehenden Menschen betrauern. Das tut mir ganz furchtbar leid. Ich kann mir vorstellen, wie Du dich fühlen mußt. Fühl dich ganz herzlich umarmt.


    Du bist Christin, ich bin auch Christ. Wir wissen beide, wer uns die Herausforderungen für unser Leben stellt. Wir sind nicht perfekt, ich nicht, Du nicht. Aber unser Vater im Himmel weiß das! Er wird uns keine Aufgaben stellen, die wir nicht erfüllen können, er ist uns gnädig, er steht uns bei, immer!


    Wir sind hier auf der Erde, um eine Mission zu erfüllen. Niemand hat behauptet, daß das einfach ist. Aber wir wachsen mit jeder neuen Herausforderung! Das tut oft weh, ich weiß das. Aber wir werden irgendwann verstehen, wofür das gut war.


    Und auch wir werden das irdische Leben irgendwann hinter uns lassen, wenn unsere Aufgabe erledigt ist. Und dann gibt es ein Wiedersehen mit allen, die uns auf unserem Lebensweg in Liebe begleitet haben. Ich bin überzeugt davon, daraus schöpfe ich meine Kraft.


    Ich bin sicher, daß auch Du die Kraft finden wirst, deinen Weg weiter zu gehen. Vielleicht nicht jetzt sofort, aber bald. Wenn die Zeit dafür gekommen ist.


    Alles Liebe und Gute!

    Ralf

    • Official Post

    Lieber Ralf,


    so fühlt es sich also wieder an, liebevollen Trost zu erhalten. Danke dafür. Und - es tröstet wirklich ...


    ......................................................


    "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
    dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
    ihre Auswirkung auf das Ganze hat."


    Albert Einstein

  • Hallo Frieda ,


    dein Verlust tut mir in der Seele genausoweh wie meiner , ich habe heute das erstemal wieder gebetet für meinen Papa und alle anderen

    ...z.Zt geht es mir richtig schlecht...wenn meine Mutter nicht wäre das würde ich verrückt werden . Mir war nicht bewusst wie schlimm es ist mit der Trauer umgehen zu müssen.

    Ich weine mehrfach am Tag , gestern der erste Tag war für mich schlimm, ich konnte gestern Abend nicht bei meiner Mutter sein ....diese starken Kopfschmerzen

    Heute auf der Arbeit waren diese zwar weg und ich habe einem Kollegen mein Herz ausgeschüttet...das hat etwas geholfen und seit 2 Std. fühle ich mich wieder so hoffungslos das jemals schaffen zu können.


    Ich vestehe nicht warum das so wehtut und schmerzhaft ist...das ist schlimmer als die ersten Tage nach mein Papa gestorben ist...was wird mir angetan...warum müssen wir alle das durchmachen.


    Lohnt es sich überhaupt ? Was ist das Ziel des Ganzen ? Wozu sollte man sich verlieben , Kinder bekommen , um dann die Eltern , Ehepartner , Freunde zu betrauern....


    Aktuell fällt es mir schwer an irgendwas zu glauben...und an schlaf ist leider nicht zu denken....


    Was kann ich machen damit es mir besser geht ? Weinen soll helfen , aber ich fühle mich richtig schlecht dabei und würde am liebsten mir eine Kugel durch den Kopf jagen...

  • Liebe(r) Nafus,


    ich kann gut nachempfinden, wie Du dich jetzt fühlen mußt. Ich war ja etwas eher dran, mein Vater starb schon im Juli, also kommt mir das, was Du sagst, sehr bekannt vor.


    Unmittelbar nach dem Tod muß man die Beerdigung organisieren, bei euch kam auch anschließend noch das Weihnachtsfest, das ist die Zeit, da trauert man auch, aber da muß man noch "funktionieren", damit alles im Sinne der Familie geregelt wird. Das habt ihr nun überstanden.


    Dann kommt die Zeit, da ist das, was unmittelbar mit dem Tod zu tun hat, geregelt und dann kommt jeder wieder auf sich selbst zurück. Dann stellt sich die Frage: Was jetzt, wie geht es jetzt weiter? Vorher war ja keine Zeit für diese Frage, aber jetzt ist sie da. Das war auch für mich die Zeit, wo ich stundenlang in der Küche beim Frühstück gesessen bin und keinen Anfang mehr gefunden habe, keine Energie, irgendetwas anzufangen, wo jeder neue Tag schon allein eine Belastung war.


    Dann hörte ich sonntags eine Predigt im Internet, in der der Pastor die Geschichte von dem Erdbeben in Armenien am 07.12.1988 erzählte: In der Stadt Leninakan war ein Schulhaus eingestürzt, alle Kinder wurden unter den Trümmern begraben. Die Eltern eilten sogleich zum Unglücksort, sahen nur noch die Trümmer und weinten um ihre Kinder. "Sie sind alle tot. Wir können nichts mehr für sie tun." Ein Vater suchte den Ort, wo einmal das Klassenzimmer seines Sohnes gewesen war und begann, die Trümmer mit den bloßen Händen beiseite zu räumen. Die anderen Eltern sagten ihm: "Es ist zu spät, es hat keinen Sinn!". Auch die Polizei riet ihm, aufzuhören.


    Doch der Vater grub weiter, mit blutigen Händen, 12 Stunden, 24 Stunden, 36 Stunden, seine Kräfte waren fast völlig erschöpft, aber er hörte nicht auf. Nach 38 Stunden räumte er einen großen Trümmerblock beiseite und hörte die Stimme seines Sohnes. Er rief nach ihm und er antwortete. Der Vater rettete seinen Sohn, dieser half daraufhin mit, die restlichen Kinder zu bergen. Fast die Hälfte der verschütteten Kinder wurden daraufhin lebend geborgen.


    Als alle Überlebenden in Sicherheit gebracht waren, sagte der Sohn zu seinen Klassenkameraden: "Ich habe es euch doch gesagt. Mein Vater läßt uns nicht im Stich. Er hat es mir versprochen, egal was passiert!"


    Ich schrieb dem Pastor, bedankte mich für seine Predigt und fügte hinzu: Mein Vater war zwar kein gläubiger Christ, aber ich hatte das Gefühl, als hätten Sie von meinem Vater erzählt. Genauso war er. Er hat mich in seinem ganzen Leben nie im Stich gelassen.


    Ich habe mir oft Sorgen gemacht, wenn mein Vater sich zu Lebzeiten nicht zu Jesus Christus bekannt hat, wird er dann wirklich nicht im Buch des Lebens stehen? Ich habe immer wieder zu Gott gebetet für die Seele meines Vaters. Ich habe Gott gefragt, WEN willst du denn im Himmel aufnehmen, wenn nicht meinen Vater??? Und dann dachte ich noch einmal über diese Predigt nach.


    Gott hat mir geantwortet. Durch die Predigt dieses Pastors.


    Nafus, gib niemals die Hoffnung auf! Auch wenn alles noch so sinnlos erscheint, Du kannst niemals wissen, was der nächste Tag bringt. Und wenn Du betest, achte auf die Zeichen! Gott spricht mit dir! Du mußt ihm nur zuhören. Ich werde auch für die Seele deines Vaters und für euch alle beten!


    Gott segne euch!

    Ralf

  • Hallo Ralf ,


    vielen Dank für deine Antwort und mein Beileid für deinen Papa. Es tut mir sehr leid das dein Papa leider auch verstorben ist . Ja Weihnachten und Silvester sind zum Glück vorbei. Das alles so weiterläuft wir auf dem Rest der Welt finde ich sehr komisch. Moment mal da fehlt doch einer ... es ist sehr schwer für mich das täglich wieder zu begreifen . Wie kann man das nur verkraften ( jeden Tag auf das neue ? ) . Die Geschichte bewegt mich sehr im Nachhinein , zuerst habe ich es nicht verstanden da der Vater seinen Sohn und viele andere Kinder gerettet hat. Dann sehe ich es aus der Sicht vom Sohn und erkannte das man auf Rettund hoffen soll . Aber wird jemand kommen um mich zu retten ? ich glaube nicht und wird sich das ändern ? ich weiß es nicht und kann es aktuell nicht sehen... leider . Hoffnung hmmm ist nicht in Sicht .... Lebt man um das aushalten zu müssen ...ich weiß es nicht .


    MtG

    Nafus

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