Woran Denkt ihr gerade so?

      Uli schrieb:

      Nicht nur @'Schlumpfine:

      Nein, Selbstmord ist keine Option. Dass wir (noch) leben, ist trotz aller Trauer ein Geschenk, das wir achten sollten! "..


      Für mich ist das kein Geschenk, sorry. Für mich ist das täglich der blanke Horror. Und wenn ich dann an an andere denke, denen es noch deutlich dreckiger geht: Schwerkranke und Behinderte, Kinder in Kriegsgebieten und misshandelte Kinder, Tiere in Massentierhaltung etc. Sollen die sich auch immerzu für das nette Geschenk bedanken und jeden Tag genießen?

      Gestern hat mir meine liebe Katze mal wieder so eine lebende Maus ins Haus gebracht. Wurde leider überrumpelt und konnte die Haustür nicht mehr rechtzeitig schließen. Wollte dann mal wieder schön im Treppenhaus mit der Maus rumspielen. Ich hab die Katze dann weggesperrt und das arme, verängstigte Wesen, das zum Glück noch unverletzt war, in einer Dose eingefangen und im Garten wieder rausgelassen. Die Natur ist einfach nur grausam. Und da frage ich mich auch immer, wie es da mit dem Geschenk aussieht und ob so ein armes Mäuslein in seiner Todesangst dann auch von Jesus erlöst wird oder tolle Nahtoderfahrungen vom Mäusehimmel hat.

      Meine Mutter hat auch immer Tiere gerettet, ein so feiner, lieber Mensch. Und was hatte sie davon? Musste ihre letzten Jahre nahezu blind und inkontinent an einem Rollator rumlaufen. So sieht das schöne geschenkte Leben aus.

      Ich brauche auch keinen Psychologen, weil das überhaupt nichts an der Situation ändert. Psychologen sind aus meiner Sicht völlig überschätzt und überbezahlt.

      Bloß Selbstmord, na ja. Finde ich eben etwas geschmacklos, sich da drüber auszulassen. Weil man es a) in aller Regel sowieso nicht macht, da den meisten Leuten der Mut bzw. die Entschlossenheit fehlt, sich selbst zu Tode zu bringen b) es meistens eine ziemlich eklige Angelegenheit und eine Zumutung für andere ist, insbesondere wenn man noch Familie hat, aber auch für Rettungskräfte usw. c) man im schlimmsten Fall nicht tod ist, sondern einen schweren Schaden davonträgt oder d) bei Scheitern gleich mal in der Klapsmühle in der Geschlossenen landet, was auch nicht der allertollste Aufenthaltsort ist, e) wahrscheinlich nur noch überall Leichen herumliegen würden, wenn jeder sich umbringen würde, der einen lieben Menschen verloren hat oder dem sein Leben aus anderen Gründen nicht so richtig gefällt, sei es chronische Krankheit, Arbeitslosigkeit, Mobbing am Arbeitsplatz, Einsamkeit, finanzielle Schwierigkeiten, Probleme in der Ehe, Probleme mit Kindern, was auch immer. Das kann es ja wohl nicht sein.

      Das sind für mich die wesentlichen Ausschlusskriterien, weniger die Frage, ob das dem "lieben Gott" nun so gut gefällt oder man dann angeblich seinen Liebsten nicht mehr begegnet.

      Ja, liebe Leute, mein Humor und meine Fähigkeit, mir das Ganze schönzureden, ist mittlerweile auch etwas aufgebraucht. Ich habe aus dieser ganzen Geschichte vor allem eine Sache gelernt: Dass man am Ende in aller Regel sowieso komplett mit allem allein dasteht und man sich irgendwie bis zum bitteren Ende eben durchkämpfen muss. So wie meine Mutter sich jede Nacht vier bis fünf Mal aus dem Bett zur Toilette herausgekämpft hat, damit ich durchschlafen konnte und sie in kein Pflegeheim musste. Die konnte auch nicht sagen, ich bring mich mal eben um, weil ich keine Lust mehr habe - wie hätte sie das auch anstellen sollen? Dabei hätte sie wirklich Anlass gehabt, solche Gedanken zu haben, da ihr Leben alles in allem schon reichlich bescheiden aussah.
      Ich denke gerade, so heisst dieser threat nämlich, dass es mir hier zuviel wird über Sinn und Möglichkeit des Suizides zu lesen. Bei all der noch frischen Trauer und dem Kummer den Ihr habt, ich habe dafür Verständnis, vielleicht gibt es dafür noch einen Anderen Post.
      Alles Gute für Euch
      Jenny
      Also Marion, Du hast es genau auf den Punkt gebracht. Genauso ist meine Reaktion und auch das mit den Tieren mache ich und lebe ich jeden Tag. Meine vorherigen Katzen haben auch immer Mäuse gebraucht (ist ja ein Geschenk) und mein ist auch immer rumgerannt und hat die Maus außer Sicht gebracht,,,,,,,,,,Spinnen z.B. nehme ich unter ein Glas und trage sie raus, also ich mache auch nichts kaputt, aber sterben müssen wir alle doch, ob gut oder schlechter Mensch. Ich bin also auch immer für jden Mensch und auch Tier da, aber ich lasse mich trotzdem nicht ausnehmen, ich merke das. Heutzutage ist das ja nicht einfach mit den Menschen, die wollen alles, aber selbst nichts dafür tun.

      Ja Marion ich denke auch oft, mein Mann war ein Gutmensch und hat sehr früh gehen müssen, ich sage auch immer, nur die Guten sterben früh. Vielleicht bin ich doch nicht so gut, man weiß es nicht nach welchen Kriterien der "Herrrgott" geht.

      Irgendjemand hat auch geschrieben wegen Umbringens, sonst käme man nicht zu seinen Liebsten, also ich will zu meinem Liebsten und der hätte garnicht gerne gehabt, wenn ich das machen würde, nein, nein....Ich habe ja noch meine Buben, man muß wirklich durchharren jeden Tag.

      Aber wie gesagt Du hast das richtig beschrieben.

      Wünsche Dir und auch den andern trotz allem einen guten Tag. lg Heidi
      Ja, die Gedanken führen hier sehr weit. Aber das mag ich an dem Forum. Man darf denken, bekommt Reaktionen, überlegt, vergleicht und findet eventuell ein bißchen Trost. Heh, da gibt es Menschen, die sind das durch, man überlebt das, die verstehen dich. Wo Liebe und Tod sind stellt sich für mich auch die Frage, was soll das alles? Ich möchte keinem religiösen Menschen zu nahe treten und wenn doch, entschuldige ich mich dafür. Wenn es Gott gibt, warum ist er nicht gütig und fair? Warum opfert er seinen Sohn um uns Menschen zu erlösen? Von was überhaupt, es scheint doch nicht gelungen, wenn man sieht, was Menschen sich und der Natur an tun. Und die Natur selber. Dieses Fressen und gefressen werden. Wie grausam! Und dann ist da diese Liebe, mein Mann, der Sonnenaufgang, der Duft von Lindenblüten, die Schönheit der Welt und dann dieses Leid, dieser Schmerz. Ich bin entwurzelt, weiß nicht wie ich alles einordnen soll. Den Gedankenaustausch auch über diese Dinge finde ich schön und wichtig.
      L.G.Emmi
      Ihr Lieben,
      Ihr sollt ja auch Eure Gedanken austauschen, auch über dieses Thema. Ich finde nur das es hier in diesem threat jetzt zu einseitig darum geht und vielleicht ein eigener threat hierfür eröffnet werden kann, damit auch andere Gedanken hier Platz finden.
      Ím Laufe der Trauer kommt dieses Thema irgendwann auf einen zu, bei mnachen nur ein flüchtiger Gedanke bin ich sicher, dass es auch harte Fälle gibt, die ich aber nicht ausführen müsste.
      Himmel, Holle, Gottja, Gott nein, vor allem WARUM, lese ich hier so lange schon und könnte es als ewige Dauerschleife mit kleinen Umwegen nennen.

      Mein Verständnis ist da, hält isch aber manche smal in GRenzen, dann mag ich auch einfach nicht mehr, weiß ich aber wie um so wichtiger es gerade für denjenigen ist, der die Gedanken hier anspricht - natürlich im Rahmen der Forumsbedingungen.

      Bin ich wieder weiter wie einige, und noch lange nicht so weit wie andere, so wird das auch blieben denke so für mich.
      Ist mir aber lange eben klar und so schreibe ich es auch schon, dass LEben ist einfach, ich darin mit all seinen Mag man es Grausamitäten oder Normalitäten sehen.
      Habe ich immer mal wieder Phasen, wo ich alles in Frage stelle oder es einfach nehme, mitschwinge im Geschehen all dessen was Leben heißt.

      Leben schließt sterben mit ein, Fressen und gefressen werden, egal was der Mensch auch macht, er greift in das GEschehen ein und verändert es, nicht immer zum Guten, aber so ist der Mensch eben.
      So bin auch ich nur Mensch und weit davon ab, irgnedetwas wirklich verändern zu können, nur weil ich es für besser halte.
      Habe ich im Kleinen die Möglichkeit dem Geschehen meinen Stempel aufzudrücken, Gutes zu tun oder zu lassen, je nach meinem Können - ob es einem anderen schadet, da kann ich nur dahingstellt lassen.
      Ich weiß um mein Bemühen, meine Unvollkommenheit und darum, dass die Rechte der anderen anfangen, wo meine enden - wird es niemals so mag ich es für mich fühlen, etwas geben, dass für alle gleich gut oder gerecht ist - liegt es aber stets an mir etwas für mich zu ändern, zu belassen, den Blickwinkel zu drehen.
      Muss ich zusehen wie alle anderen auch, wo ich bleibe, hat mir nie jemand versprochen das Leben sei nur schön und gut zu mir, verspreche ich es so auch niemandem, wünsche es aber allen die ihr HErz am rechten Fleck tragen und damit auch fühlen, denken und versuchen zu handeln.

      Habe ich an nichts auf der Welt ein Recht, für mich da zu sein, mir zu helfen, mir gutes zu wünschen oder wie auch immer.
      Kommt der gute alte Spruch - jeder ist seines Glückes Schmied auch wenn ich davon nicht wirklich überzeugt bin, ich schmiede nur, wenn das Eisen heiß genug ist, ich die Kraft dazu habe, die Bedingungen stimmen.

      Muss ich mich den Bedingungen anpassen so oft, ob ich will oder nicht, aber egal wie grausam das Leben manches mal ist oder scheint, liegt alles in mir, ist mir viles mitgegeben, auch das schrieb ich schon öfter, ich kann es anpacken oder Lust und Kraftlos zusehen wie es sich von allein entwickelt.
      Sollte ich aber in guten ZEiten nie vergessen, das es nicht die Regel ist sondern irgendwie ein Geschenk, das alles wechselt, wie das Wetter und keiner weiß so wirklich wann oder wie, es sei denn er ist Experte eines Faches.

      Denke ich mir so gerade bei allem was ich eben gelesen habe.
      Frage ich mich gleichzeitig mal wieder- war Früher eigentlich alles besser oder schlecher, oder härter, oder einfach nur anders den Gegebenheiten angepasst.

      Sagte meine Oma immer, wenn es einem zu gut geht, fängt man schnell an vieles zu schwer zu nehmen wenn es nicht in die Leichtigkeit passt.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Hallo,
      eigentlich hatte ich das Thema aufgesucht um zu schreiben, dass ich mich gerade sehr darüber freue das ich gerade ganz spontan eine Woche Urlaub mit meinem Lebensmenschen für September gebucht habe.
      Es war wirklich total spontan und eigentlich gar kein Urlaub geplant.
      Aber ich habe mich dann auch durch die letzten Beiträge gelesen und möchte nun noch etwas dazu schreiben. Ich hatte es die letzten Tage irgendwo im Internet gelesen. Ich weiß nicht mehr wo...….vielleicht sogar hier. Keine Ahnung.
      Es ging um den Sinn des Lebens und darum, dass wir nicht wissen was noch kommt.
      Sinngemäß hieß es da, dass das Leben vielleicht ja sogar schon die Hölle ist. Das alles was wir hier erleben schon die Buße darstellt und wenn wir genug gelitten haben, eben jeder in seinem bemessenen Urteil, dann werden wir durch das Sterben erlöst. Die Urteile sind natürlich verschieden. Einer bekommt vielleicht eine lange Zeit mit wenig Leid und auch vielen schönen Dingen, der Nächste eine lange Zeit mit viel Leid und wenigen schönen Momenten und andere haben nur eine ganz kurze Zeit mit wenig oder viel Leid und den dementsprechenden schönen Zeiten. Jedes "Urteil" wurde individuell gefällt und dann mit den anderen "Urteilen" für die anderen verknüpft.
      Ich hoffe ich habe das jetzt einigermaßen verständlich erklärt.
      Mir hat diese Vorstellung auf jeden Fall gefallen.
      Und um noch was zum Suizid zu schreiben...….sollte es wirklich so sein wie ich es oben versucht habe zu erklären dann hat man quasi seine "Strafe" nicht vollständig "abgesessen" und es erwartet einen eine neuerliche "Verurteilung".
      Das wars erst mal. Vielleicht kann sich ja der Ein oder die Andere mir dieser Sichtweise anfreunden.
      LG
      allesanders

      Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

      Honoré de Balzac


      @Marion68:
      Du hast mich mit dem Leben als "Geschenk" nur teilweise richtig verstanden. Dass das z. B. für deine Mutter nicht gelten konnte, ist mir klar. Dass das auch für die armen Kinder im Nahen Osten nicht gilt, ist mir ebenfalls klar. Aber ich meine die Menschen, denen es eigentlich gut geht und die trotzdem auf höchstem Niveau, wie leider manchmal auch ich, klagen, anstatt sich zu besinnen bzw. mal nachzudenken. Und was Gott anbelangt: Schon meine Mutter hatte sich gefragt, wieso ein gütiger Gott eine Welt erschaffen konnte, in der ein Tier ein anderes frisst. Und Psychologen werden m. E. falsch eingeschätzt, denn sie können nur zu einer besseren Erkenntnis des eigenen Ichs verhelfen, jedoch nicht das eigene Ich (ver)ändern.
      Ich empfinde das Leben sehr wohl als "Geschenk".
      Ich versuche, dieses Geschenk zu würdigen und soweit
      es mir möglich ist, dieses sehr pfleglich zu behandeln.
      Natürlich sinkt der Wert dieses "Geschenks", wenn
      man dieses durch Krankheit oder Gebrechen nicht mehr
      in vollem Umfang nutzen kann.
      Deshalb ist für mich das kostbarste Gut auf dieser Welt,
      die Gesundheit.
      Nur wurde uns in diesem "LEBEN" niemals versprochen, dass
      dieses nur freudige und glückliche Momente beinhaltet.
      Das hat es noch nie gegeben und wird auch in Zukunft nicht der
      Fall sein.
      Da ich kein gläubiger Mensch bin, ist für mich Gott lediglich
      ein Name, den ich jedoch nicht in Verbindung mit einer Person bringe.
      Ich glaube jedoch, dass zwischen Himmel und Erde sehr viel Energien
      sind, egal wie man sie letztendlich nennt. Ich kann sie weder sehen noch
      deuten, geschweige denn erklären.....................
      Und wenn es einen "gütigen Gott" gäbe, dann wäre es mit Sicherheit
      nicht in seinem Sinne, dass man seit Jahrtausenden irgendwelche
      Verbrechen und Kriege im Namen von Religionen und Glauben
      ausgeübt hätte und immer noch ausüben wird.
      Glaube ist für mich eine sehr persönliche Angelegenheit und
      Jedermann sollte an das Glauben, was für ihn hilfreich ist.
      Der Glaube und die Gedanken sind frei, solange ich meinem
      Umfeld damit nicht schade.
      @ Uli, ich persönlich habe noch niemals einen Psychologen
      in Anspruch genommen. Ich bin jedoch der Meinung, dass es auch
      in dieser Berufssparte sehr gute und weniger gute Psychologen gibt.
      All dies ist jedoch eine persönliche Erwartungshaltung
      und jeder Psychologe kann nur mit den Fakten arbeiten, die der
      Patient preisgibt. Er sollte hilfreich zur Seite stehen und ganz
      einfach Perspektiven erläutern, die man selbst in seiner momentanen
      sehr schwierigen Situation nicht wahrnimmt,
      weil professionelle Personen neutral beurteilen und handeln sollten.
      Und die Entscheidung, ob man professionelle Hilfe in Anspruch nimmt,
      die muss Jedermann für sich selbst treffen.

      Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer die Trennung.
      Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
      Man trägt die Erinnerung wie ein kostbares Geschenk in sich.
      Spatzerl, ich liebe Dich unendlich und vergesse Dich nie.
      "Gott" oder "das Universum" oder "das Schicksal", was meinen wir damit?

      Etwas, das viel viel größer ist als wir, etwas das unglaublich viel größer ist als wir, etwas das wir nicht erfassen können.

      Es ist so, als ob wir Kinder sind, weil wir erstmal so gar nichts wissen zu diesem Thema. Wir alle wollen, dass es uns gut geht, dass unser Leben prima läuft, dass wir nur Glück haben, immer gesund bleiben und geliebt werden. Und die, die um uns herum sind, die sollen bitte auch nie krank werden und immer mit uns sein.

      Aber das ist nicht so. Du wirst geboren und du wirst sterben. Und alles verändert sich - von Anfang an. Du selbst bist die Veränderung! Eben noch ein Baby, bald schon ein junger Mensch und scheinbar viel zu schnell gehörst auch du zu den Alten, wenn du nicht vorher gestorben bist.

      Sich an "das Große" zu wenden war schon immer ein Super-Weg. Egal wie das vonstatten geht - es funktioniert zu 100 %.

      Allein das kann ich hier empfehlen. Denn ganz egal, wie du es nennst, ob Allah, Jesus, Krishna, Jehova ... alles nur Namen, Wegweiser ... sie weisen dich auf einen Weg hin ...

      aL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Woran denke ich gerade....
      ich konnte jetzt längere Zeit nicht schreiben.
      Mir geht es nicht gut. ich bin zu sensibel geworden um Probleme
      auszuhalten. Jedes kleine Detail , was Menschen einfach so sagen
      tut mir weh.
      Ich war auf dem Friedhof und habe wieder so sehr geweint, das ich den
      ganzen Tag nicht mehr aufgehört habe.
      Ich weis nicht was das ist, aber ich kann mich auch den vertrauten Menschen
      nicht anvertrauen. Bin lieber allein.
      Fühle mich alleine gelassen auf der Welt und weis , das ich auch selbst Schuld bin.
      Kann es aber nicht abstellen.
      Früher hat mir da immer mein Mann geholfen meine Gedanken zu ordnen.
      Kaum ruft noch jemand an und auch ich nehme den Hörer nicht wirklich in die Hand und
      rufe an.
      Das darf nicht mehr so weiter gehen. Ich werde sonst noch Wahnsinnig.
      Mal will ich weiter Leben, mal ist für mich das Ende gekommen und ich fühle
      mich blöd auf dieser Erde .
      Ich brauche einfach Kraft , um mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
      Mir fehlt die Hand , die mich trägt. Und ich rufe aber auch nicht nach der Hand.
      Meine Schwester hat mich heute zum Essen eingeladen und ich habe abgesagt.
      Warum weis ich nicht. Vielleicht Kraftlos oder keine Lust.
      Ich muß unbedingt lernen Hilfe anzunehmen.
      Aber wie schaffe ich das nur. Ich verkrieche mich in meine 4 Wände und
      bleibe den ganzen Tag da, ohne Kontakt nach außen. Das ist mein Rückzug
      vor der Welt und den Menschen.
      Das muß sich ändern.....
      Ich brauche Kraft um das zu ändern.
      Es war so ein unnützer Tod . Alles hätte nicht sein sollen. Ich fühle mich Schuldig.
      Sehr Schuldig....
      Hätte ich es verhindern können?
      Ich kann es nicht Rückgängig machen und ich kann mich auch nicht mehr erklären.
      Das ist so schlimm...
      Die Therapeutin sagt, ich bin nicht Schuldig und das sagen auch viele andere
      Menschen.
      Aber ich glaube das nicht. Das kommt eben nur von Menschen..
      Die wissen das gar nicht. Ich glaube so etwas ist nicht Therapiebar.
      So geht das auch alles nicht weiter. Aber ich weis auch nicht, wie ich das abstellen kann.
      Da ist wieder der Wollknäul im Kopf, der immer wieder kommt.
      das sind meine Gedanken im Moment...
      Liebe Petel,
      wenn das deine Gedanken im Moment sind, dann sind das deine Gedanken, du hast ein Recht darauf, ob andere das verstehen oder nicht. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Und auch wenn ich aktiv versuche auf andere zu zugehen, immer reicht die Kraft nicht. Meine Tochter hat mir ein Blümchen in die Küche gestellt und eine Karte rangelehnt, auf der steht " N`Scheiss muss ich ". Und so fange ich an das auch zu sehen.War immer sehr pflichtbewußt aber vieles geht im Moment nicht oder nur zeitlich begrenzt. Mein Körper gibt das Tempo vor und es macht keinen Sinn, etwas zu erzwingen. Wir trauern noch nicht lange und es hat sich einfach zu viel geändert, das kann man nicht so schnell begreifen. Auch mich quält die Schuldfrage. Meine ehemalige Hausärztin hat sich viel Zeit für mich genommen und mir erklärt, daß es keine Schuld gibt. Man sucht nach Erklärungen aber es ist vorgegeben und ich hätte nichts machen können. Sie hat mir auch ein Video gegeben in dem es darum geht, Dinge zu akzeptieren, die man nicht ändern kann und so Energie zu sparen und seine Seele zu entlasten. Natürlich kreisen meine Gedanken trotzdem, aber ich versuche, den Blickwinkel zu ändern, einen Weg für mich zu finden, mit diesem Schicksalsschlag fertig zu werden. Ob es gelingt, ich zweifel manchmal, aber auch das dürfen wir. Ob es gelingt, ich hoffe es.
      L.G.Emmi
      Hallo Ihr Beiden,
      danke für die Lieben Worte.
      ich finde auch, das es gut ist das Forum zu haben. Manchmal der einzige
      Kontakt zu Menschen, die das Selbe erlebt haben.
      Ich habe schon viele Bücher gelesen über Trauer und Schuld.
      Aber der Kopf läst eben noch nicht viel zu.
      Es ist Tröstlich, liebe Syli, wenn du sagst das wird besser.
      Ich möchte das ja auch.
      Aber der Schmerz sitzt tief , zu tief um einfach zur Tagesordnung über
      zu gehen.
      Ich hoffe , das ich wenigstens den heutigen Tag gut überstehe.
      Meine Mutter hat heute Geburtstag, und ich will eigentlich nicht
      den Miesepeter spielen. Hoffentlich gelingt mir das.
      Möchte nicht ihre Geburtstagsfeier sprengen.
      Denn meine Eltern sind über den Schmerz der Trauer schon lange
      weg.
      Eigentlich meine ganze Familie ist drüber weg.
      Sie sprechen nicht mehr darüber und so fühle ich mich eben auch allein.
      Mein Sohn trauert noch sehr. Aber auf eine andere Weise.
      Und diese Weise wirkt manchmal sehr verletzend auf mich.
      In Bezug auf das was er sagt. Vieles tut sehr weh und ich fresse das in mich rein,
      um keinen Streit zu haben. Und es zieht mich sehr runter.
      und das ist es wieder...keiner da , der mich auffängt...
      Aber ich werde es schaffen, da bin ich mir sicher.
      Irgendwann werde ich meinen Weg finden. Egal wohin die Reise geht.
      Ich wünsche euch einen schönen Sonntag....
      Hallo Zusammen, vor allem liebe Petel,
      ich kann es gut nachvollziehen, wie es dir gerade geht, denn mir geht es genauso. Ich vermisse meinem Mann. Jetzt nach 7 Wochen sind auch bei mir die Anrufe auf ein Minimum zurückgegangen. Es gibt keinen mehr, der mit mir über Trauer und meine Gefühle reden will. Ich höre zwar "du kannst jederzeit anrufen, wir sind dann für dich da". Doch wenn man anruft, dann wird schnell das Thema gewechselt. Es kommen Sätze wie, du wirst das schon schaffen, du musst weitermachen, wie stellst du dir dies und jenes in der Zukunft vor. Das sind Sätze die ich nicht hören kann, die mir auch weh tun.
      Meine Schwiegermutter trauert auch anders als ich, ist für mich sehr fremdlich und verstörend. Aber ich rede ihr da nicht rein, immerhin hat sie ihren Sohn verloren.
      Vor dem Tod meines Mannes haben er und ich die Probleme und Ängste immer gemeinsam gelöst, er hat mir Halt gegeben, mich stark gegenüber meiner Familie und Kollegen gemacht. Und jetzt, ich fresse viel in mich rein, auf Arbeit werde ich aggressiv.
      Ich hoffe für dich, liebe Petel und für mich und für alle anderen die da jetzt durch müssen, dass wir alle einen Weg durch die Trauer finden, einen Sinn im Leben finden und irgendwann wieder ein LEBEN haben.
      Liebe Grüße
      Schlumpfine
      Schlumpfine, das ist ,bei mir genauso gewesen, fast keine Anrufe mehr und auch auf der Straße habe ich schon geschrieben haben manche die Seite gewechselt. Da kommt man sich vor wie eine Aussätzige. Aber die Menschen können und wollen auch nicht mit dem Tod konfrontiert werden. Ich sage immer die werden alle mal das erleben was wir hier gemeinsam durchstehen und dann werden sie das erstmals erfahren was das heißt jetzt allein zu sein und alles für dich selbst zu entscheiden und und und.......

      Ja Uli so ist das Leben wirklich..........aber ich wußte das schon immer, mein Mann und ich haben viele Menschen im Leben kennengelernt auf gute Weise, aber mehr auf der schlechten Seite. Da sind Tiere treu, ja aber sie können nicht reden, aber sie fühlen mehr als Menschen.

      Es gibt ein Spruch der heißt

      das Tier bleibt dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde....

      Ist doch was Wahres dran!!!!!

      Machts gut und lg Heidi
      Hallo Schlumpfine,
      du hast ja so recht. Man fühlt sich so richtig in der Trauer gefangen.
      Habe auch den Geburtstag von meiner Mutter überstanden.
      Es war nicht der Lustigste. Stimmung hat früher immer mein Mann
      gemacht. Aber trotzdem war es zum Aushalten.
      Und mir wurde von meiner Familie auch noch mal gesagt, so wie ich es mache ist es
      richtig. Wenn ich nicht will, dann will ich nicht und keiner drängt mich zu etwas.
      Wir haben trotzdem noch einmal über die letzte schlimme Zeit gesprochen,
      bevor mein Mann starb.
      Und wir sind alle der Meinung ich sollte mir einen Anwalt nehmen und mit
      ihm alles besprechen. Vielleicht eine Klage wegen unterlassener Hilfeleistung.
      Das könnte mir aus meinen Schuldgefühlen helfen, aber auch nur vielleicht.
      Aber ich werde es doch mal versuchen.
      Erst mal ein beratendes Gespräch.
      Ja , Die Menschen, liebe Heidi,
      Das ist schon so. Auch bei mir. 60 % der Kolleginnen im Betrieb haben nicht
      einmal ein Beileid rausgebracht. Sie schauen mich nicht mal an.
      Auch denen kann man nur wünschen, das es ihnen nicht passiert.
      Aber die Situation an sich ist da wirklich schrecklich.
      Und Andere wieder von denen ich das nie gedacht hätte kommen auf einen
      zu und fragen wie es geht und das auch immer wieder.
      Da sind Tiere wirklich besser. Sie sind immer dein Freund und merken auch,
      wenn es dir schlecht geht.
      Ja - das stimmt.
      Wenn ich meine beiden vierbeinigen Schätze nicht hätte .... - keine Ahnung, was ich ohne sie, ihren Trost und ihre Liebe in der schlimmsten Zeit gemacht hätte.
      Sie merken sofort, wenn es mir wieder mal schlecht geht und sind gleich da und versuchen Trost zu spenden. Meist reisse ich mich dann schon zusammen, weil ich nicht möchte, dass sie auch noch traurig werden. Sie spüren ganz genau die Stimmungslage und werden dann ganz ruhig. Dann tun sie mir so unglaublich leid, dass ich versuche, mich schnell wieder zu fangen und mit ihnen zu arbeiten (das tun sie sehr gerne).
    Liebeskummer Sorgen Forum