MEIN VATER DER IST TOT !!

  • Lieber Vater,


    mit viel Glück und etwas Mut habe ich es doch noch geschafft und eine Karte fürs Neujahrskonzert gekauft. Und dafür musste ich mitten in der Innenstadt parken und als ich zurückkam, sah ich die Bescherung. Die Strasse ab Kreisverkehr Bahnhof bis zum Nappenplatz war komplett dicht, überall Traktoren und LKW. Dann habe ich moch mit einem Mitleidenden, der auch dort parkend festhing, abgesprochen und wir sind quer zwischen den LKW und einem Fussgängerweg durchgefahren und haben es über den Nappenplatz 'nach draussen', raus aus dem Chaos geschafft. Ich hätte, als ich diese Kolonne ringsherum sah, es nicht mehr für möglich gehalten, wieder nach Hause zu kommen. Und sogar mit Eintrittskarte fürs Neujahrskonzert am Sonntag in der Stadtkirche.


    Ich weiss nicht, ob ich es wage, doch noch zum Friedhof zu fahren. Ich versuche es einfach mal, umdrehen kann ich auf der Hauptsttrrasse immer noch.

    Wenn man sich überlegt, dass das noch die ganze Woche so gehen soll.



    Ich habe es doch versprochen, Eure Grabstätten regelmässig zu pflegen.


    Soviel von diesem verrückten Montag

  • Hallo Matthias ,


    ich habe noch zwei Videos gefunden ( dank meiner Nichte ) vom letzten Jahr im Sommer. Ich habe mir das angesehen und es fühlte sich sehr schön an Ihn zu hören zu sehen und in eine Art zu spüren.

    Alleine fühle ich mich auch seit dem Tod meines Papa´s mit meiner Trauer und den Schmerzen. Glaube das kann mir keiner wirklich nehmen ( zumindest fühle ich es so ) .

    Vielleicht kannst du den Arzt wechseln wenn dir das zu schwer wird.

    Ich habe mich am nächsten Tag auf die Couch gelegt wo mein Papa gestorben ist , es fühlte sich erst schlimm an , dann aber auch vertraut in einer Hinsicht. Glaube es ist auch was anderes wenn ein Mensch zu Hause stirb als an einen "Fremden Ort" Schlimm finde ich nur das man sich nicht verabschieden konnte.

    Das treib mich im Moment um, Ihm nicht sagen zu könne das ich in Lieb habe und immer lieben werde.


    Ein Tagebuch führe ich auch , mir scheint das auch was zu bringen hoffe ich zumindest.


    Wir gehen alle diesen Weg zurück ins Leben glaube ich und es wird für alle nicht einfach werden. Aber hier trifft man auf andere die auch diesen schweren Weg gehen müssen.


    MtG

    Nafus

  • Hallo Nafus,


    ich habe natürlich von meiner Partnerin, der Dorit, viel mehr Videos als von meinem Vater.

    Ich habe mit meiner Partnerin Dorit und meinem Vater die letzten Angehörigen in meiner Nähe verloren.


    Lasse ich die Videos von meiner Dorit im Hintergrund laufen, dann ist es beinahe so wiue früher, meine Dorit sie ist bei mir.

    Schön für Dich, dass Du noch Angehörige in Deiner Nähe hast. Ich habe diese leider noicht mehr.


    Im Schreiben über meinen Trauerschmerz da versuche ich, meinen Schmerz abzubauen. Das gelingt beio mir, solange ich schreibe.

    Wehe aber, ich komme wieder in eine Ruhephase und muss mich mit der Alltagsroutine herumschlagen, da brennen bwi mir beinahe alle Sicherungen durch.


    Und dabei hält das normale Leben schon jede Menge Stress Situationen bereit. Am Montag da wäre ich beinahe nicht mehr nach Hause gekommen, wenn

    ich nicht einen Schleichweg entdeckt hätte. Sonst wäre ich am Parkplatz festgehangen, dioe Strasse war durch LKW und Traktoren blockiert.


    Ich besuche auh jede Menge Internet gedenkseiten, auf denen ich Kerzen anzünde. Da gibt es z.B. die gedenkseiten.de


    Hier im Forum kann man sich vor allem über seine tiefe Trauer auslassen. Ich tue dies nun schon seit über 4 Jahren, aber der Verlust aller meiner

    Angehörigen er tut so weh. Natürlich belastet sehr der Verlustt meines Vaters und auch ich konnte mich nicht von ihm verabschieden.

    Aber der Verlust meiner Partnerin er macht mich selbst nach beinahe 5 Jahren immer noch kaputt vor Trauerschmerz.


    Andere haben irgendeinen Menschen in der Nähe. Wenn ich meine Cousine anrufe, die ist immer beschäftigt mit hemann, Kinden und Enkelkindern.

    Mir hat man dieses Glück leider nciht beschieden.


    LG Matthias

  • Ihr Lieben im Himmel,


    zur Zeit bin ich wieder im Trauerloch. Nachdem ich den Kamera-TV-PC neu installiert hatte, glaubte ich ein wenig an ein Bessersein. Aber der Tag gestern er hat mich wiedre sehr heruntergezogen.

    In dem ehemaligen Domizil von Dorit und mir bin ich gestern gewesen und war enttäuscht. Keine Matrioschkas mehr im Fenster udn auch keine Blumen mehr, nur die alte Gardine sie hing noch und die Jalousie sie hing windschief daher. Einen ehemaligen bekannten Mieter hab ich auch getroffen und gesprochen.

    Hab mich an die alten, schönen Zeiten mit Dorit zurückerinnert, leider aber auch an den Schmerz über Dorits Unglückstod.

    Heute ist der Trauerschmerz geblieben. Das Leben es ist und bleibt einsam und leer.

    Termin beim Optiker habe ich storniert, als ich die wirklichen Brillenpreise erfahren habe.


    Soviel von Matthias

  • Hallo Matthias ,

    ja Trost zu finden in dieser Zeit ist nicht einfach, hast du schon mal an ein Haustier gedacht ? Ich habe immer Katzen toll gefunden. Habe auch die Katze von meinem Bruder etwas gepflegt die letzten Wochen.

    Leider musste diese am Freitag eingeschläfert werden, die Verletzung die Sie erlitten hatte war doch zu groß..

    Kannst du deiner Cousine nicht einen netten Brief schreiben oder eine Mail ? Ich stehe aktuell mit der Seelsorge über Mail in Kontakt ( Chat ist wohl auch möglich ) und über die via-Trauerbegleitung , versuchen kann

    man es zumindest würde ich sagen. Ich bin allerdings erst am Anfang von meinem Prozess , daher kann ich dir nicht sagen ob es etwas bringt oder nicht.


    MtG

    Nafus

  • Hallo Matthias,


    ich möchte mich nur kurz zu dem Thema Brillen und Optiker äußern, das Du angesprochen hast: Ich bin selbst stark kurzsichtig und auf eine Gleitsichtbrille angewiesen. Kurz vor der Corona-Zeit in Jahre 2020 habe ich mir eine neue Gleitsichtbrille bestellt. Mit -6.5 Dioptrien auf einem Auge war ich berechtigt, nach ärztl. Verordnung einen Zuschuss von meiner Krankenkasse zu bekommen. Der Kostenvorschlag für die Zuzahlung für eine Gleitsichtbrille mit Gläsern mittlerer Qualität und voller Entspiegelung bei Apollo betrug ca. 350-400 €. Das habe ich als völlig überzogen zurückgewiesen und bin dann nach ca. 30-45 min. Verhandlung mit einer Zuzahlung von 108 € herausgegangen.


    Wie ich vorher schon vermutet hatte ist die Marge und somit auch der Verhandlungsspielraum bei Brillenpreisen extrem hoch. Das sollte man wissen.


    Liebe Grüße

    Ralf

  • Hallo, Matthias,


    heute ist mein erster Tag in diesem Forum...wie oft habe ich mich vor den PC gesetzt, wenn ich einfach nicht weiterwusste - der Registrierungskram hat mich völlig aggressiv gemacht und ich dachte dann, wenn du das jetzt so sehr hasst, dass du es nicht hinbekommst, dann ist das auch nicht der Weg... ok, heute hat es geklappt, beim ersten Versuch in diesem Forum... und ich fasste Vertrauen durch eine Begrüßungstext, wobei ich jetzt gar nicht mehr weiß, wo ich ihn gelesen hab, aber der Verfasser hieß glaube ich Mäusi... ok, und dann war dein Eintrag oben auf einer Liste und ich habe mir einige Seiten durchgelesen. Gleich am Anfang dachte ich, die Trauer um deinen Vater, der ja erfreulicherweise ein hohes Alter erreicht hatte, hat dich so aus dem Gleichgewicht gebracht, weil du nicht lange vorher deine Partnerin verloren hattest, mit ihr zusammen hättest du das alles sicher auf ganz andere Weise durchgestanden, wenn ein geliebter und dich liebender Mensch dir zur Seite steht, kannst du so vieles besser bewältigen. Und da treffen sich unserer Erfahrungen - es ist nun ein Jahr und zwei Monate her, dass meinem über alles geliebten Mann das Herz versagte. Seitdem gehe ich durch die Welt als andere- ich habe das Glück eine große Familie zu haben und einige davon können gut trösten, vor allem meine jüngere Tochter, andere erfassen die Dimension nicht, aber ich weiß ja selbst wie schwer es ist anderen bei Schicksalsschlägen so zu helfen, dass es sie erreicht. Am schlimmsten empfand ich in dem vergangenen Jahr die Menschen, die wünschen, dass man schnellmöglichst "normal" ist, was auch immer das sein mag. Wie soll das gehen? Diejenige, die ich mit meinem Mann war, hatte eine Zukunft mit ihm. Er hat soviel garbeitet in seinem Leben und war mir immer ein guter Mann, darüber hinaus ein guter Vater, Großvater und Schwiegersohn.Und nun denke ich, wir hätten uns viel mehr Zeit nur für uns nehmen müssen, meine Mutter ist letzte Woche 90 geworden, mein Mann stand kurz vor dem 67.Geburtstag. Er hätte so verdient mit weißem Bart auf all das zu schauen, was er durch seine Kraft und Liebe geschaffen hat... er war so ein guter Mensch... Ich denke, das Gefühl, das mich vor allem beherrscht, wenn ich ins dunkle Loch falle, ist Verlorenheit, ohne ihn in dieser Welt, was soll das? Trotz der Vielen, an die ich mich wenden könnte. Und ich denke so geht es dir auch durch den Verlust von Dorit. Vielleich hätte ich vieles von dem hier unter "Vorstellung" schreiben sollen, aber was du geschrieben hast und die Antworten der anderen darauf, hat mich frei gemacht zu erzählen. Denn mit Fremden habe ich bis vor ein zwei Monaten gar nicht darüber sprechen können, das mein Mann nicht mehr lebt, vielleicht, weil es sich einfach schrecklich anhört und ich es gar nicht wahr haben will und er sowieso mein Hauptgesprächspartner ist.Okay, an dieser Stelle will ich erst mal schließen, es hat gut getan, das einfach niederzuschreiben und ich danke allen hier, dass es die Gelegenheit dafür gibt.


    Liebe Grüße

    AnHe

    • Official Post

    Liebe AnHe,


    ich bin ganz still geworden, als ich diese deine Zeilen las. Ja, ich weiss, ich weiss es ja, wie es ist, wenn der Allerliebste, mit dem du dein Leben gelebt und alles zusammen geplant hast nicht mehr neben dir steht.


    "Er hätte es so verdient mit einem weißen Bart auf all das zu schauen ..." schreibst du, und auch ich fühle genau das so sehr.


    Mein Mann ist mit 63 Jahren aus diesem Leben gegangen, mußte gehen ... und wir hatten so vieles vor, ich sah ihn tatsächlich im Geiste oben unterm Dach in seiner Werkstatt sitzen .... mit langem weissen Bart und weissen Haaren ....


    Ich kann dich also wirklich verstehen und wünsche dir, dass du hier bei uns etwas Hilfe bekommst, deinen schweren Weg weiterzugehen.


    Alles Liebe Frieda

  • Liebe Frieda,


    vielen Dank...vermutlich hätte ich erst diese Worte von dir lesen sollen vor dem Eintrag über den "Shittag", der für dich ein guter Tag war.

    Denn tatsächlich denke ich, dass man am besten verstanden wird von Menschen, deren Verlust auf dergleichen Ebene eingetreten ist. Meine Kinder und Enkel haben

    den guten Vater und Opa verloren, und sie haben sehr gelitten, aber ihr Leben ändert sich dadurch nicht so, sie dürfen es weiter leben wie gewohnt (Gott sei Dank) ihnen wird schwer ums Herz, wenn ich alleine bei ihnen anreise, denn mein Mann und ich waren im Privatleben immer zusammen. Ostern meinte meine Tochter: "Mama, es tut mir so leid, das sagen zu müssen, ich freue mich so, dass du da bist, aber zugleich vermisse ich Papa so sehr." Doch ich war froh, dass sie das aussprach und das habe ich ihr auch gesagt, ich bin glücklich, wenn sie mit mir immer den Papa sieht und vermisst, ich wäre trauriger, wenn sie das nicht so empfände. Ich fühle ihn ja immer bei mir und bin deshalb froh, wenn auch mein Gegenüber ihn sieht.

    Ein schwieriges Verhältnis habe ich zu meiner 90jährigen Mutter, aber dazu erzähle ich beim nächsten Mal. Man merkt, wie das Schreiben hier zugleich entlastet und anstrengend ist. Ich weiß ja nicht, wie es dir und den anderen da geht. Ok, auch hier zum Schluss ein Dankeschön an euch, denn wenn einem innerlich wieder so schwer zu Mute wird, ist es doch ein kleiner Ausweg sich hinzusetzen und es denen zu erzählen, die es nicht müde sind davon zu hören, weil sie sich in ähnlichen Situationen befinden.


    Alles Liebe und Gute

    Angelika

  • Hallo Frank,


    deine Sätze haben mich sofort daran erinnert, dass ich nicht gerade auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken kann. Das liegt nicht nur an meinem eigenen Wesen, sondern auch am Standesdünkel meiner Eltern, die mich mit der Schule überfordert haben. Rückblickend muss ich leider zu dem Ergebnis kommen, dass mein Leben eigentlich überwiegend eine Kompromisslösung ist. Und dass ich meinen Eltern zwar für Vieles dankbar bin, jedoch nicht stolz auf sie im wahrsten Sinne des Wortes sein kann. Um so mehr denke ich immer wieder an die Empfehlung meines mit 18 Jahren verstorbenen Patenkindes, nämlich an die Bereitschaft, sich auch an den kleinen Dingen des Alltags zu erfreuen.


    Liebe Grüße


    Uli

  • Ja, der steinige Weg ist die richtige Formulierung. In meiner Schulzeit hatte ich weniger mit Lehrern als mehr mit meinen ehrgeizigen Eltern Probleme sowie typbedingt mit einigen Mitschülern. Auch mein Weg im Berufsleben war oft steinig. Jeder von uns hat sein Kteuz zu tragen. Jeden Morgen freue ich mich auf meine Tasse Kaffee, obwohl ich im Herbst meines Lebens angekommen bin. Aber ich vergesse dabei nicht, dass mein Patenkind sich nur über wenige Lebensjahre freuen konnte.


    Haltet euch tapfer und bleibt gesund! Uli

  • Hallo,


    ich habe schon einige Zeit hier nicht mehr gepostet, Ich hatte viel um die Ohren. Meine neue Heizung wurde eingebaut und es gibt noch Probleme mit einem tropfenden Schornstein.

    Jetzt warte ich auf eine Sanitärfirma, mein oberer Toilettenanschluss ist leck und das Rohr wird getauscht werden müssen.

    Meine Geburtstagsfeier hab ich auch gemacht. Nun ist die Heizung auch komplett mit Einbau bezahlt.


    Den Mauersalpeter wollte ich entfernen, was mir leider ganz misslungen ist. Mehr verschmiert als wie wegbekommen habe ich. Alles es läuft schlecht und ich bin morgens schon müde,

    obwohl ich nchts gut schlafe.


    Den Tod meiner lieben Angehörigen diesen Tod werde ich sicher in meinem noch verbleibenden natürlichen Leben nicht überwinden können.

    Ich lese immer vioel von Anderen, die trotz Trauer immer noch Familie haben, die trösten können. Das Glück habe ich leider überhaipt nicht.

    Ich sitez hier ganz allein udn einsam und frage mich ernsthaft, wann es doch einmal vorbei sein möge.


    Dorthin zu kommen, wo meine lieben Angehörigen schon sind. Auf dem Friedhof da fühle ich mich noch wohl, dort treffe ich meine liebsten Angehörigen schon jetzt.


    So das wollte ich nach einiger Zeit auch mal wieder loswerden.


    Matthias

  • hallo Frank und Uli,

    Eure Worte haben mich sehr traurig und betroffen gemacht. Es kommt doch nicht drauf an ob und was man geschafft hat sondern darauf ob jemand empathisch, sympathisch, sozial und und und ist. Bei mir jedenfalls. Wisst Ihr, ich hab eine schlimme erste Ehe hinter mir, habe trotzdem 22 Jahre durchgehalten, auch wegen meiner Kinder. Ich habe zu allem ja und amen gesagt bis ich an einem Punkt war wo es einfach nicht mehr ging.

    Seitdem bin ich neugeboren, mein jetziger Mann ist ein Sonnenschein, hat immer gute Laune, sieht alles immer positiv, hat für alles immer eine Lösung.

    seitdem weiss ich das Leben erst recht zu schätzen und deshalb tun mir Eure Worte sehr weh.


    LG

    Sabine

  • Mein Vater ist nun 1,5 Jahre TOT !


    Seit heute nun sind schon wieder 1,5 Jahre vergangen, da mein Vater nicht mehr lebt.

    Heute vor 1,5 Jahren da habe ich in sein totes Gesicht im Pflegeheimzimmer blicken müssen, er la da, als würde er schlafen, aber der Arm blieb dort liegen, wo man ihn hinlegte. Aber er schlief nicht, er war TOT !! Die Stirn leicht gerunzelt, als hätte er im Todesmoment einen Schmerz verspürt.


    Mein Vater er war tot. Diese Bilder gehen mir heute nach 1,5 Jahren durch den Kopf. Ich bin immer noch erschüttert so wie damals im Oktober '22. Es hat sich viel hier bei mir ereignet am Haus. Aber trotzdem hat mir mein Vater gefehlt und er fehlt mir weiterhin. Heute dieser denkwürdige Tag, der mich an die schrecklichen Ereigniasse vor 1,5 Jahren erinnert. Damals musste ich allein mich um alles kümmern wie ich immer alleinj um alles kümmern muss. Das pfflegeheimzimmer musste ausgeräumt werden und mein Vater wurde im Leichenwagen im Sarg vom Bestattungsinstitut abgeholt. Ich durfte meinen toten Vater ein letztes Mal berühren und ihm Lebewohl wünschen, auch wenn er es nicht mehr gehört hat. Da war er schon tot. Und jeden Tag in den letzten 1,5 Jahren hab ich so nachgedacht: Als ich am Morgen ein unruhiges gefühl hatte, da hat sich wahrscheinlich die Seele meines Vaters von mir verabschiedet und ich habe es nicht gleich richtig eingeschätzt, sonst hätte ich im Pflegeheim angerufen und viellciht wäre mein Vater doch noch zu retten gewesen. Heute 1,5 Jahre danach ohnmächtige Erkenntnis, wieder nach Dorit schon erneut einen lieben Menschen gehen lassen gemusst zu haben.


    Matthias

  • Ich habe in meinem Leben zugegebenrmaßen nur zwei Mal richtig getrauert. Zum ersten Mal mit Sechzehn, als morgens mein Onkel bei meinen Eltern angerufen hatte, um den Tod meiner Großmutter mütterlicherseits mitzuteilen. Da war ich echt geschockt damals. Die Weihnachtsferien standen gerade vor der Tür, und in der Aula meiner Schule wurde am selben Tag der Antikriegsfilm "Die Brücke" von Bernhard Wicki gezeigt. Das hatte mir an diesem Tag noch "den Rest gegeben". Jahrzehnte später habe ich dann um mein Patenkind getrauert, das mit 18 Jahren an Leukämie gestorben ist.

  • @ Frank: das war aber auch alles andere als empathisch von Deinem Dozenten. Die Leute wissen gar nicht was sie mit solchen Worten anrichten können. Das tut mir sehr leid für Dich.


    @ Uli: trauern und trauern ist für mich auch ein Unterschied, das wie muss jeder so machen wie er es richtig findet. Mich hat es bei meinem Papa so richtig gerissen, nicht das er gestorben ist, er war sehr krank und wir alle haben es ihm gegönnt zu gehen. Aber danach war es für mich als hätte man ein Stück von mir rausgerissen. Dann wird einem erst richtig bewusst wie wichtig einem eine Person sein kann und man muss trotzdem damit fertig werden.


    @ Frieda, irgendwie machen wir hier Matthias' Thread kaputt, kannst Du das nicht irgendwie davon abzwicken?


    LG

    Sabine

  • Liebe Alle, aber hier besonders lieber Frank und lieber Uli,


    was man geschafft hat hört sich nach Leistung und Erfolg an - da möchte ich sagen, es war nicht der äußere Erfolg, der unsere Beziehung so wertvoll gemacht hat, sondern die Liebe. Nach einem anstrengenden Elternhaus (auch wenn ich glaube, dass meine Eltern von ihrer Seite aus das Beste versucht haben, waren sie eher wie ältere Geschwister, die immer an irgendeinem Problem laborierten) und einer ersten Ehe mit einem Alkoholiker- dachte ich , irgendjemanden unter den Milliarden Menschen auf der Welt muss es doch geben, der zu mir passt und meine Vorstellungen von Liebe und leben teilt. Und den habe ich dann im Abendgymnasium getroffen... ich hatte die Schule im letzten Jahr meist geschwänzt und brauchte darum nur zwei Semester zum Nachholen, mein Mann wollte nebenberuflich den Abschluss erwerben...ok, da haben wir uns dann getroffen. Nach drei Monaten sind wir zusammengezogen und nach einem weiteren Jahr haben wir geheiratet. Unsere Liebe war nie anders als am ersten Tag - ich glaube unsere alltäglichen Probleme unterschieden sich nicht groß von denen anderer Paare, die Kinder und Beruf unter einen Hut bringen müssen, dazu waren wir immer ein ziemliche emotionaler Verband, was manche Dinge nicht unbedingt einfacher macht... was in der Welt geschah, vor allem im 21.Jhrdt. nach der Hoffnung der 70ger und 80ger auf eine bessere Welt für alle, fanden wir schlimm - aber zu hause in unserem geschützten Raum, konnten wir das aushalten, eben weil wir uns zusammen so stark fühlten.

    Was ich hier sagen möchte, Erfolg und Leistung waren nicht unsere Hauptziele und gefährlich war, dass Geld uns beiden egal war- da wir aber unsere Kinder immer in Sicherheit wissen wollten, kam es nie zu einer wirklichen Krise, auch die Verantwortung, die wir in unseren Berufen ernst nahmen, sorgte dafür, dass wir in dieser Hinsicht nicht einbrachen...

    Wenn ich eure Nachrichten lese, weiß ich, was ich erlebt habe, eine 40 Jahre währende gegenseitige Liebe, war ein großes Glück, das nicht alle erleben, aber das macht den plötzlichen, unerwarteten Bruch so schmerzhaft, dass man nicht weiß, was man noch groß soll auf dieser Welt...auch hier waren es wieder die Kinder, die mich im Gleis hielten, denn mit Kindern verbietet man sich solche Gedanken, aber ein Jahr war ich nicht mehr wirklich ich selbst, ich habe funktioniert und mich bemüht für andere nicht zu stressig zu sein- und ich hatte Unterstützung von Kindern und Freunden...darum Frank, schau dass du Leute findest, die nicht drauf gucken, was du geleistet hast, sondern die dich mögen, weil du bist, der du bist, auch Ulrich möchte ich sagen, es gibt viele Blasen, wenn ihr euch nur nach dem Leistungsprinzip berurteilt fühlt, steckt ihr in der Falschen, denn es gibt viele Menschen, die den anderen um seiner selbst Willen schätzen.

    Im Nachhinein wünschte ich, mein Mann hätte viel weniger gearbeitet und mehr für sich getan, aber er war wie er war und er war einfach vor allem ein guter und lieber Mensch.


    Liebe Grüße

    Anhe

  • Lieber Vater,


    der Du nun schon mehr als 1,5 Jahre tot bist. Heute da waren 2 Schornsteinfeger da und haben noch Mängel in der Kondensatableitung der neuen Heizungsanlage festgestellt und werden mir einen Bericht zukommen lassen, den ich dann an die Heizungsfirma zu verschicken habe. Du siehst also, ich kümmere mich um alle Dinge am Haus. Natürlich mit Kosten, leider ! Aber Du kannst Dein Haus auch 1,5 Jahre nach Deinem Tod gut behütet wissen.


    Dein lieber Sohn Matthias mit neuem Bild vom Grab mit den neuen Tulpen

    grab_neuetulpen_240418.jpg

  • Nun habe ich 2 Photorahmen zusammen, die ich am 13.Mai aufs Grab stellen werde: Einer enthält die Inschrift zum 25.Todestag meiner Mutter und der andere eine Inschrift zum 5.Jahrestag des Herzstillstandes meiner Dorit.


    Beide Ereignisse fanden am gleichen Tag am 13. Mai statt nur mit 20 Jahren Unterschied, welch ein merkwürdiger Zufall.


    Heute nun habe ich meine Mediamente zusammengepackt für meinen Urlaub, der zwar erst im August stattfindet. Aber je früher ich die Medikamente für die eine Woche zusammengepackt habe, um so besser. Denn dann wird es mit den Rezeptnachbestellungen nicht zu knapp. Auch die Waschtasche ist für eine Woche gepackt.


    Die nächsten Beschäftigungen werfen ihre Schatten schon voraus: das Grasmähen am Freitag und bald auch wieder die Unkrautentfernung am Strassensockel ums Haus.


    Gerade laufen am TV-PC wieder die Videos mit Deiner Stimme und das schafft mir irgendein Gefühl von Anwesenheit meiner von Dir, lieber Vater. Es tröstet ein wenig über den Schmerz hinweg, dass die Verstorbenen gar nciht mehr körperlich da ist.


    Geistig lebst Du, lieber Vater, weiter.

    Matthias an einem trostlosen Dienstag

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!